Börsenschluss: Hightech-Rallye dank starker Nasdaq - DER SPIEGEL
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Börsenschluss Hightech-Rallye dank starker Nasdaq

Die deutschen Hightechs zeigten sich von ihrer besten Seite. Die Wachstumswerte am Neuen Markt schossen in die Höhe. Im Dax sorgten Tech-Werte wie SAP und Deutsche Telekom für die Hälfte der Gewinne.
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Frankfurt am Main/New York - Der Dax ging am Mittwoch mit einem Plus von 2,3 Prozent auf 6653 Punkte aus dem Handel. Im Nemax-50 ging es steil nach oben. Das Börsenbarometer legte im Fahrwasser einer starken Nasdaq um 7,7 Prozent auf 2756 Zähler zu. Der M-Dax kletterte um 1,8 Prozent auf 4630 Stellen.

"Das Vertrauen in die Aktienkultur kehrt zurück", kommentierte ein Händler. Für dieses Jahr rechneten Experten mit einer deutlichen Erholung der Technologiewerte im prozentual zweistelligen Bereich. Die Wachstumswerte hätten ihren Boden ausgebildet.

Stimmung hellt sich auf

"In den Portfolios vieler institutioneller Anleger gibt es derzeit eine Untergewichtung, und nun dreht sich die Stimmung langsam wieder zu Telekom-, Medien- und Technologietiteln hin", sagte Trudbert Merkel, Fonds-Managerin bei Deka Kapital.

Zu den größten Gewinnern im Dax gehörten die Titel des Softwareherstellers SAP. Die Aktie ging mit einem Plus von 7,5 Prozent bei 189,30 Euro aus dem Handel. Analyst Theo Kitz vom Bankhaus Merck & Finck sagte, ein wesentlicher Faktor hierfür dürften die besser als erwartet ausgefallenen Geschäftszahlen des US-Chipherstellers Intel gewesen sein. Möglicherweise spiele auch die Ankündigung der SAP-Mehrheitsbeteiligung SAP SI, einen Internet-Marktplatz für die Versorgungsindustrie aufzubauen, eine Rolle.

T-Aktie profitiert von Zinssenkungsfantasien

Zweitstärkster Dax-Titel waren Infineon, die um fast sechs Prozent auf 45,50 Euro zulegten. Siemens gewannen 4,3 Prozent auf 151,60 Euro; Epcos stiegen um 3,4 Prozent auf 102,47 Euro.

Die Aktien der Deutschen Telekom lagen mit einem Plus von drei Prozent auf 37,92 Euro im Dax-Mittelfeld. Für Markus Glockenmeier, Analyst bei Delbrück Asset Management, profitiert die gesamte Branche von Hoffnungen auf Zinssenkungen in Europa. Denn das könne gerade die Lage der hoch verschuldeten Telekommunikations-Unternehmen verbessern.

E.on büßt für Powergen-Pläne

Die Bankentitel wurden Händlern zufolge von den besser als erwartet ausgefallenen Zahlen ihrer US-Konkurrenten Citigroup und Bank of America angetrieben. Die Papiere der Deutsche Bank schlossen mit einem Plus von 4,8 Prozent bei 97,98 Euro. Die Aktien der Dresdner Bank stiegen um 5,2 Prozent auf 48,39 Euro.

Größter Verlierer im Dax waren die Aktien des Energiekonzerns E.on. Das Papier schloss mit einem Minus von 4,1 Prozent bei 58,30 Euro, nachdem das Unternehmen mitgeteilt hatte, es spreche derzeit über eine mögliche Zusammenarbeit mit dem größten britischen Stromversorger Powergen. Ein Frankfurter Analyst sagte, E.on täte besser daran, seine Geschäftsbereiche Gas oder Wasser weiter zu verstärken als ausgerechnet den ohnehin großen Strombereich.

Intertainment-Höhenflug ohne Ende

Intertainment setzten ihren mitterweile schon drei Tage dauernde Kursrally fort. Der Kurs stieg um 59,2 Prozent auf 14,39 Euro. Händler führten das auf große Kaufaufträge von institutioneller Seite zurück. Morgan Stanley hatte Intertainment als unterbewertet bezeichnet. Seit Wochenbeginn konnte die Aktie rund 154 Prozent gegenüber dem Freitagsschluss zulegen.

Edel Music, Ixos, Steag und Brokat waren mit einem Kursplus von jeweils über 20 Prozent die weiteren Lieblinge des Tages. EM.TV konnten hingegen vom freundlichen Umfeld nicht profitieren. Presseberichten zufolge enthält Firmenchef Thomas Haffa der KirchGruppe wichtige Unternehmensdaten vor, weshalb sich der geplante Einstieg verzögere. Einen Abbruch der Gespräche wollte der Kirch-Vertreter Dieter Hahn nicht ausschließen. EM.TV verloren vier Prozent auf sechs Euro und waren damit der größte Nemax-50-Verlierer.

Wall Street: Nasdaq stark - Dow schwach

Nach einem freundlichen Auftakt drehten die Industriewerte im Dow Jones mehrheitlich ins Minus und notierten bis kurz vor US-Börsenschluss um 0,8 Prozent deutlich niedriger bei 10.571 Zählern. Der Nasdaq legte hingegen zwei Prozent auf 2670 Punkte zu - verlor damit aber im Schlussspurt einen Teil seiner zuvor deutlicheren Tagesgewinne. Von den US-Börsen angetrieben, gewannen die europäischen Standardwerte im Euro-Stoxx-50 um zwei Prozent auf 4787 Zähler.

Für Auftrieb an der Wall Street hatten die US-Verbraucherpreise gesorgt, die im Dezember um 0,2 Prozent stiegen. Analysten bewerten dies als Zeichen dafür, dass die Geldentwertung unter Kontrolle sei und die US-Notenbank auf der nächsten Sitzung Ende Januar zur Ankurbelung der schwächelnden Konjunktur die Leitzinsen weiter senken könnte. Das hörten die Investoren gern. Zinssensitive Technologietitel legen deutlich zu.

Euro nach US-Daten schwächer

Der Euro indes wurden von den US-Daten nach unten gedrückt und sank im Tagesverlauf auf zuletzt 0,9328 Dollar. Insbesondere der moderate Anstieg der US-Verbraucherpreise dämpfte Analysten zufolge die Furcht vor einer möglichen harten Landung der US-Konjunktur.

Was dem Dollar nützte, schadete dem Außenwert des Euro. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Nachmittag auf 0,9396 (Dienstag: 0,9412) Dollar festgesetzt. Der Greenback kostete damit 2,0816 (2,0780) Mark.