Börsenschluss Frankfurt Comeback der Finanztitel
Frankfurt am Main - Freundliche Konjunkturdaten aus den USA und Zahlen des PC-Herstellers Hewlett-Packard, die über den Erwartungen lagen, haben am Donnerstag für freundliche Stimmung an der Wall Street gesorgt. Vor allem Finanz- und Technologietitel profitierten beidseits des Atlantiks.
Der Dax ging 0,8 Prozent fester auf 4973 Zähler aus dem Handel, während der Nemax 50 0,2 Prozent fester bei 1066 Punkten schloss. Der Dow Jones notierte um 20 Uhr MEZ 0,3 Prozent fester bei 10015 Punkten, während der Nasdaq Composite weiterhin um den Vortagesschluss pendelte.
Zuletzt hatte der Dow Jones am 10. Januar über der Marke von 10.000 Punkten geshlossen, geschlossen, bevor Spekulationen über Bilanzierungs-Unregelmäßigkeiten bei einer Reihe führender US-Konzerne den Finanzmarkt schwer belastet hatten.
Die US-Konjunkturdaten deuten auf Erholung: Die Geschäfts-Lagerbestände sind im Dezember den elften Monat in Folge gesunken, während die Geschäfts-Umsätze unverändert blieben. Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung sank um 8.000 auf 373.000. Der fortlaufende Vier-Wochen-Durchschnitt der Erstanträge fiel auf 3,42 Millionen - den niedrigsten Stand seit dem 29. September 2001.
Warten auf Dell
Die Analysten von CSFB, Goldman Sachs und Merrill Lynch äußerten sich positiv zu den Quartalszahlen von Hewlett-Packard und hoben ihre Gewinnprognosen für 2002 an. Anleger warten nun auf die Zahlen des Computerherstellers Dell, der seine Zahlen nach Handelsschluss bekannt gibt.
Finanztitel im Dax erholt
Die Schwergewichte der Finanzbranche sind weiter auf Erholungskurs. Die Titel der Münchener Rück (plus 2,9 Prozent) und der Deutsche Bank (plus 2,8 Prozent) gehörten zu den größten Gewinnern im Dax. Auch die Allianz zeigte sich 2,1 Prozent fester. Die Finanztitel profiterten auch von einer freundlichen Stimmung an der Wall Street: JP Morgan hat American Express heraufgestuft.
Die Aktien von Linde gehörten ebenfalls zu den größten Gewinnern. Die Titel zogen um knapp drei Prozent auf 53,90 Euro an, was Händler unter anderem auf die Hochstufung auf "Buy" von zuvor "Market Perform" durch die Deutsche Bank zurückführten.
Technologie freundlich
Überwiegend freundlich präsentierten sich auch die Technologiewerte: Der Chiphersteller Infineon legte 2,7 Prozent zu. Der Chiphersteller hat mitgeteilt, eine Zusammenarbeit mit dem südkoreanischen Wettbewerber Hynix im SpeicherchipBereich nicht mehr zu verfolgen. Auch die Siemens-Aktie setzte mit einem Plus von 1,4 Prozent ihre Erholung fort. Ein Händler erklärte die Gewinne mit den am Vorabend veröffentlichten "guten Zahlen" des US-Computerkonzerns Hewlett-Packard. Für Druck auf die Siemens-Aktie dürfte nach Ansicht eines Händlers aber auch der Kampf der Münchener mit dem US-Mischkonzern General Electric sorgen. Beide Unternehmen bieten für die französische Legrand. Auch der Softwareanbieter SAP sowie die T-Aktie kletterten in den grünen Bereich.
Umsatzwarnung belastet Epcos
Lediglich die Anteilsscheine des Bauelementeherstellers Epcos tendierten gegen den Trend schwächer und schlossen mit einem Minus von 1,3 Prozent auf 44,40 Euro. Epcos rechnet im laufenden Geschäftsjahr 2001/02 mit einem Umsatzrückgang von bis zu 30 Prozent. Schwächster Wert im Index war erneut Fresenius Medical Care , die um knapp fünf Prozent einbrachen: Der Pharmahersteller hatte gestern bekannt gegeben, wegen der Rechtsstreitigkeiten in den USA höhere Rückstellungen zu bilden.
DaimlerChrysler: Säbelrasseln von Bombardier
DaimlerChrysler-Titel gingen ein Prozent schwächer auf 43,51 Euro aus dem Handel. Der kanadische Bahnbauer Bombardier will den Autobauer auf rund eine Milliarde Euro Schadenersatz verklagen. Es habe bei den Verhandlungen mit den Stuttgartern keine Einigung über bestimmte Vermögenswerte des Berliner Schienenfahrzeugbauers Adtranz gegeben, teilte Bombardier am Donnerstag mit. Die Kanadier hatten Adtranz von Daimler für rund 1,6 Milliarden Mark übernommen. Analysten räumen der Klage von Adtranz aber wenig Chancen ein.
Im MDax gaben die Aktien von Merck um mehr als zehn Prozent nach. Der Pharmakonzern hat im abgelaufenen Quartal weniger verdient als von Analysten erwartet und auf Grund des Ablaufs eines Patentes für 2002 einen Umsatzrückgang vorhergesagt.
Neuer Markt: Umschichtung im Nemax 50
Im Nemax 50 zählten die Fondswerte T-Online sowie Aixtron zu den Gewinnern. Schwächster Wert war erneut Intershop . Die Aktie verlor 13 Prozent und nähert sich der 1-Euro-Marke. Auch bei Lion Bioscience geht die Talfahrt weiter.
Die Deutsche Börse hat die Neugewichtung des Nemax 50 bekannt gegeben. Neulinge im Index sind demnach der Windkraftanlagenhersteller Nordex , der Anbieter von Versicherungs- und Finanzdienstleistungssoftware FJA und der Hersteller von Mobilfunktechnik Funkwerk . Aus dem Index fallen der insolvente Luxemburger Telekommunikationsausrüster Carrier 1 , das angeschlagene Softwareunternehmen Heyde und der Mainzer Kabelnetzbetreiber PrimaCom .
Euro gefallen
Der Kurs des Euro ist am Donnerstag gefallen. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs bei 0,8693 (Mittwoch: 0,8731) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 1,1504 (1,1453) Euro.