Börsenschluss Dax schafft den Sprung ins Plus
Frankfurt am Main Unterstützt von den steigenden Kursen an der Wall Street hat der Dax am Mittwoch nach anfänglichen Verlusten noch den Sprung in die Pluszone geschafft. Das Börsenbarometer stieg bis Handelsende um 0,19 Prozent auf 3212 Punkte. Zwischenzeitlich war es um knapp drei Prozent in die Verlustzone gesackt. Dagegen fiel der MDax um rund ein halbes Prozent auf 3089 Zähler. Am Neuen Markt gewann der Nemax50 rund 1,70 Prozent auf 430 Punkte.
Finanz- und Technologiewerte in New York gefragt
Zu Handelsschluss in Deutschland gewann der Dow Jones 1,8 Prozent auf 8623 Punkte hinzu. Der Nasdaq Composite rückte um drei Prozent auf 1415 Zähler vor. Unter den Branchen zeigten sich vor allem die Einzelhandelswerte mit Aufschlägen. Doch auch Technologiewerte waren gefragt. IBM gewannen 3,55 Prozent auf 81,15 Dollar. Das Unternehmen hatte mitgeteilt, es werde ein Forschungs- und Entwicklungsbudget von einer Milliarde Dollar dem Bereich Consulting und Computerdienstleistungen zuschlagen, statt die Gelder in die traditionelle Informationstechnologie zu investieren. Zu den Gewinnern zählen auch Halbleiterwerte. So erhöhen sich unter anderem Intel um 4,80 Prozent auf rund 19 Dollar.
Citigroup strahlten positiv auf den gesamten Finanzsektor aus. Die UBS Warburg hat das "Strong Buy"-Rating für den Titel bekräftigt. Der Wert gewann 3,70 Prozent auf 37,80 Dollar. American Express rückten um mehr als vier Prozent vor, J.P. Morgan Chase gewannen fast sieben Prozent auf 23,48 Dollar.
Spannend wird es für die Anleger noch einmal nach Börsenschluss: Der US-Computerhersteller Hewlett-Packard wird seine Quartalsbilanz für das abgelaufene vierte Geschäftsquartal vorlegen. Analysten rechnen mit einem Ergebnis von 22 US-Cent je Aktie (EPS). Beim Umsatz rechnen sie mit 17,3 Milliarden Dollar.
Technologiewerte stützen Dax
Starke Nasdaq treibt in Frankfurt Techwerte an
Vor allem die Kursgewinne der Technologiewerte haben den Dax zum Handelsschluss am Mittwoch ins Plus gezogen, hieß es. Die deutsche High-Tech-Branche profitierte Händlern zufolge von den steigenden Kursen der US-Konkurrenz. Diese wiederum sei von der Hoffnung auf eine Konjunkturbelebung beflügelt worden. So stieg der Philadelphia Halbleiter-Index bis zum Börsenschluss in Deutschland um mehr als sieben Prozent.
Im MDax stiegen die Dyckerhoff -Titel von Übernahmefantasien beflügelt um bis zu 20 Prozent, während die Aktien von Medigene nach dem Erhalt eines US-Patents zeitweise um mehr als 50 Prozent in die Höhe schnellten.
Mit einem Plus von 2,5 Prozent auf 9,13 Euro gehörten die Aktien von Infineon zu den größten Gewinnern im Dax. Die Titel des Börsenschwergewichts Siemens stiegen um 1,9 Prozent auf 47,41 Euro. SAP gewannen immerhin noch rund ein Prozent hinzu. Abgeschlagen dagegen gaben die Aktien von Epcos rund 1,50 Prozent nach. Hier hatte das Minus im Handelsverlauf allerdings zeitweilig mehr als sieben Prozent betragen. Epcos wird am 23. Dezember seinen Platz im Dax an die Deutsche Börse abtreten.
Aktien der Versicherer legten Kehrtwende hin
Unterdessen drehten die Aktien der Versicherer, die zunächst noch vom Untergang des Öltankers "Prestige" vor der spanischen Küste unter Druck gesetzt worden waren, parallel zum Gesamtmarkt ins Plus. Die Sorgen vor hohen Forderungen angesichts der drohenden Umweltkatastrophe durch das ausgelaufene Öl seien im Tagesverlauf zunehmend in den Hintergrund getreten, sagten Börsianer. Händler hatten die Kursverluste bei der Allianz indes auch auf die Absenkung der Bonitätseinstufung des Konzerns durch die prominente Ratingagentur Moody's zurückgeführt. Laut einem Pressebericht muss eine Allianz-Tochter in den USA zudem millionenschwere Abschreibungen für eine auf "Junk-Status" herabgesetzte Anleihe vornehmen.
Die Aktien von Allianz und Münchener Rück schlossen letztlich jeweils rund ein Prozent im Plus bei 104,90 beziehungsweise 140,65 Euro. Das größte Minus im Dax verbuchten derweil die Papiere der Commerzbank . Nach einer Senkung der Bonitätseinstufung durch die Rating-Agentur Fitch verbilligten sie sich um 2,2 Prozent auf 7,46 Euro.
Auf der Verliererseite stand außerdem die Deutsche Post . Bei der "Aktie Gelb" hätten drohende Streiks für den Verlust von 1,8 Prozent auf 11,10 Euro gesorgt, sagten Börsianer. Die Gewerkschaft ver.di hat wegen möglicher Filial-Schließungen für die Weihnachtszeit Proteste angedroht.
Bei den Automobilwerten sanken die Titel von DaimlerChrysler um 1,6 Prozent auf 33,10 Euro. Händler verwiesen zur Begründung auf die trübe Branchenstimmung in Europa. Der europäische Subindex für diese Branche verlor 1,3 Prozent.
Dyckerhoff profitierte von Übernahmefantasien
Im MDax schlossen die Aktien von Dyckerhoff 6,1 Prozent höher bei 5,94 Euro. Nach Angaben des Wiesbadener Konzerns wird der italienische Zementhersteller Buzzi Unicem neuer Hauptaktionär. Die Anleger spekulierten nun offenbar auf eine Komplettübernahme von Dyckerhoff, sagten Händler. Buzzi dementierte allerdings entsprechende Pläne.
Hannover Rück verlor nach Vorlage der Geschäftszahlen rund zwei Prozent auf 23,25 Euro. Die Bilanz sei weitgehend im Rahmen der Erwartungen ausgefallen, sagte ein Beobachter. Die Prämieneinnahmen lägen etwas niedriger, das Nettoergebnis am oberen Ende der Schätzungen. Die Warnung, dass das ursprünglich geplante Ebit (Gewinn vor Zinsen und Steuern) 2002 nicht erreicht werde, sei nicht dramatisch da am Ziel für den Gewinn nach Steuern festgehalten werde.
IVG Immobilien hatte wie erwartet gute Zahlen geliefert, die Aktie schloss zehn Prozent fester auf 10,10 Euro. Dürr dagegen hat die Ergebnisprognose verfehlt. Die Aktien gaben 5,40 Prozent auf 16,10 Euro ab.
Am Neuen Markt lagen die Papiere von Medigene 40 Prozent im Plus bei 5,04 Euro. Das Biotechnologieunternehmen hat eigenen Angaben zufolge in den USA ein Patent für einen Hauttest auf bestimmte Krebsviren erhalten. "Am Umsatz wird das in den nächsten zwei Jahren vermutlich aber nicht viel ändern", sagte der Analyst Thomas Richter von M.M. Warburg.