Börsenschluss: Aktie Gelb spurtet nach oben - DER SPIEGEL
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Börsenschluss Aktie Gelb spurtet nach oben

Der Neue Markt erholte sich nach der jüngsten Kurserosion. Die Blue Chips schlossen leicht im Minus. Infineon und die Deutsche Post waren die Überraschungssieger des Tages.
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Frankfurt am Main – Der Dax schloss 0,3 Prozent leichter bei 5833 Punkten. Freundlicher präsentierten sich die Wachstumswerte: Der Nemax 50 kletterte um 1,8 Prozent nach oben auf 1366 Zähler. Der Handel verlief weitgehend ruhig, da sich viele Anleger im Vorfeld der Zinsentscheidung der US-Notenbank zurückhielten. Erst nach dem deutschen Börsenschluss gab die Fed eine Senkung um 25 Basispunkte bekannt. Dieser Schritt wurde am Markt erwartet.

Die New Yorker Aktienmärkte reagierten enttäuscht auf die Leitzinssenkung. Der Blue-Chip-Index Dow Jones drehte ins Minus und verlor bis zwei Stunden vor Handelsschluss 0,3 Prozent auf 10.436 Punkte. Die Nasdaq rutschte um 0,4 Prozent ins Minus auf 2056 Zähler.

In Frankfurt legten die Aktien der Deutschen Post und von Infineon einen Schlussspurt auf das Parkett. Am Tag der Hauptversammlung verteuerte sich die "Aktie Gelb" nach einem verhaltenem Start um 3,5 Prozent auf 18,99 Euro und war damit Tagessieger im Dax. Konzern-Chef Klaus Zumwinkel bekräftigte zuvor vor den Aktionären die Absicht, sich künftig verstärkt um den Aktienkurs zu kümmern. Ab sofort werde die Investor-Relations-Arbeit deutlich verstärkt. Zudem werde man im gesamten Konzern durch Synergien "ganz neue Kräfte" frei setzen.

Die Überraschung des Tages glückte dagegen der Siemens-Tochter Infineon. Am Vortag und heute im frühen Handel noch der größte Verlierer im Dax, drehte das Papier zum Nachmittag ins Plus und schloss mit 2,5 Prozent im Plus bei 28,08 Euro. Marktteilnehmer begründeten den Aufschlag mit technischen Reaktionen nach den starken Verlusten. "Die Aktie ist stark ausgebombt", sagte ein Händler. "Das sind Kursstände, die man selten sieht, und da ist eine Erholung überfällig."

Übel erwischt hat es dagegen den Mutterkonzern Siemens, der den Handelstag als größter Verlierer im Dax abschloss. Die Aktie verbilligte sich um 3,3 Prozent und wurde zum Schluss mit 69,44 Euro gehandelt. Belastet wurde das Papier von einer negativen Einschätzung der Deutschen Bank. Die Analysten haben die Gewinnreihe für den Elektronikkonzern heruntergeschraubt. Siemens selber übte sich in Optimismus: Der Markt für Telekommunikationsnetzwerke soll nach Ansicht von Andreas Matte, Vorstand des Bereichs Information and Communication Networks (ICN), seine Talsohle erreicht haben. Eine Erholung sei jedoch noch nicht absehbar, sagte Mattes, der "Financial Times Deutschland". Der Markt bleibe in einem "Wackel-Zustand". Ebenfalls deutlich im Minus notierte der Siemens-Ableger Epcos. Das Papier verlor 1,4 Prozent auf 63,09 Euro.

Die Aktien von Bayer drehten am Nachmittag ins Plus und schlossen um 0,8 Prozent fester bei 43,69 Euro, obwohl der Chemie- und Pharmakonzern eine Gewinnwarnung ausgegeben hatte. "Es wurde erwartet, dass Bayer nach der Gewinnwarnung BASF mit einer entsprechenden Mitteilung folgen würde", sagte Boris Boehm, Fondsmanager bei Nordinvest. In den vergangenen Tagen hatte die Bayer-Aktie nach den Gewinnwarnungen von BASF und dem US-Konzern Merck bereits deutlich nachgegeben." BASF-Papiere pendelten um den Vortagesschlusskurs.

Stärkster Wert im Dax waren zwischenzeitlich die Aktien von SAP. Sie fielen dann aber wieder nahe des Schlusskurses des Vortages von 161,75 Euro zurück. Larry Ellison, Vorstandsvorsitzender des US-Softwareherstellers Oracle, hatte in einem Interview gesagt, er rechne trotz der allgemein schlechten Lage der Technologiebranche im vierten Quartal diesen Jahres mit einem Nachfrageanstieg für sein Unternehmen. Dies hatte die Aktie von SAP zwischenzeitlich beflügelt.

