Börsenschluss DaimlerChrysler stürmt die Spitze
Frankfurt am Main - Der Dax stieg um 0,98 Prozent auf 6693 Punkte. Aufwärts ging es auch bei den Wachstumswerten: Der Nemax-50 kletterte um 1,19 Prozent auf 2640 Zähler. Um 0,70 Prozent auf 4850 Zähler ging es für die Werte im M-Dax nach oben. "Die Anleger scheinen wieder Mut zu schöpfen", fasste ein Händler die Stimmung zusammen. Er schränkte jedoch ein, dass die Umsätze insgesamt recht dünn gewesen seien.
Die Aktie von DaimlerChrysler verteuerte sich um 3,52 Prozent auf 52,07 Euro und war damit Dax-Gewinner. Händler begründeten die Kursgewinne mit den verbesserten Absatzzahlen in Japan. Der Autokonzern konnte im Januar 1,7 Prozent mehr Mercedes-Fahrzeuge verkaufen als im Vorjahreszeitraum. Auch BMW zogen um 2,50 Prozent auf 38,90 Euro an.
Das Schlusslicht bildete dagegen die Aktie des Touristikkonzerns Preussag, die um 3,14 Prozent auf 42,28 Euro nachgab. Die zum Preussag-Konzern gehörende TUI Business Travel hat mit zwei Partnern aus den USA und Australien ein weltweit agierendes Unternehmen für Geschäftsreisen gegründet. Anleger fürchten jedoch hohe Startkosten.
Bankentitel im Plus
Deutsche Bank kletterten um 3,43 Prozent auf 99,70 Euro. Der deutsche Branchenriese hat sein europäisches Anlagefinanzierungs-, Leasing- und Fuhrpark-Managementgeschäft an die französische Société Générale verkauft. Gerüchte über die Höhe des Verkaufserlöses ließen die Aktie in die Höhe schießen.
Die Aktien der Commerzbank stiegen trotz negativer Analysten-Einstufungen um 0,43 Prozent auf 30,65 Euro. Dresdner Kleinwort Wasserstein hatte das Kursziel der Commerzbank von 38 Euro auf 35 Euro reduziert. Die Investmenttochter der Dresdner Bank begründete ihren Schritt mit den enttäuschenden Commerzbank-Geschäftsergebnissen für das Jahr 2000. Auch die Analysten von Lehman Brothers äußerten sich kritisch und bestätigten das Papier als "Underperformer".
Im Mittelfeld bewegten sich auch ThyssenKrupp, die 0,36 Prozent auf 19,50 Euro zulegten. Die Meldung über Verhandlungen des Industriekonzerns mit National Steel und AK Steel in den Vereinigten Staaten sowie den japanischen Produzenten Kawasaki Steel und NKK habe nicht gerade wie ein Blitz eingeschlagen, sagte ein Händler. "ThyssenKrupp ist ein Unternehmen, das schon lange international tätig ist", erläuterte er.
Technologiewerte zeigten sich uneinheitlich. Die Aktie der Siemens-Tochter Infineon litt weiterhin unter düsteren Zukunftsaussichten für die Halbleiterindustrie. Das Papier verbilligte sich um 2,28 Prozent auf 43,25 Euro. Der Titel des Herstellers elektronischer Bauelemente Epcos profitierte hingegen von einer Hochstufung und verteuerte sich daraufhin um 2,01 Prozent auf 90,36 Euro.
Die Deutsche-Börse-Aktie legte an ihrem zweiten Handelstag um 3,35 Prozent auf 385,50 Euro zu.
Neuer Markt bekommt Rückenwind von der Nasdaq
Die Kurse am Neuen Markt in Frankfurt haben sich mit dem Rückenwind der Nasdaq bis zum Dienstagabend deutlich erholt. Händler sprachen trotz des sich aufhellenden Bildes von einem eher "langweiligen" Handelstag. Es habe lediglich Aufträge von Kleinanlegern gegeben, institutionelle Investoren stünden weiterhin an der Seitenaus-Linie.
