Börsenschluss: MobilCom auf Höhenflug - DER SPIEGEL
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Börsenschluss MobilCom auf Höhenflug

Dax und Nemax sind vor der Zinssenkung der US-Notenbank schwächer aus dem Handel gegangen. Vor allem Banken und Automobiltitel gaben deutlich nach. Am Neuen Markt überraschte MobilCom mit einem fulminanten Kursanstieg.
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Frankfurt am Main - Die Vorsicht der Anleger vor der US-Zinsentscheidung hat am deutschen Aktienmarkt am Mittwoch nach einem freundlichem Beginn zu deutlichen Abgaben geführt. Der Dax verlor 1,6 Prozent oder 52 auf 3299 Stellen. Die Nebenwerte erlitten nur leichte Verluste. Der MDax schloss rund 0,2 Prozent schwächer auf 3162 Zählern.

Händler berichteten, vor der Zinsentscheidung der Federal Reserve hätten Marktteilnehmer verstärkt Positionen geschlossen. Engagements seien kaum noch eingegangen worden. Nach Börsenschluss senkte die US-Notenbank den Fed-Funds-Zielsatz und den Diskontsatz um jeweils 50 Basispunkte.

Die US-Börsen reagierten auf den Zinsentscheid unentschlossen. Dow Jones und Nasdaq pendelten nervös um die Vortagesschlusslinie.

BMW und Lufthansa auf Talfahrt

Deutlich im Minus zeigten sich in Frankfurt BMW   und Lufthansa  , die beide am Morgen Quartalszahlen veröffentlicht hatten. Die Drittquartalszahlen von BMW seien im Rahmen der Prognosen ausgefallen, sagten Aktienhändler. Auch der Ausblick deckte sich mit den Erwartungen des Marktes. Das Minus bei der Aktie führten Marktteilnehmer daher vor allem auf Gewinnmitnahmen zurück. BMW brachen um 6,8 Prozent auf 34,18 Euro ein. Londoner und Frankfurter Händler berichteten zudem, dass einige Investoren ihre Bestände aus BMW in DaimlerChrysler   umschichteten. DaimlerChrysler gaben um 2,5 Prozent auf 35,07 Euro nach.

Lufthansa   fielen um zwei Prozent auf 12,48 Euro. Am Morgen waren die Titel nach sehr guten Quartalszahlen noch mit deutlichen Kursgewinnen in den Handel gestartet. Das Unternehmen teilte dann jedoch mit, dass es im vierten Quartal verstärkte Risiken gebe. Diese Aussagen hätten verunsichert, sagte ein Händler. Normalerweise falle im vierten Quartal ein "ordentlicher Gewinn an. Die Warnung vor einem Verlust sei somit sehr negativ, sagte auch Jürgen Pieper, Analyst beim Bankhaus Metzler.

Finanztitel wieder unter Druck

Im Übrigen standen Finanz- und Technologiewerte im Blickpunkt. Bereits in den vergangenen Tagen seien in diesen Titeln starke Käufe zu beobachten gewesen, hieß es im Handel. Mit dem schwachen Gesamtmarkt drehten diese Werte aber im Verlauf ins Minus. HypoVereinsbank   verloren ein Prozent auf 15,20 Euro, und Commerzbank   3,7 Prozent auf 7,90 Euro. Infineon   notierten unverändert mit 11,35 Euro. Siemens   litten unter Gewinnmitnahmen und fielen um 3,3 Prozent auf 48,45 Euro zurück.

Als einer der Tagesgewinner schälte sich Epcos   heraus. Die Aktie gewann 6,1 Prozent auf 12,80 Euro. Beobachter führten sowohl charttechnische als auch fundamentale Aspekte für die Gewinne ins Feld: Die Aktie habe nach mehrfachem Test am Mittag einen Widerstand durchstoßen, der kurzfristige Trend zeige nun weiter aufwärts. Zudem setzten Anleger offenbar verstärkt auf ein Anziehen der Nachfrage nach PC und Mobiltelefonen, wovon Epcos als Zulieferer profitieren dürfte.

Ähnlich die Argumentation bei Schering  : Für das Plus von 3,5 Prozent auf 47,83 Euro sprachen in erster Linie technische Gründe. Die Aktie habe einen guten Boden ausgebildet.

Schwarz Pharma nach Zahlen auf Höhenflug

Am Morgen hatte auch die im MDax gelistete Schwarz Pharma   ihre Neunmonatszahlen bekannt gegeben. Diese waren zwar nach Ansicht von Händlern ohne Überraschungen ausgefallen. Allerdings habe der gute Ausblick auf das Gesamtjahr die Titel beflügelt. Schwarz Pharma kletterten um 10,8 Prozent auf 32,04 Euro.

Heidelberger Druck   brachen dagegen nach schwachen Zahlen und einem trüben Ausblick um 13,6 Prozent auf 22,99 Euro ein.

