Börsenpanik: Kurse geben weltweit nach - DER SPIEGEL
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Börsenpanik Kurse geben weltweit nach

Die Gewalt im Nahen Osten und die Angst vor einen weltweiten Ölknappheit haben an den Weltbörsen einen Flächenbrand ausgelöst. An der Wall Street kam es zu einem der größten Tagesverluste in der Geschichte des Dow Jones.
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New York/Tokio/Frankfurt am Main - Der New Yorker Aktienmarkt hat am Donnerstag mit dem fünftgrößten Verlust in der Geschichte des weltweit wichtigsten Aktienindex geschlossen. Der Dow Jones für 30 Industriewerte fiel angesichts eskalierender Gewalt in Israel und Palästina sowie einem mutmaßlichen Anschlag auf ein US-Kriegsschiff in Jemen um 382 Punkte auf 10.031,72. Das entspricht einem Kurssturz von 3,7 Prozent. Die Technologiebörse Nasdaq gab 94,43 Punkte ab und erreichte mit 3.074 Punkten ein neues Jahrestief.

"Bei diesem ohnehin nervösen Markt hätten wir dies alles nicht gebraucht", sagte der Analyst Al Goldman zu den Nachrichten aus dem Nahen Osten. Die Ölpreise stiegen zeitweise in New York auf bis zu 37 Dollar für das Barrel, knapp unter dem Zehnjahreshoch von 37,80 Dollar im vergangenen Monat.

Die Aktienkurse an den wichtigsten Börsen Lateinamerikas sind unter dem Eindruck des hohen Ölpreises und des eskalierenden Nahostkonfliktes ebenfalls weiter gefallen. Am größten Aktienmarkt des Subkontinents in São Paulo büßte der Index Bovespa 1,40 Prozent ein. In Mexiko fielen die Kurse noch stärker. Der Aktienindex IPC verlor zum Handelsschluss 3,28. An der Börse der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires ging der Merval um 1,67 Prozent zurück.

Der Kurssturz an der Wall Street hat am Freitag auch die asiatische Leitbörse in Tokio in die Tiefe gerissen. Der Nikkei-Index sackte bis Börsenschluss um 1,4 Prozent oder 220 Punkte und erreichte damit ein neues Jahrestief. Zuvor war das Kursbarometer sogar um mehr als 330 Punkte gefallen.

Der japanische Finanzminister Kiichi Miyazawa reagierte auf die rasante Talfahrt an der Börse verhalten. Er spielte den Einfluss der Wall Street auf die japanischen Aktienmärkte herunter. Was Japan anbelange, so gebe es derzeit nichts, was zu Besorgnis Anlass gebe, wurde der Minister am Freitag zitiert. Aus seiner Sicht seien keinerlei destabilisierende Faktoren am Horizont auszumachen.

Die Aktienmärkte in Frankfurt starteten am Freitag nur leicht unter Vortagesniveau. Das Minus im Dax lag nach einer halben Stunde bei rund 0,2 Prozent, der Nemax 50 fiel um weitere eineinhalb Prozent zurück.