Börsenranking: Die teuersten Firmen der Welt - DER SPIEGEL
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Börsenranking Die teuersten Firmen der Welt

Schwacher Dollar, Immobilienkrise und extrem starke Konkurrenten: Ein neues Ranking zeigt, wie sehr US-Unternehmen an den Börsen der Welt an Bedeutung verlieren. Die Firmen mit dem höchsten Marktwert kommen immer öfter aus China und Europa.
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Hamburg - An der Spitze hat China die USA schon verdrängt - der teuerste Konzern der Welt nach Marktkapitalisierung war Ende des Jahres der Energiekonzern PetroChina. Der Börsenwert: 723,794 Milliarden Dollar. Das geht aus dem neuen Top-100-Ranking des Wirtschaftsprüfungsunternehmens Ernst & Young hervor.

Der neue Spitzenreiter in der Liste, die alljährlich erstellt wird, hatte im November in Shanghai ein fulminantes Börsendebüt hingelegt. Der Wert der Aktien hatte sich schon kurz nach Handelsbeginn fast verdreifacht. Mit den Millliardeneinnahmen verdrängte das Unternehmen den US-Konkurrenten Exxon Mobil als teuerste Firma der Welt.

Auch viele andere Unternehmen aus der Volksrepublik konnten im vergangenen Jahr an der Börse traumhafte Summen einsammeln. Das spiegelt sich auch in der Top-100-Liste wider. Die Zahl der chinesischen Firmen stieg von sieben auf zehn, ihr Gesamtbörsenwert steigerte sich von Ende 2006 bis Ende 2007 sogar um satte 123 Prozent. Ernst & Young-Vorstand Hendrik Hollweg warnt zwar in einer Pressemitteilung: "Die Entwicklungen an den chinesischen Börsen wecken bisweilen Erinnerungen an die Internetblase im Jahr 2000." Trotzdem sei die Volksrepublik "eindeutig einer der Top-Player der Zukunft. Die Bedeutung Chinas und chinesischer Firmen für die Weltwirtschaft wird weiter steigen".

Auch europäische Konzerne haben der Untersuchung zufolge seit Ende 2006 an den Aktienmärkten an Gewicht gewonnen. Mit 46 vertretenen Firmen schoben sich die Europäer vor die Vereinigten Staaten, die nur noch mit 32 Firmen in dem Ranking aufwarten können. "Die USA haben an den Weltbörsen im Verlauf des vergangenen Jahres erheblich an Bedeutung verloren", sagt Hollweg. Hintergrund seien der schwache Dollar, die Immobilien- und Kreditkrise, die in den USA ihren Ausgang nahm, sowie die schwächelnde US-Konjunktur. "Die US-Wirtschaft verliert zunehmend ihre Funktion als Lokomotive der Weltwirtschaft - so wie auch der Dollar dabei ist, seine Bedeutung als weltweite Leitwährung einzubüßen."

Die Rolle deutscher Unternehmen an den internationalen Aktienmärkten nimmt dem Ranking zufolge ebenfalls zu - statt nur vier sind inzwischen sieben Firmen aus der Bundesrepublik in der Liste vertreten. "Viele deutsche Konzerne haben in den vergangenen Jahren ihre Hausaufgaben gemacht und Kosten gesenkt, neue Märkte erschlossen und insgesamt ihre Wettbewerbsfähigkeit deutlich gesteigert", sagt Hollweg. "Das wird von den Investoren honoriert." Auch der starke Euro wirke sich positiv aus. Trotzdem: Laut Ernst & Young sind die deutschen Unternehmen - gemessen an ihrer volkswirtschaftliche Bedeutung - noch nicht angemessen repräsentiert.

Anzahl der Firmen nach Ländern

Land Ranking 2007 Ranking 2006
USA 32 45
Großbritannien 11 9
China/Hongkong 10 7
Frankreich 8 7
Deutschland 7 4
Niederlande 4 2:
Schweiz 4 5
Japan 4 8
Spanien 3 3
Italien 3 0
Russland 3 3
Brasilien 2 1
Australien 2 0
Sonstige 7 6
So viele Firmen aus den jeweiligen Ländern gehören beziehungsweise gehörten zu den 100 teuersten der Welt. Quelle: Ernst & Young

Betrachtet man die einzelnen Branchen, haben im vergangenen Jahr vor allem Energie- und Rohstoffkonzerne an den Börsen Bedeutung gewonnen. 29 der 100 teuersten Unternehmen kommen aus diesem Bereich - Ende 2006 waren es nur 18. Dagegen sind vor allem die Kommunikationsunternehmen weniger geworden. Statt der 17 von Ende 2006 finden sich in der Liste jetzt nur noch 12. Die Zahl der Firmen aus der Finanzbranche sank von 32 auf 27 - damit halten sich die Folgen der Kreditkrise im Rahmen, schlussfolgern die Experten von Ernst & Young.

ase