Börsenschluss Anleger nehmen Gewinne mit
Frankfurt am Main Nach einem freundlichen Handelsauftakt bröckelten die Kurse von Dax und Nemax immer weiter ab. Der Blue-Chip-Index schloss ein Prozent schwächer auf 4707 Zählern, am Neuen Markt gab der Nemax 50 um 1,9 Prozent auf 1088 Punkte nach.
Auch in den USA gaben die Börsen im Handelsverlauf nach. Der Dow Jones rutschte bis zum Schlussgong in Deutschland um 0,5 Prozent nach unten auf 9397 Punkte. Die Nasdaq drehte ins Minus und gab um 0,6 Prozent auf 1782 Zähler nach.
Vor der Zinsentscheidung der US-Notenbank haben viele Anleger noch Gewinne mitgenommen und so die Kurse an den Aktienmärkten deutlich unter Druck gesetzt. Erst nach Börsenschluss in Deutschland teilte die Fed mit, den US-Leitzins um 50 Basispunkte auf zwei Prozent zu senken. Am Markt wurde diese Entscheidung erwartet, einige Händler prognostizierten aber auch nur 25 Basispunkte.
In Frankfurt standen auch die am Nachmittag veröffentlichten Arbeitsmarktdaten im Blickpunkt: Die Arbeitslosigkeit in Deutschland ist auch im Oktober saisonbereinigt weiter gestiegen. Im Vergleich zum Vormonat nahm die um jahreszeitliche Sondereinflüsse bereinigte Erwerbslosenzahl um 27.000 auf 3,915 Millionen zu, berichtete die Bundesanstalt für Arbeit am Dienstag in Nürnberg.
Tagessieger im Dax war die Aktie von Adidas Salomon , die sich um 6,11 Prozent auf 66 Euro verteuerte. Der Sportartikelhersteller meldete eine Gewinnsteigerung von neun Prozent und lag damit im Rahmen der Erwartungen der Analysten. Anlegern gibt Hoffnung, dass das Geschäft in den USA sich entspannter zeigt als in den Vorquartalen.
Die Technologiewerte profitierten im frühen Handel von den guten Zahlen, die der Netzwerk-Ausrüster Cisco am Montagabend gemeldet hatte. Zum Schluss gab die Infineon-Aktie aber noch nach und verlor 1,6 Prozent auf 19,33 Euro. Epcos legte dagegen 2,8 Prozent auf 54,45 Euro zu, Siemens schloss nahezu unverändert.
Fest präsentierte sich auch die SAP-Aktie , die rund 2,2 Prozent auf 126,70 Euro zulegte. "SAP will seine Produkte neu sortieren und über das Internet verkaufen", kommentierte ein Händler den deutlichen Kursanstieg von SAP. Zudem plane das Softwareunternehmen, seine Produkte für die Konkurrenz kompatibel zu machen.
Zu den größten Verlierern gehörten dagegen die defensiven Werte. Die RWE-Aktie hielt mit einem Abschlag von 3,3 Prozent auf 42,70 Euro die rote Laterne.
Nachdem am Vortag die drei deutschen Großbanken die Verschmelzung ihrer Hypothekentöchter auf die Deutsche Hyp bekannt gegeben hatten, gaben die Finanzwerte ab. Der Zusammenschluss sei schon bekannt und eingepreist gewesen, hieß es auf dem Parkett. Die Aktien der Deutschen Bank (minus 0,3 Prozent auf 67,67 Euro), Commerzbank (minus 2,3 Prozent auf 18,61 Euro) und Allianz (minus 1,8 Prozent auf 271 Euro) schlossen alle im roten Bereich.
Die Titel von DaimlerChrysler notierten rund 1,4 Prozent schwächer und fielen wieder unter die Marke von 40 Euro: Der Absatz von Importfahrzeugen in Japan ist im Oktober im Vergleich zum Vorjahresmonat um 1,2 Prozent auf 18.996 Einheiten gesunken. Im Gegensatz zu BMW und Audi verzeichneten Mercedes Benz und Chrysler ein Absatzminus.
Neuer Markt nach Konjunkturdaten schwächer
Die feste Nasdaq und die Zahlen von Cisco hatten für einen festen Start am Neuen Markt gesorgt. Nach Bekanntgabe der Arbeitslosenzahlen gab der Index jedoch wieder nach und baute nach Eröffnung der Nasdaq sein Minus aus.
Die T-Online -Aktie ist ins Minus gerutscht und schloss 2,5 Prozent schwächer auf 10,14 Euro. Im frühen Handel kletterte das Papier noch um knapp vier Prozent, nachdem der Konzern seine Geschäftszahlen bekannt gegeben hatte, die über den Erwartungen der Analysten lagen. T-Online hat in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres den Umsatz auf 809 Millionen Euro (von 543 Millionen Euro) gesteigert. Der Verlust sei von 57 Millionen Euro im zweiten Quartal auf 35 Millionen Euro im dritten Quartal verringert worden, hieß es.
Die Aktien von Adva gaben 5,2 Prozent auf 4,36 Euro nach, nachdem der Netzwerkausrüster schlechte Zahlen veröffentlicht hat. Im dritten Quartal weitete Adva seinen Pro-Forma-Verlust von 0,1 Millionen Euro im Vorjahr auf 0,6 Millionen aus. Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahr um 16,9 Prozent auf 23,2 Millionen Euro.
Die Aktien des angeschlagenen Multimedia-Unternehmens Metabox reduzierten ihre Verluste auf ein Minus von 10,8 Prozent auf 0,91 Euro. Am Vortag waren die Papiere zum Handelsschluss um 59,38 Prozent auf 1,02 Euro geklettert. Metabox hatte am Vorabend seinen Insolvenzantrag zurückgezogen, nachdem das Wirtschaftsministerium Niedersachsen dem Unternehmen eine Landesbürgschaft in Aussicht gestellt hatte.
Kurs des Euro unverändert
Die Europäische Zentralbank (EZB) ließ den Referenzkurs des Euro bei 0,8961 Dollar. Der Dollar kostete damit 2,1826 Mark. Gegen Handelsschluss in Deutschland kostete die Gemeinschaftswährung 0,8983 Dollar.