Börsenschluss Deutsche Indizes bleiben im Minus
New York/Frankfurt am Main - Der Dow Jones notierte gegen 20 Uhr 0,4 Prozent fester bei 9299 Punkten. Der Technologieindex Nasdaq Composite gewann 0,2 Prozent auf 1748 Zähler.
Schlechteste US-Arbeitsmarktdaten seit über 20 Jahren
Am Nachmittag waren die neuesten Arbeitsmarktdaten aus den USA publiziert worden. Im Oktober ging die Zahl der Beschäftigten um 415.000 zurück, so stark wie seit mehr als 21 Jahren nicht mehr, teilte das Arbeitsministerium in Washington mit. Die Arbeitslosenquote stieg von 4,9 im September auf 5,4 Prozent. Analysten hatten einen Beschäftigungsrückgang von 289.000 erwartet und eine Arbeitslosenquote von 5,2 Prozent. Für den November erwarten Experten eine Arbeitslosenquote, die deutlich über sechs Prozent liegt.
Die Arbeitsmarktdaten sind die letzten Indikatoren vor der Zinsentscheidung der US-Notenbank am Dienstag. Allgemein wird am Markt die zehnte Zinssenkung in diesem Jahr erwartet. Derzeit liegen die Leitzinsen bei 2,5 Prozent. Die Verluste in den Indizes hielten sich am Nachmittag in Grenzen, weil einige Börsianer nun auf Zinssenkung um 50 Basispunkte spekulieren.
Microsoft: Rallye geht weiter
Die Aktien von Microsoft lagen auch heute wieder mit 1,7 Prozent deutlich im Plus. Microsoft und das Justizministerium haben den mehrjährigen Rechststreit beigelegt. Priceline gehörte dagegen zu den Gewinnern, da die Ergebnisse für das dritte Quartal über den gesenkten Prognosen lagen.
Dax baut Verluste aus
Der Dax notierte gegen 20 Uhr 1,1 Prozent schwächer und rutschte deutlich unter die Marke von 4600 Zähler. Die Wachstumswerte im Nemax 50 notierten mit 0,5 Prozent im Minus bei 1059 Punkten. Am Vormittag hatte der Reuters-Einkaufsmanager-Index (PMI) die Stimmung eingetrübt. Der Indikator für das verarbeitende Gewerbe in der Euro-Zone sei im Oktober auf 42,9 Punkte weiter eingebrochen, nachdem er bereits im September mit 45,9 Punkten ein Rekord-Tief erreicht hatte, teilte die Forschungsgruppe NTC mit.
Chiptitel trotzen der Schwäche
Die Technologiewerte in Frankfurt wurden gegen den schwächeren Gesamttrend von guten Branchennachrichten aus den USA beflügelt. Die Semiconductor Industry Association (SIA) hat am Vorabend mitgeteilt, dass der globale Halbleiterabsatz im September sehr viel schwächer zurückgegangen sei als von Experten befürchtet. Für das kommende Jahr erwarten die Experten einen deutlichen Umsatzanstieg.
In der Gewinnerliste notierten die Aktien von Epcos (plus 1,7 Prozent auf 50,60 Euro) und Fresenius (plus 1,5 Prozent auf 49,70 Euro). Empfehlung stützt Deutsche Bank
Die Titel der Deutsche Bank gewannen am dritten Tag in Folge hinzu und kletterten bis Handelsschluss um 1,5 Prozent auf 64,41 Euro. Das Investmenthaus Merrill Lynch hat die Aktie kurzfristig auf "Akkumulieren" gestuft und sieht in dem Papier langfristig sogar einen "Kauf". Das Kursziel erhöhte das Investmenthaus von 68 auf 75 Euro.
Einem Bericht der "Welt" zufolge wird die Bank deutlich mehr Stellen abbauen als bisher angekündigt. Die Zeitung beruft sich auf Unternehmenskreise und spricht von 15.000 Stellen, die wegfallen könnten. Offiziell stehen nur 7100 Arbeitsplätze auf der roten Liste. Auch die Commerzbank konnte am nachmittag um mehr als zwei Prozent zulegen.
Erster Anthrax-Fall in Deutschland: Post gibt nach
Die Automobilwerte konnten nicht von den guten Absatzzahlen in den USA profitieren. Die Aktien von DaimlerChrysler lagen im Minus, Volkswagen und BMW standen gegen Abend leicht im Plus.
Deutliche Verluste mussten der Finanzdienstleister MLP und die Aktie der Deutsche Post hinnehmen. Die Nachrichten vom mit Anthrax-Sporen verseuchten Briefen in Thüringen und Schleswig-Holstein belasteten den Logistik-Konzern. Zu den Verlierern zählten auch die Papiere der Deutsche Telekom , die 304 Prozent auf 16,68 Euro nachgaben.
Neuer Markt: Gewinnmitnahmen bei GPC
Die im Nemax 50 notierte Aktie von Steag Hamatech verlor nach schwachen Geschäftszahlen zeitweise mehr als fünf Prozent. Positiv reagierte die Börse dagegen auf die Zahlen von Brainpower. Der Umsatz stieg im dritten Quartal um 960.000 Euro auf 2,2 Millionen Euro. Der Verlust vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen fiel auf 1,9 Millionen Euro nach minus 2,4 Millionen Euro im zweiten Quartal. Die Aktie konnte im Handelsverlauf merh als 40 Prozent zulegen.
Zocker haben unterdessen den Pennystock Fantastic wieder entdeckt. Die Aktie führte die Gewinnerliste im Nemax 50 kurzzeitig mit einem Kursaufschlag von rund 18 Prozent auf 0,57 Euro an. Unternehmensnachrichten zu diesem Wert gab es nicht. Gewinnmitnahmen drückten GPC Biotech um mehr als zehn Prozent ins Minus: Die Aktie hatte am Vortag mehr als dreißig Prozent zugelegt, nachdem Altana seinen Anteil an GPC erhöht hatte. Tagessieger im Nemax war die Aktie der Softing AG, die mit einem Plus von 44,8 Prozent bei 2,10 Euro schloss.
Die Deutsche Börse hat die Aktien des Logistik-Softwareanbieters Lipro AG mit Wirkung zum 3. Dezember vom Handel am Neuen Markt ausgeschlossen. Grund für diese Maßnahme seien neben der Eröffnung des Insolvenzverfahrens auch Verstöße gegen das Regelwerk des Marktsegmentes, teilte die Deutsche Börse am Freitag in Frankfurt mit.
Euro schwächer
Der Euro präsentierte sich etwas schwächer. Die Devisenhändler hätten bereits die Zinsentscheidungen der US-Notenbank Fed und der Europäischen Zentralbank (EZB) in der kommenden Woche im Blick, sagten Marktteilnehmer. Die europäische Gemeinschaftswährung notierte gegen 20 Uhr bei 0,9022 Dollar.