Börsenschluss Frankfurt Rallye bei SAP
Frankfurt am Main Der Dax ging mit 0,9 Prozent Plus bei 5922 Punkten aus dem Handel. Die Wachstumswerte im Nemax 50 retteten einen Gewinn von 0,7 Prozent, blieben aber unter 1500 Punkten. Der Nasdaq Composite kämpfte am Abend weiter mit der 2000-Punkte-Marke, während der Industrieindex Dow Jones wieder leicht ins Minus rutschte.
Dennoch war die Stimmung entspannter als am Vortag. Die vom Softwarehersteller Oracle vorgelegten Zahlen hatten die Erwartungen der Analysten getroffen. Auch Lehman Brothers, Qwest und Ford überraschten den Markt mit positiven Nachrichten und guten Zahlen.
Spitzenreiter an zwei Fronten
In Frankfurt waren die Aktien von SAP der Star des Tages. Neben den überraschend guten Geschäftszahlen von Oracle profitierte das Papier überdies von positiven Analystenkommentaren. Goldman Sachs und die Deutsche Bank empfahlen die Aktie. Die Titel stiegen um 7,8 Prozent auf 165,70 Euro und waren Spitzenreiter im Dax. Die Tochter SAP SI führte derweil den Nemax 50 an.
Siemens verteuerten sich aufgrund von Analystenempfehlungen um 1,7 Prozent auf 74,60 Euro. Die T-Aktie legte 1,2 Prozent auf 23,89 Euro zu. Epcos und Infineon rutschten im späten Handel jedoch wieder ins Minus: Infineon ging mit einem Verlust von 3,7 Prozent auf 34,95 Euro aus dem Handel.
Autowerte fester
Volkswagen hat trotz anhaltender Probleme am deutschen Markt in den ersten fünf Monaten 2001 den weltweiten Absatz um 2,7 Prozent gesteigert. Insgesamt seien knapp 2,2 Millionen Fahrzeuge abgesetzt worden, teilte der Konzern mit. Die Aktie notierte 1,6 Prozent fester und schloss bei 55,70 Euro. DaimlerChrysler-Titel erholten sich um 1,1 Prozent und stiegen wieder über die 50-Euro-Marke.
Die Aktien der Deutschen Lufthansa verloren 2,7 Prozent auf 19,45 Euro und waren damit vor Infineon zweitschwächster Wert im Dax. In den USA hatte AMR, die Muttergesellschaft der weltgrößten Fluggesellschaft American Airlines, für das zweite Quartal eine Gewinnwarnung ausgegeben.
Neuer Markt: Geht Butter, geht Käse
Am Neuen Markt warnten Händler vor voreiligem Optimismus. "Die Verkäufer halten einmal einen Tag still", sagte ein Händler. Bei den Technologietiteln sei jetzt vielleicht ein Boden gefunden. Die Vergangenheit hätte aber gezeigt, dass eine fallende Nasdaq auf dem Weg nach unten vom Neuen Markt stets übertroffen wurde.
Die SAP-Tochter SAP Systems Integration stieg durch den "Oracle-Effekt" um knapp sechs Prozent auf 23,70 Euro. "Geht Butter, geht auch Käse", sagten Händler. Gewinner waren auch die Direktbanken Consors (plus 5,6 Prozent) und Comdirect mit einem Zuwachs von 4,7 Prozent.
EM.TV trennt sich von seinen Internet-Aktivitäten. Doch darauf lassen sich die Kursgewinne der Aktie wohl nicht zurückführen. Das Papier ist mittlerweile zu einem Objekt der Zocker geworden. Nach Verlusten von rund 16 Prozent am Vortag legte die Aktie heute zwischenzeitlich fast sieben Prozent, Gewinnmitnahmen reduzierten das Plus aber zuletzt auf 3,4 Prozent bei 2,70 Euro.
Noch mehr Spaß haben die Zocker mit dem Pennystock Metabox: Die Aktie legte um 38 Prozent auf 0,65 Cent zu, nachdem der Hersteller von Set-Top-Boxen bekannt gegeben hatte, er habe zwei neue Betreuerbanken gefunden.
Klappe fällt bei Filmtiteln
Filmtitel standen im Nemax 50 unter starkem Verkaufsdruck. Kinowelt brachen einen Tag nach der Hauptversammlung um 25 Prozent ein und schlossen bei 2,50 Euro. Highlight Communications (minus 13 Prozent auf 3,99 Euro) und Senator Entertainment (minus 6,7 Prozent auf 5,77 Euro) gaben ebenfalls stark nach.
Die Unsicherheiten bei Kinowelt hätten die anderen Titel mitgerissen, sagten Händler. Die weiterhin ungeklärte Frage der Liquidität und die unsicheren Aussichten im Filmrechtehandel lasteten auf der Aktie. "Wenn Kinowelt im Lizenzhandel kein Geld verdient, dann gehen Börsianer davon aus, dass Highlight dies auch nicht kann", hieß es.
Kabel New Media waren der größte Verlierer am Neuen Markt. Der Internet-Dienstleister hatte zuvor angekündigt, für das abgelaufene Geschäftsjahr einen Verlust von bis zu 130 Millionen Euro ausweisen zu müssen. Die Aktie verlor 33 Prozent auf 1,91 Euro.
Euro gefallen
Der Kurs des Euro ist am Dienstag unter 86 Cent gefallen. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 0,8563 (Montag: 0,8581) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 2,2840 (2,2793) Mark. Am Abend wurde der Euro für 0,8543 Cent gehandelt.