Börsenreaktion T-Aktie stark unter Druck
Frankfurt am Main - Die Telekom-Aktie verlor bis zum späten Nachmittag fast vier Prozent und notierte bei Kursen um 25,30 Euro. Das Papier war damit der zweitschwächste Standardwert. Zur gleichen Zeit bewegte sich der Dax fast 1,5 Prozent unter Vortagesniveau.
Vielen sei die schwierige Lage der Telekom durch die Hauptversammlung noch einmal richtig bewusst geworden, sagte Felix Mellinger von der SEB Bank. "Die Kommentare waren von allen Seiten durchweg negativ - und das hat die Anleger nicht unbeeindruckt gelassen", so der Händler weiter.
Die Kursverluste der T-Aktie hatten schon am Montag eingesetzt. "Das könnte damit zusammenhängen, dass einige institutionelle Anleger sich von ihren Anteilen getrennt haben", sagte Oliver Hauer von M.M. Warburg. Möglicherweise sei dadurch das Kursniveau künstlich geschwächt worden, um den Druck auf die Telekom zu erhöhen, erläuterte der Händler.
Die Union Investment hatte zudem zuvor öffentlich darüber nachgedacht, dem Vorstand der Telekom die Entlastung zu verweigern. Dies wäre einmalig in der Geschichte der Anteilsinhaber der Deutschen Telekom gewesen, sagte Hauer. In der Zwischenzeit hat ein Sprecher der Gesellschaft eine Enthaltung bei der Abstimmung über die Entlastung von Ron Sommer angekündigt.
Insgesamt beurteilte der Händler den Auftritt von Ron Sommer kritisch. Dieser habe sich wie ein Politiker bei den Anlegern für den Kursverlust zwar entschuldigt, ihn jedoch nicht wirklich erklärt.