Wieder einmal standen das Internet-Einkaufsportal Letsbuyit.com im Rampenlicht: Das Unternehmen hatte am Montagabend nach Börsenschluss bekannt geben können, der drohende Konkurs sei in weite Ferne gerückt. Man habe Zusagen über eine Summe von 52 Millionen Euro erhalten und könne deshalb den Betrieb des Internetdienstes weiterführen. Letsbuyit.com schlossen 57,69 Prozent fester bei 0,82 Euro nachdem sie zur Eröffnung bei 1,20 Euro gehandelt worden waren.
Wie bereits zum Wochenbeginn legten die zuletzt bei den meisten Investoren wenig beliebte Aktie von Intershop Communications erneut kräftig zu. Der Gründer des Jenaer Softwarespezialisten, Stephan Schambach, hatte am Wochenende in einem Interview angekündigt, dass das Unternehmen noch in diesem Jahr schwarze Zahlen schreiben werde. Die Intershop-Aktie verteuerte sich um 10,65 Prozent auf 9,25 Euro.
Ein kräftiges Kursplus verzeichneten die Aktien der Brokat Infosystems, weil der Computerhersteller Compaq in Zukunft ein weiteres Computerprogramm des Stuttgarter Unternehmens vertreiben wird. Die Aktien schlossen nahe Tageshoch bei 23,20 Euro. Das sind 25,07 Prozent mehr als am Vortag.
Großauftrag für I-D-Media
Ein Millionen-Auftrag der Deutschen Telekom machte die Aktie von I-D-Media für viele Börsianer zu einem der Liebling des Tages. Dank eines Rahmenvertrags mit der Telekom stünden in den Auftragsbüchern für das laufende Geschäftsjahr bereits heute mindestens 25 Millionen Mark auf der Haben-Seite. Die Aktie der Berliner Internetagentur beendete den Handelstag auf Tageshoch. 10,60 Euro bedeuten ein Kursplus von 58,21 Prozent.
Gleichfalls auf Tageshoch schlossen Brainpool nach der Vorlage vorläufiger Zahlen Bilanz für das abgelaufene Jahr. Das Unternehmen habe "beeindruckende Zahlen" vorgelegt, die von den meisten Anlegern honoriert würden, sagte ein Händler. Das Papier verteuerte sich bis zum Abend um 26,36 Prozent auf 13,90 Euro.
Der angeschlagene Medienkonzern EM.TV wird nach einem Bericht des "Müncher Merkur" fortan exklusiv mit der Kirch Gruppe verhandeln. Vorstandschef Thomas Haffa habe sich mit einem entsprechenden Ansinnen durchgesetzt. Zuvor hatte der gleichfalls am Neuen Markt notierte Prozess-Finanzierer Foris und das Wirtschaftsmagazin "Capital" für geschädigte Aktionäre des angeschlagenen Medienunternehmens ein Klagemodell ohne finanzielles Risiko entwickelt. Während Foris-Aktien um 9,21 Prozent auf 6,90 Euro abgaben, sanken EM.TV um 2,60 Prozent auf 7,87 Euro ab.
Um 6,01 Prozent auf 18,30 Euro gaben die Aktien der Comdirect Bank nach einer pessimistischen Prognose von Vorstandschef Bernt Weber ab. "Wenn wir in diesem Jahr rund 100.000 Kunden hinzugewinnen können, ist dies eine gute Zahl", zitierte ihn die "Börsen-Zeitung"
Freundliche Tendenz in Europa
In Paris stieg der EuroStoxx aus den 50 wichtigsten europäischen Werten um 0,82 Prozent auf 4706 Punkte. Die Aktien in London und Paris legten ebenfalls zu.
Der Euro verbilligte sich am Dienstag gegenüber dem Dollar. Die Europäische Zentralbank legte den Kurs des Euro auf 0,9322 (0,9425) Dollar fest. Der Dollar kostete 2,0980 (2,0752) Mark.
Der Rentenmarkt gab leicht nach. Der Bund-Future zehnjähriger Staatsanleihen verlor 0,1 Prozent auf 109,18 Punkte. Der Rentenindex Rex fiel ebenfalls um 0,1 Prozent bei 112,82 Zähler. Die Bundesbank hatte die Umlaufrendite am Mittag auf 4,74 (Montag: 4,75) Prozent festgestellt.