Börsenschluss Frankfurt SAP auf Höhenflug
Hamburg SAP & Co haben am Donnerstag den Dax nach oben gezogen. Von den Kurszuwächsen der Technologiewerte unterstützt, stieg der Dax um 1,73 Prozent auf 6591 Zähler. Am Neuen Markt kletterte der Nemax-50 um 4,99 Prozent auf 2470 Punkte. Der M-Dax gab um 0,22 Prozent auf 4836 Zähler nach. Zum Handelsschluss in Deutschland stand der Dow Jones mit 1,0 Prozent im Plus. Die Technologiebörse verzeichnete ein sattes Plus von 3,9 Prozent.
Eitel Sonnenschein herrschte vor allem bei den SAP-Aktionären, die sich über einen Kursgewinn von 10 Prozent auf 194,70 Euro freuen konnten. Wie andere Technologietitel auch profitierte der Wert von der freundlichen Nasdaq. Händler erklärten zudem, eine amerikanischer Großinvestor habe kräftig eingekauft.
Auch die Siemens-Familie unterstützte den Dax: Infineon stiegen um 7,5 Prozent auf 42,95 Euro, Epcos zogen um 4,1 Prozent auf 81,35 Euro an und das Mutterunternehmen Siemens kletterte um 3,5 Prozent auf 148 Euro. Siemens-Aktien profitierten von Berichten, dass die US-Tochter Unisphere nun wohl doch noch im ersten Halbjahr 2001 an die Börse kommen werde.
Adidas und KarstadtQuelle notieren stark
Deutliches Kaufinteresse gab es bei Adidas-Salomon. Das Unternehmen bleibt im Dax notiert. Die Aktie legte auf 76,49 Euro zu, ein Plus von 6,38 Prozent. Vergleichsweise wenig Bewegung gab es dagegen bei der Aktie der Deutsche Post, die in die erste Börsenliga aufsteigt. Das Papier legte um 0,21 Prozent auf 23,35 Euro zu.
Nach der Bekanntgabe der Neuzusammensetzung der Aktienindizes zum 19. März stand die Aktie von KarstadtQuelle zunächst auf der Verliererseite, kam dann jedoch wieder auf die Beine. Das Papier legte um 3,78 Prozent auf 38,95 Euro zu. "Vielen war klar, dass KarstadtQuelle aus dem Dax fällt", erläuterte ein Händler die Erholung. Daher hätten die Fondsmanager schon dementsprechend reagiert, so dass der Verkaufsdruck nicht mehr so hoch sei. Zudem trauen die Investoren dem Titel auch eine gute Performance im M-Dax zu.
Deutsche Telekom am Dax-Ende
Schwächster Wert im Dax waren die Papiere der Deutsche Telekom mit Abschlägen von rund einem Prozent auf 28,45 Euro. Rücktrittsgerüchte um Vorstandschef Ron Sommer, der verkorkste Börsenegang von Orange und nicht zuletzt die enttäuschenden Geschäftszahlen des Wunschpartners VoiceStream hätten das Vertrauen der Anleger in den Titel in der Vergangenheit nachhaltig geschwächt, erklärten Händler.
Hochstimmung bei den Wachstumswerten
Die deutschen Wachstumswerte am Frankfurter Neuen Markt haben am Donnerstag ein Stimmungs-Hoch erlebt. Zu einem gelungenen Tag trugen EM-TV und T-Online bei.
Zu den Top-Favoriten bei den Anlegern zählten die in den letzten Tagen stark unter Druck geratenen Papiere der Telekom-Tochter T- Online. Die Aktie verteuerte sich um 16,24 Prozent bei 13,60 Euro. Das Unternehmen will ab März keinen Pauschaltarif für die Internetnutzung (Flatrate) mehr anbieten.
Stattdessen will Europas größter Onlinedienst Pakettarife mit einer zeitlich begrenzten Nutzungsdauer einbringen. "Viele Anleger finden es gut, dass sich T-Online von einem notorischen Verlustbringer, nämlich der Flatrate, trennt", kommentierte ein Frankfurter Händler den Kursverkauf.
