Börsenschluss Frankfurt Autowerte hoch im Kurs
Frankfurt am Main Kursgewinne bei den US-Aktien an der Wall Street haben den deutschen Aktienindex freundlich ins Wochenende gehen lassen. Während die US-Börsen feiertagsbedingt bereits um 19 Uhr (MEZ) schlossen, legte der Dax zum Schluss bei geringsten Umsätzen um 0,52 Prozent auf 5150,97 Zähler zu. Der Nemax 50 gab am Neuen Markt um 0,23 Prozent auf 1314 Punkte nach, hatte seine Verluste im Handelsverlauf allerdings deutlich reduzieren können.
US-Börsen schließen fest
Der Dow-Jones beendete den Handel um 1,27 Prozent höher auf 9959 Punkte. Der Nasdaq Composite schloss mit 1,5 Prozent im Plus bei 1903 Zählern. Das Volumen der umgesetzten Papiere war jedoch insgesamt gering. An der New York Stock Exchange (NYSE) wurden lediglich rund 414 Millionen Papiere gehandelt. Bei einem herkömmlichen Handelstag liegt es sonst bei rund 1,4 Milliarden Aktien.
Optimismus darüber, dass mit der einsetzenden Weihnachtszeit die Verbraucher wieder mehr Geld ausgeben würden, habe der Wall Street zu Gewinnen verholfen, sagte Rick Meckler, President des Investmenthauses LibertyView. Vor diesem Hintergrund waren besonders Aktien der Einzelhandelsbranche. Darüber hinaus habe die Hoffnung auf eine Erholung der Wirtschaft im kommenden Jahr zu einem Anstieg der Kurse geführt. Die Anleger hätten angefangen, nach vorne zu blicken und gingen davon aus, dass sich einige Aktienwerte erholen könnten, sagten Händler.
DaimlerChrysler-Aktionäre hoffen auf US-Konjunkturerholung
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"Die US-Börsen ziehen an, da läuft der Markt hier hinterher", kommentierte ein Händler den Handelsverlauf in Deutschland. Im Mittelpunkt des Handels am deutschen Aktienmarkt standen im späten Handel die Aktien von DaimlerChrysler , die die Liste der Kursgewinner im Dax mit einem Plus von mehr als sechs Prozent auf 49,70 Euro anführten.
Georg Stürzer, Analyst bei der HypoVereinsbank in München, sagte: "Die Aktie liegt gut im Markt, es gibt momentan auch einen gewissen Trend hin zu Zyklikern. Daimler ist stark auf Nordamerika konzentriert und ich denke, man hofft jetzt auf eine Konjunkturerholung in den USA, und davon würde der Wert profitieren." Ein anderer Börsianer sagte, eine Investmentbank habe die DaimlerChrysler Aktie hochgestuft, was ebenfalls für Kursauftrieb sorge.
Die Titel Volkswagen kletterten um mehr als drei Prozent auf 52,70 Euro. Der Aufsichtsrat des Konzerns hatte erwartungsgemäß die neue Konzernstruktur und das Investitionsvolumen für die kommenden fünf Jahren verabschiedet. Demnach investiert Europas größter Automobilhersteller im Zeitraum 2002 bis 2006 rund 31 Milliarden Euro, vor allem in die Erweiterung und Modernisierung der Produktpalette. Im Sog der anderen Autotitel konnten sich BMW auf plus 1,46 Prozent bei knapp 39 Euro hocharbeiten.
Auf der Verliererseite standen neben Finanzwerten die Titel der Deutsche Telekom , mit einem Abschlag von 0,46 Prozent auf 19,38 Euro. Zeitweilig hatten die Papiere mehr als zwei Prozent verloren. Händler führten die Kursverluste unter anderem auf Gewinnmitnahmen zurück. Als psychologischer Faktor laste auch das Auslaufen der letzten Sperrfrist für ehemalige Voicestream-Aktionäre für den Verkauf von T-Aktien Ende des Monats auf dem Wert. Auch spiele die Neugewichtung des Index MSCI eine Rolle, in dem die Telekom aufgrund ihres relativ geringen Streubesitzes eine weniger wichtige Stellung haben wird.
Infineon wieder im Plus
Die Aktien des Chipherstellers Infineon schlossen nach einer Berg- und Talfahrt mit 1,56 Prozent auf 22,85 Euro im Plus. Infineon war bereits am Vortag gestern mit einem zweistelligen Plus aus dem Handel gegangen. Konzernchef Ulrich Schumacher hatte eine Erholung auf dem Chipsektor angedeutet. Goldman Sachs behält Infineon weiterhin auf seiner Empfehlungsliste. Auch die Aktien des Mutterkonzerns Siemens , der gestern von einer Heraufstufung durch Goldman Sachs profitiert hatte, drehte zuletzt wieder leicht ins Plus auf 67,80 Euro. Epcos dagegen zeigten sich 0,30 Prozent schwächer. Die Aktien von SAP drehten ins Plus und lagen bei Handelsende um 0,23 Prozent höher.
Neuer Markt: Brokat meldet Insolvenz an
Das Softwareunternehmen Brokat hat am Freitag die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt. Derzeit bestehe keine realistische Chance mehr, die am 12. November 2001 gemeldete Überschuldung zu beseitigen, erklärte das Unternehmen. Die Aktie wurde zeitweise vom Handel ausgesetzt und brach im Anschluss um mehr als 30 Prozent ein. Das Papier schloss mit einem Minus von 25 Prozent auf 0,39 Euro.
ConSors fielen um fast acht Prozent auf 9,08 Euro, was Analysten unter anderem mit der ungewissen Zukunft des Unternehmens erklärten. Dagegen stiegen die Titel von Teleplan am deutschen Wachstumssegment um mehr als fünf Prozent auf 19 Euro. Das niederländische Unternehmen hatte zuvor mitgeteilt, in den ersten neun Monaten Ergebnis und Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gesteigert zu haben.
Euro unter 88 Cent
Der Kurs des Euro ist am Freitag leicht gestiegen. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs bei 0,8795 (Donnerstag: 0,8778) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 2,2238 (2,2281) Mark. Zuletzt wurde die Währung 0,8789 Dollar gehandelt.