Börsenschluss Frankfurt: Gewinne zu Ostern - DER SPIEGEL
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Börsenschluss Frankfurt Gewinne zu Ostern

Dax und Nemax gehen mit Gewinnen ins Wochenende. Finanzwerte und Autotitel legen zu. Am Neuen Markt gibt ConSors trotz der Verkaufsgerüchte nach. Die Konjunkturdaten aus den USA sind durchwachsen.
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Frankfurt am Main – Der Dax kletterte am letzten Handelstag des Quartals um 0,9 Prozent und schloss bei 5395 Punkten, nachdem er im Handelsverlauf die Marke von 5400 Zählern schon überschritten hatte. Der Nemax 50 ging mit einem Plus von 0,7 Prozent auf 1027 Zähler aus dem Handel. Dem US-Standardwerteindex Dow Jones ging bei dünnen Umsätzen am Abend die Luft aus: Der Dow Jones notierte um 20 Uhr MEZ nur noch 0,1 Prozent im Plus bei 10440 Zählern. Der Technologieindex Nasdaq Composite legte bis 20 Uhr um 1,1 Prozent auf 1846 Punkte zu.

Gemischte Konjunkturdaten

Die US-Konjunkturdaten sind uneinheitlich ausgefallen. Während das Wachstum des Bruttoinlandsproduktes im vierten Quartal von 1,4 auf 1,7 Prozent nach oben revidiert wurde, stieg die Zahl der wöchentlichen Arbeitslosenanträge unerwartet deutlich. Zudem fielen die Unternehmensgewinne im vierten Quartal so stark wie seit vier Jahren nicht mehr.

Finanzwerte und Autotitel fest

Zu den Gewinnern im Dax gehörten am Donnerstag die Finanztitel. Commerzbank  , Allianz   und HypoVereinsbank   legten deutlich zu, und auch die Deutsche Bank   zeigte sich gut behauptet. Allianz-Vorstand Joachim Faber hat sich in der "Süddeutschen Zeitung" unzufrieden mit dem Tempo der Integration der Dresdner Bank in den neuen Allfinanzkonzern geäußert.

Auch die Technologiewerte tendierten überwiegend freundlich: Am stärksten legte der Elektronikkonzern Siemens   zu. Am deutlichsten schrumpften am späten Handel die Gewinne der Deutsche Telekom   . Sie ging nur minimal fester aus dem Handel, nachdem die Rating-Agentur Moodys das Kreditrating auf BAA 2 herabgestuft hat.

Der positive Ausblick von General Motors   konnte die Stimmung in der von Streiks und Stahl-Handelskrieg bedrohten Autobranche aufhellen. BMW   und Volkswagen   legten deutlich zu, während das Plus bei DaimlerChrysler   mit 0,6 Prozent etwas kleiner ausfiel. Der neue Mitsubishi-Chef und DaimlerChrysler-Manager Rolf Eckrodt hat ein umfassenderes Engagement des Stuttgarter Konzerns an Mitsubishi ausgeschlossen. Zu den wenigen Verlierern im Dax zählten am Donnerstag die Deutsche Post   und der Finanzdienstleister MLP  , die nach ihrer Kurserholung von Gewinnmitnahmen gedrückt wurden.

Neuer Markt: ConSors bleibt unter Druck

Kurssprung bei Kontron

Einer der größten Gewinner im Nemax 50 war Kontron   , der sich um rund 12 Prozent auf 11,20 Euro verbesserte. Die Analysten der Landesbank Baden-Württemberg hatten zuvor ihre Anlageempfehlung für die Aktie des Minicomputerherstellers auf "Kaufen" heraufgestuft.

Der DVD- und CD-Anlagenbauer Steag Hamatech   meldete am Donnerstag Zahlen, die besser als erwartet waren. Das Unternehmen will die Gewinnschwelle früher als geplant erreichen. Die Aktie kletterte mit einem Plus von 8,2 Prozent ebenfalls in die Spitzengruppe des Nemax 50. Bereits gestern hatte auch der Anlagenbauer Singulus   nach Zahlen deutlich zugelegt.

Auch die arg gebeutelte Aktie des Logistikers D.Logistics   legte nach Zahlen um knapp fünf Prozent zu. D.Logistics hat beim Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) deutlich weniger verdient als im Jahr zuvor, aber dennoch die selbst aufgestellten Prognosen übertroffen.

ConSors zum Billigtarif?

Der zweitgrößte deutsche Online-Broker ConSors   gab am Donnerstag um 2,1 Prozent auf 13,57 Euro nach, obwohl ein Käufer für ConSors gefunden scheint. Nach Berichten der FTD will voraussichtlich die französische BNP Paribas SA den Nürnberger Internet-Wertpapierhändler übernehmen. Der Kaufpreis soll bei höchstens 650 Millionen Euro liegen. Die anderen Broker im Nemax 50, comdirect   und DAB Bank   , legten dagegen leicht zu.

Viva nach Zahlen fester

Die Viva Media AG hat für 2001 einen geringeren Verlust als befürchtet ausgewiesen. Der Betriebsverlust vor Zinsen und Steuern (EBIT) sei zwar von 1,64 Millionen Euro auf 13,91 Millionen Euro ausgeweitet worden, aber hinter den prognostizierten 17,86 Millionen Euro zurückgeblieben. Das teilte VIVA am Donnerstag in Köln mit. 2002 möchte das Medienunternehmen wieder schwarze Zahlen schreiben. Die Aktie legte um knapp vier Prozent zu.

Euro schwächer

Der Euro notierte am Donnerstag Nachmittag bei 0,871 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hat den Referenzkurs bei 0,8724 (Mittwoch: 0,8746) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 1,1463 (1,1434) Euro. Der Rentenmarkt präsentierte sich uneinheitlich: Der Rex stieg um 0,07 Prozent auf 111,22 Punkte. Der Bund-Future sank um 0,18 Prozent auf 104,84 Zähler. Die Deutsche Bundesbank stellte die Umlaufrendite bei 5,09 Prozent fest.