Nemax vor US-Zinsentscheidung schwach, MobilCom auf Höhenflug, Euro wieder unter Dollar-Parität

Nemax: Vor US-Zinsentscheidung schwach

Im Gleichklang mit dem Dax hat der Neue Markt am Mittwoch schwach geschlossen. Der Nemax-50 verlor 1,5 Prozent bzw sieben auf 446 Punkte, während der Nemax-All-Share um ein Prozent oder fünf auf 490 Zähler sank. Händler sprachen von einem ruhigen Geschäft in Erwartung der Fed-Entscheidung. "Im Vorfeld der US-Zinsentscheidung und der Cisco-Zahlen   passierte nicht viel", resümierte ein Händler. Ein Zeichen für die robuste Verfassung des Neuen Marktes sei jedoch die gelassene Reaktion auf die schlechten Zahlen von Lion Bioscience   und Süss Microtec  .

Als unbefriedigend charakterisierten die Analysten von SES Research die Situation bei Süss Microtec  . Der Umsatz habe "in line" gelegen, das geplante Ergebnis sei jedoch verfehlt worden. Die Analysten von Independent Research stuften den Wert sogar auf "Untergewichten" von "Marktneutral" zurück. Die Aktie verlor 14,4 Prozent auf 3,51 Euro. Auch andere Halbleiterwerte wie CE Consumer   mit einem Minus von 5,3 Prozent auf 3,60 Euro mussten Abschläge hinnehmen. "Schlimmer als befürchtet" sind laut einem Händler auch die von Lion Bioscience   vorgelegten Zahlen nach Aussage eines Händlers ausgefallen. Lion Bioscience büßten 6,4 Prozent auf 2,80 Euro ein.

MobilCom auf Höhenflug

MobilCom   schlossen mit einem Plus von 19,6 Prozent auf 5,25 Euro. Die Verhandlungen zwischen MobilCom-Großaktionär Gerhard Schmid und der Bundesregierung sind weit fortgeschritten, stehen aber noch nicht unmittelbar vor dem Abschluss. Wie vwd aus verhandlungsnahen Kreisen zugetragen wurde, besteht Einigkeit in fast allen relevanten Fragen Allerdings stehe weiterhin die Frage der Treuhänderschaft für das rund 40-prozentige Aktienpakt Schmids im Raum. Laut Schmid werden die Gespräche am Donnerstag fortgeführt.

Adva   gewannen dank Anschlusskäufen an die Sitzung vom Dienstag 7,6 Prozent auf 2,11 Euro. Man hoffe auf positive Impulse für den gesamten Netzwerksektor durch die anstehenden Cisco-Zahlen. Technisch gesehen habe sich die Lage ebenfalls deutlich verbessert. Die Aktie habe Luft bis drei Euro, wobei auch die höheren Umsätze überzeugten. Nikkei zeitweilig über 9000 Punkte

Die Aktienbörse in Tokio hat am Mittwoch uneinheitlich geschlossen. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte, der nach der positiven Vorgabe der Wall Street zeitweise über die Marke von 9000 Punkten stieg, erreichte einen Schlussstand von 8953 Punkten. Dies ist im Vergleich zum Vortag ein leichter Anstieg um 0,2 Prozent. Der breit angelegte Topix verlor dagegen 0,2 Prozent und schloss bei 883 Zählern.

Die Aktien der Chipbranche notierten uneinheitlich. Advantest   stiegen um 240 Yen auf at 5050 Yen. Rohm   verloren 90 Yen auf 16.310 Yen. Tokyo Electron   gaben 100 Yen auf 5380 Yen ab.

Mitsubishi vor guten Zahlen?

Mitsubishi Motors   konnten kaum von einem Pressebericht profitieren, wonach das Unternehmen voraussichtlich den bisher prognostizierten Vorsteuergewinn für das Halbjahr bis Ende September um drei Milliarden Yen übertrifft. Die Aktien legten um zwei Yen auf 250 Yen zu.

Yamanouchi Pharmaceuticals gewannen nach Vorlage der Halbjahreszahlen um zehn Yen auf 3120 Yen. Die Ergebnisse bei Takeda Chemical Industries trafen die eigenen Erwartungen, der Kurs stieg um 50 Yen auf 5150 Yen. Shiseido stiegen um acht Yen auf 1370 Yen. Die Unternehmensergebnisse hatten den eigenen Prognosen und den Markterwartungen entsprochen. Eisai fielen nach Vorlage der Ergebnisse hingegen um 15 Yen auf 2805 Yen.

Euro-Referenzkurs wieder unter Dollar-Parität

Der Referenzkurs des Euro ist am Mittwoch wieder unter die Parität zum Dollar gefallen. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs bei 0,9955 (Dienstag: 1,0024) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 1,0045 (0,9976) Euro. Bis 20 Uhr erholte sich der Euro wieder leicht auf 0,9966 Euro. Am Dienstag hatte der Euro erstmals seit Mitte Juli die Parität zum Dollar überwunden.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,6394 (0,6413) britische Pfund, 121,84 (121,95) japanische Yen und 1,4633 (1,4613) Schweizer Franken fest.