Die Europäische Kommission wird die versprochenen Beihilfen der Bundesregierung und des Landes Sachsen für die so genannte Gläserne Fabrik des Volkswagen-Konzerns in Dresden offenbar genehmigen. Wie das "Handelsblatt" berichtete, könne VW mit einem Bescheid noch vor der Sommerpause rechnen. Allerdings werde damit gerechnet, dass die Kommission die Gesamtsumme in Höhe von 194 Millionen Mark leicht nach unten korrigieren werden, schreibt das Blatt. Die Papiere von VW gaben dennoch 0,8 auf 53,75 Euro nach. Die Titel von den Rivalen BMW (plus 2,3 Prozent auf 38,65 Euro) und DaimlerChrysler (plus 1,3 Prozent auf 52,23 Euro) überzeugten mit Kursaufschlägen.

Händler am Neuen Markt bleiben skeptisch

Obwohl sich der Neue Markt im Gefolge der Nasdaq leicht erholte, kam bei den Händlern nur wenig Zuversicht auf. "Zweimal auf die Geldseite schlagen, dann ist das wieder erledigt", sagte ein Händler. Die Gewinne seien nicht gerade spektakulär. "Wenn keine Zinssenkung bekannt gegeben wird, gibt es ein Desaster ohne Ende", sagte ein Marktteilnehmer. Ihm zufolge geht etwas mehr als die Hälfte der Marktteilnehmer von einer Zinssenkung um 50 Basispunkte aus und hat sie bereits in den Kursen eingepreist.

Die Aixtron-Aktie erholte sich von den Kursverlusten der vergangenen Handelstage und kletterte um 10,8 Prozent auf 33,80 Euro. Der Maschinenbauhersteller für die Chipindustrie hatte zuvor bekannt gegeben, eigene Aktien zurückzukaufen.

Größter Verlierer im Nemax 50 waren die Anteilsscheine von Highlight Communications, die sich um 8,5 Prozent auf 3,56 Euro verbilligten. Das Tochterunternehmen Team hat vom europäischen Fußballverband Uefa eine Kündigung für den Vermarktungs-Vertrag der Champions League bekommen. Ein Händler sagte jedoch, er gehe davon aus, dass Team erneut den Zuschlag für die Vermarktung der Champions League erhalten werde.

Der Handel mit dem Refugium-Papieren wurde nach einer kurzen Unterbrechung am Dienstag wieder aufgenommen. Die Aktie gewann 8,1 Prozent auf 0,67 Euro, obwohl ein Insolvenzantrag gestellt wurde.

Pixelpark hat vor seinen Aktionären das Ziel bekräftigt, noch in diesem Jahr die Gewinnzone zu erreichen. "Wir wollen ab Ende des Jahres schwarze Zahlen schreiben", sagte Vorstandschef Paulus Neef auf der Hauptversammlung. Neben den Personalkosten würden auch die Infrastruktur- und Reisekosten gesenkt. Zudem verwies Neef darauf, dass bis Jahresende weltweit etwa 300 Stellen abgebaut werden sollen. Finanzvorstand Annette Koch kündigte an, dass sich das Unternehmen aus Osteuropa zurückziehen werde. Die Aktie schloss 6,3 Prozent fester auf 6,40 Euro.

Adlink hat den Rückkauf eigener Aktien im Umfang von bis zu zehn Prozent des Grundkapitals beschlossen. Die Aktien stiegen darauf um 20,6 Prozent auf 1,64 Euro. Ebenso in der Spitze des marktbreiteren Nemax All Share standen die Papiere von LPKF Laser & Electronics, die um rund 22,6 Prozent auf 8,02 Euro zulegten. Das Unternehmen hatte am Vortag eine Umsatzwarnung ausgegeben und war mit Kursverlusten von 33 Prozent in den Keller gerauscht.

Die angeschlagene Aktie von Teldafax verteuerte sich um 25 Prozent auf schlappe 0,30 Euro, nachdem das Unternehmen bekannt gab, die Investmentbanken Goldman Sachs und HypoVereinsbank für die weitere Betreuung ihrer Aktien am Neuen Markt gewonnen zu haben.

Euro notiert fester

Der Kurs des Euro ist erneut gestiegen. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 0,8622 (Dienstag: 0,8611) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 2,2684 (2,2713) Mark.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,6091 (0,6090) Pfund, 107,05 (106,71) Yen und 1,5223 (1,5222) Schweizer Franken fest.