Das Gezerre um EM.TV geht weiter
Nachdem der Münchner Filmrechtehändler EM.TV sich mit der Kirch-Gruppe angeblich über einen Einstieg bei der Formel 1 geeinigt hat, schoss der Aktienkurs bereits im frühen Handel zeitweise um über 30 Prozent in die Höhe. Nach zwischenzeitlichen Gewinnmitnahmen pendelte sich das Papier zum Handelsschluss bei einem Plus von rund 4,83 Prozent auf 7,60 Euro ein.
Kurz vor Börsenschluss meldeten allerdings mehrere Zeitungen und Nachrichtensender Zweifel an der Haltbarkeit des Deals. Der Formel-1-Papst Bernie Ecclestone hat gegen den Einstieg von Kirch in die Motorsport-Königsklasse sein Veto eingelegt. Kirch und Haffa sind nach dem Deal Mehrheitsaktionäre bei der Formel 1. Analysten hatten bereits am Vormittag vor allzu großer Euphorie gewarnt, da das Unternehmen nach wie vor einer "Black Box" gleiche.
Ce Consumer legte hervorragende Geschäftszahlen für das vergangene Jahr vor. Demnach sei Umsatz von 72,8 auf 555,8 Millionen Mark "geradezu explodiert", berichtete das Unternehmen am Donnerstag. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) habe sich auf 24,3 Millionen DM verdreifacht. Damit übertraf das Unternehmen auch seine im Dezember bereits nach oben korrigierten Prognosen. Die Aktie ging mit einem vergleichsweise kleinen Plus von 3,5 Prozent bei 14,74 Euro aus dem Handel.
Ein Händler begründete die Entwicklung mit Gewinnmitnahmen von Anlegern, die in Erwartung guter Zahlen in den Wert investiert hatten. In den vergangenen Wochen habe der Wert sich deshalb besser als der Markt entwickelt.
Nemax-50-Absteiger bei Anlegern nicht gefragt
Die Liste der Kursverlierer im Nemax-50 wurde am Donnerstag eindeutig von denjenigen Werten angeführt, die nach der am Mittwoch bekannt gegebenen Neubesetzung der Börsenindizes aus dem Index herausfallen werden. Intertainment sanken um 18,01 Prozent auf 7,42 Euro, Edel Music verbilligten sich um 8,00 Prozent auf 5,75 Euro und Gauss Interprise verloren 8,23 Prozent auf 2,90 Euro.
Demgegenüber konnten nicht alle "Aufsteiger" von der von der Deutschen Börse AG bekannt gegebenen Neubesetzung profitieren. So verloren Lambda Physik gleich zu Handelsbeginn und pendelten danach um die Marke von 68 Euro. Auch die Aktie des Antikörperforschers MorphoSys verloren um 0,35 Prozent auf 143,00 Euro. Lediglich die SAP-Tochter SAP Systems Integration verbesserten sich um 3,42 Prozent auf 23,90 Euro.
Für Sunways-Papiere lachte die Sonne
Gut im Rennen lagen so genannte Öko-Aktien. Im abgelaufenen Geschäftsjahr habe Plambeck Neue Energien mit seinem Gewinn vor Steuern und Zinsen die Prognose von 8,6 Millionen Mark um mindestens 50 Prozent übertroffen, teilte das Unternehmen mit, ohne jedoch eine konkrete Zahl zu nennen. Der Windpark-Entwickler ging mit plus 10,94 Prozent auf 25,85 Euro aus dem Handel.
Zum Höhenflug setzten die Papiere des Börsenneulings Sunways an. Der Photovoltaik-Anbieter (Ausgabepreis: 7 Euro / Erstnotiz am 9. Februar: 13 Euro) baute seine Kursgewinne mit 28,31 Prozent auf 21,30 Euro aus.
Condat war der größte Verlierer
Größter Verlierer am Neuen Markt die Papiere von Condat nachdem das Unternhemen zuvor einen Ergebnisrückgang bekannt gegeben hatte. Die Aktie des auf Übertragungstechnik spezialisierten Unternehmens rutschte um 20 Prozent auf 22,35 Euro ab.
Das Unternehmen hat am Donnerstag mitgeteilt, dass der Umsatz nach vorläufigen Zahlen um 55 Prozent auf 46 (Vorjahr: 29) Millionen Markt gestiegen sei. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen fiel jedoch mit 2,1 Millionen Mark hinter das Vorjahresergebnis von 2,5 Millionen Mark zurück. Zugleich lag es um rund 3,4 Millionen Mark hinter den Erwartungen.