Börsenschluss Frankfurt: SAP angeschlagen - DER SPIEGEL
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Börsenschluss Frankfurt SAP angeschlagen

Eine Serie von Gewinnwarnungen beschert Technologietiteln deutliche Verluste. Der Dax fällt zum Handelsschluss unter 6000 Punkte. Am Neuen Markt legt EM-TV gegen den Trend deutlich zu. T-Online und Balda kommen unter die Räder.
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Frankfurt am Main – Der Dax ging mit einem Verlust von 116 Punkten (1,9 Prozent) auf einem Stand von 5915 Zählern ins Wochenende. Die Wachstumswerte im Nemax 50, die zwischenzeitlich knapp fünf Prozent in die Tiefe gerauscht waren, schlossen 1,7 Prozent schwächer bei 1493 Zählern. Der marktbreitere Nemax All Share gab 1,5 Prozent auf 1588 Punkte nach.

Eine Serie von Gewinnwarnungen an der Wall Street und schwache US-Börsen drückten auf die Märkte. Der Dow Jones notierte am Abend 0,3 Prozent schwächer, der Technologieindex Nasdaq Composite gab 1,2 Prozent nach und drohte erneut die 2000-Punkte-Marke nach unten zu durchschlagen.

Zu den Unternehmen, die ihre Prognosen nicht halten können, gehörten Schwergewichte wie Nortel Networks, JDS Uniphase und McDonald's. Zudem lasteten Gerüchte über mögliche Gewinnwarnungen von Microsoft und Cisco Systems auf dem Markt. Nun gehe die Angst um, sagten Händler.

In Frankfurt sorgte zudem der "Hexensabbat" für zusätzlichen (Ab)schwung. Die Umsätze waren sehr hoch, sogar höher als bei Verfallstagen üblich. Am Freitag verfielen sowohl Index- und Aktienoptionen als auch Futurekontrakte.

Goldman Sachs stärkt Deutsche Telekom

Nur drei Dax-Titel retteten ein Plus. Die Aktien der HypoVereinsbank legten 0,9 Prozent auf 58,10 Euro zu. Die Post World Net legte 0,7 Prozent auf 18,01 Euro zu. Die Deutsche Lufthansa verteuerte sich um 0,2 Prozent auf 20,10 Euro.

Die Deutsche Telekom notierte ein Prozent schwächer und schloss bei 24 Euro, war damit aber noch der stärkste Technologiewert. Das Papier der Deutschen Telekom profitierte zunächst von einer Empfehlung des Investmenthauses Goldman Sachs. Die Analysten sehen bei der Telekom Aufwärtspotenzial und sagten, dass die Wachstumsraten besser als erwartet ausgefallen seien. Am kommenden Montag erhöht sich zudem die Gewichtung der Deutschen Telekom im Dax.

Hightechs schwach, Gewinnwarnung von Philips

Die übrigen Technologiewerte verloren dagegen deutlich. Die Titel von SAP gaben als Dax-Schlusslicht 6,7 Prozent ab und fielen unter 150 Euro, obwohl die Aktie am Morgen von Goldman Sachs auf der Empfehlungsliste ("Recommended List") bestätigt wurde.

Die Aktien von Siemens (minus drei Prozent auf 76,25 Euro), Infineon (minus 3,5 Prozent) und Epcos (minus 1,4 Prozent) konnten sich der Technologieschwäche in USA und Europa ebenfalls nicht entziehen. Zusätzlich belastete eine Gewinnwarnung von Philips die Märkte.

DaimlerChrysler: Schrempp unter Druck

Deutlich im Minus notierten auch die Autowerte: Die Aktien von BMW (minus 3,1 Prozent auf 37,60 Euro) und DaimlerChrysler (minus 2,8 Prozent auf 50,50 Euro) verloren kräftig. Die Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre (SdK) will mit ihrer Klage gegen den Aktienoptionsplan von DaimlerChrysler möglicherweise vor den Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe ziehen.

Schlechte Stimmung am Neuen Markt

EM.TV gehörte mit einem Plus von 15 Prozent auf 3,12 Euro zu den wenigen Gewinnern im Nemax 50. Das Kartellamt hat die Frist für den Verkauf des EM.TV-Anteils an der Tele München bis Ende September verlängert.

Zulegen konnte auch die Aktie des Softwareherstellers Brokat. Die Aktie drehte im Handelsverlauf ins Plus uns legte bei hohen Umsätzen rund sieben Prozent auf 3,66 Euro zu. In den vergangenen Tagen war der Kurs dramatisch gefallen, nachdem das Bankhaus Metzler in einer Analyse ein Kursziel von null Euro ausgegeben hatte.

Bitterer Abschied von SER

Die Aktie von SER war mit einem Abschlag von 27 Prozent auf 5,10 Euro größter Verlierer im Nemax 50. Das Unternehmen steigt aus dem Nemax 50 ab und wird ab Montag durch Umweltkontor (plus 4,7 Prozent) ersetzt.

Ebenfalls schwach präsentierten sich die Titel des Handy-Ausrüsters Balda, die 12 Prozent auf 12,45 Euro abgaben. Das Unternehmen hat am Morgen eine Umsatzwarnung ausgegeben. Balda rechnet nun 2001 mit Umsatzerlösen von 192 Millionen Euro. Geplant waren rund 236 Millionen Euro.

Euro nach Intervention etwas leichter

Die schwedische Notenbank hat am Freitag zur Stützung der schwedischen Krone interveniert. Der Euro notierte daraufhin wieder etwas leichter bei 0,8615 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat am Freitag den Referenzkurs auf 0,8662 (Donnerstag: 0,8492) Dollar festgesetzt.