Börsenschluss: Ausverkauf bei T-Aktie - DER SPIEGEL
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Börsenschluss Ausverkauf bei T-Aktie

Das durchwachsene Börsenwetter in New York konnte die Stimmung zum Wochenauftakt nicht gänzlich eintrüben. Während Nemax-50, Nasdaq und Dow deutlich verloren, behauptete sich der Dax im Plus. Aktie des Tages waren BMW.
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Frankfurt am Main - Der Dax konnte sich mit einem leichten Plus von 0,4 Prozent auf 6675 Punkte in die Gewinnzone retten. Der Nemax-50 dagegen verlor um 1,5 Prozent auf 2770 Zähler. Besser ging es da den 70 umsatzstärksten Nebenwerten: Der M-Dax legte 0,9 Prozent auf einen Schlussstand von 4643 Punkten zu.

Händlern zufolge hatte sich der Markt auf Grund des kleinen Verfallstages an der Terminbörse am Freitag ohne klare Tendenz präsentiert. "Wir haben heute einen typischen Konsolidierungstag. Der Markt ist bei niedrigen Umsätzen sehr uneinheitlich und verhalten", kommentierte Alexander Koch, Aktienhändler bei der KBC Bank Deutschland. "Es fehlt an Unternehmensmeldungen, die für ein Kursfeuerwerk sorgen könnten", fügte er hinzu.

Wall Street begrenzt im späten Handel Verluste

Händlern zufolge hatte auch der Ifo-Geschäftsklimaindex kaum Auswirkungen auf den deutschen Aktienmarkt gehabt. Der Index sank auf 96,5 Punkte von 97,0 Punkten im Vormonat und erreichte damit seinen tiefsten Stand seit Oktober 1999.

Der Dow Jones notierte bei Frankfurter Börsenschluss 0,4 Prozent tiefer, erholte sich aber bis gegen 21.20 Uhr MEZ auf minus 0,1 Prozent. Der Nasdaq verlor zwischenzeitlich deutlich mehr als ein Prozent, machte aber ebenfalls einen Teil seiner Verluste wieder wett und notierte bis gegen 21.20 Uhr MEZ noch minus 0,2 Prozent schwächer. Der Computerhersteller Dell zog PC-Werte in den Keller, nachdem das Unternehmen für das vierte Quartal einen unter den Erwartungen liegenden Gewinn pro Aktie mitgeteilt hatte.

Letsbuyit.com: Paukenschlag am Morgen

Für den Paukenschlag des Tages hatten bereits am Morgen Letsbuyit.com gesorgt, die binnen weniger Minuten knapp 40 Prozent auf 0,17 Euro verloren und im Tagesverlauf um diesen Wert pendelten. Der angeschlagene niederländische Internet-Händler muss bis zum kommenden Mittwoch neue Mittel in Höhe von vier Millionen Euro organisieren. Der Titel geriet auch durch das Auslaufen der Haltefrist für Altaktionäre unter Druck. Schlusskurs: 0,16 Euro.

Defensive Werte standen dagegen bei den meisten Anlegern hoch im Kurs: Spitzenreiter im Dax war die BMW-Aktie mit einem Plus von 4,05 Prozent auf 38,50 Euro. Die Aktien des Münchener Autokonzerns profitierten nach Meinung von Analysten von einem Bericht in der Online-Ausgabe des US-Anlegermagazin "Barron's". Darin ging es - wieder einmal - um einen möglichen Verkauf der Unternehmensanteile der Familie Quandt.

Telekom und SAP vor Bilanzzahlen schwach

ThyssenKrupp kletterten um 1,9 Prozent auf 18,79 Euro, während Siemens um 0,83 Prozent auf 154,80 Euro nachgaben. Händler führten das auf Gewinnmitnahmen zurück, nachdem das Transrapid-Geschäft mit China bald abgeschlossen sein wird. Das hätten Anleger erwartet, die nun ihre Gewinne realisierten. Nach wochenlangen Verhandlungen hatten beide Seiten am Sonntag eine Einigung über den Bau einer Transrapid-Trasse zwischen dem Flughafen Shanghai und der Hafenmetropole erzielt.

Zu den Tagesverlierern gehörten im Sog der Nasdaq die Technologietitel: Schwächster Dax-Wert war die T-Aktie mit einem Minus von 5,2 Prozent auf 36,73 Euro; SAP gaben im Handelsverlauf 0,78 Prozent auf 188,50 Euro ab. Beide Unternehmen legen an diesem Dienstag ihre vorläufigen Jahreszahlen vor. Auch Infineon und Epcos standen unter starkem Verkaufsdruck.

Die T-Aktie und andere europäische Telekomwerte belastete zudem France Télécom, weil die Preisspanne für die britische Mobilfunktochter Orange um 20 Prozent unter den Erwartungen blieb.

Beiersdorf mit Nivea wie geschmiert

KarstadtQuelle mussten 0,9 Prozent auf 36,19 Euro abgeben. Die Essener Kaufhauskette hatte vor Handelsbeginn für das Geschäftsjahr 2000 vorläufige Zahlen bekannt gegeben, die schlechter als erwartet ausgefallen waren.

Im Gegensatz dazu starteten die Aktien der Beiersdorf AG nach der Bekanntgabe vorläufiger Unternehmenszahlen für 2000 mit kräftigen Gewinnen in die Handelswoche. Die im M-Dax notierten Papiere des Hamburger Konzerns legten 7,7 Prozent auf 108,50 Euro zu.

Rätselraten über Kurssprung bei Infogenie

T-Online verloren 4,7 Prozent auf 15,15 Euro. Händler führten die Kursabschläge auf Gewinnmitnahmen zurück. Außerdem habe der Markt die Befürchtung, dass das Unternehmen am Mittwoch ein schwaches Ergebnis veröffentlichen würde, hieß es weiter.

Die Aktien von Infogenie führten die Gewinnerliste bei den Wachstumswerten mit einen Plus von 52,9 Prozent auf fünf Euro an. Händler konnten keinen fundamentalen Grund für den Kursanstieg ausmachen, sagten aber, die Aktie werde im Zuge der zuletzt allgemein positiven Stimmung für Technologiewerte wieder gekauft.

Euro fällt und fällt

Abwärts ging es zu Beginn der Woche auch für den Euro: Die Europäische Zentralbank legte den Referenzkurs am Mittag auf 0,9290 (Freitag: 0,9400) fest. Der Dollar kostete damit 2,1053 (2,0807) Mark.