Börsenschluss T-Aktie auf Erholungskurs
Frankfurt am Main Der Dax gewann bis zum Börsenschluss in Frankfurt 0,3 Prozent auf 5366 Punkte. Am Neuen Markt zog der Nemax 50 um 1,5 Prozent auf 1033 Punkte an. Der MDax der 70 mittleren Werte ging mit einem Plus von 0,1 Prozent bei 4467 Zählern aus dem Handel.
In den USA gaben die Börsen leicht ab. Der Dow Jones notierte zum Handelsschluss in Deutschland auf 10.441 Punkten, ein Minus von 0,4 Prozent. Die Nasdaq verlor 0,3 Prozent auf 1863 Zähler. Der größte Börsengang in der Geschichte der amerikanischen Versicherungsbranche steht am Freitag im Mittelpunkt an der New Yorker Stock Exchange. Der Finanzkonzern Citigroup hat seine Tochter Travelers Property Casualty an die Wall Street gebracht. Es ist die größte Aktienemission dieses Jahres. Verkauft wurden insgesamt 210 Millionen Aktien zu einem Emissionspreis von 18,50 Dollar. Damit erlöst die Citigroup rund 3,9 Milliarden Dollar aus dem Börsengang ihrer Tochter.
Schwache Zahlen von der Münchener Rück
Die Aktie des weltgrößten Rückversicherers Münchener Rück ist nach der Veröffentlichung massiv eingebrochener Jahresgewinne ins Minus gesackt. Unter anderem wegen der Terroranschläge in den USA schmolzen die Erträge der Münchener Rück 2001 im Vergleich zum Vorjahr um 1,5 Milliarden auf 250 Millionen Euro. Damit lag die Versicherung klar unter den Erwartungen der Analysten. Der Kurs sank um 3,8 Prozent auf 282,88 Euro und war damit schwächster Wert im Dax. Auch die Allianz verlor deutlich.
Positiv bewerteten die Märkte, dass die Münchener Rück ihren Aktionären trotz des Gewinneinbruchs eine unveränderte Dividende zahlen will. "Das zeugt von der Ertragsstärke des Unternehmens", sagte ein Analyst der Bank Julius Bär. Wie im Vorjahr sollen 1,25 Euro je Aktie gezahlt werden. Offensichtlich gehe die Rück davon aus, dass die Situation sich im laufenden Geschäftsjahr verbessere. Daher bestätigte die Bank das Papier mit "Kaufen". "Die Zahlen waren nur halb so hoch wie erwartet und damit recht enttäuschend", sagte ein Händler. Die Folgen der Terroranschläge seien aber keine regulären operativen Belastungen. Daher sei der Einfluss auf den Aktienkurs mittelfristig eher gering. Unzufrieden äußerte sich der Händler über den Ausblick der Münchener Rück. Die noch im vergangenen Herbst angekündigten Preiserhöhungen seien offensichtlich von einigen Großkunden verhindert worden.
Techwerte und T-Aktie im Plus
Die Aktie der Deutschen Telekom profitierte nach Händlerangaben von einem Bericht der "Financial Times Deutschland". Diese hatte berichtet, der Verkauf der defizitären Immobilien-Tochter der Telekom stehe kurz bevor. Die Telekom wollte den Bericht nicht kommentieren. Die T-Aktie legte dennoch 1,8 Prozent auf 17,10 Euro zu und gehörte damit zu den stärksten Werten im Dax.
Technologiewerte wie Epcos , Siemens und SAP legten zu und schlossen bis zu 2,2 Prozent im Plus. Nur Infineon konnte dem Trend nicht folgen und beendete den Handel nahezu unverändert.
Defensive Werte unter Druck
Die Aktien des Einzelhandelskonzerns Metro schlossen ein Prozent im Minus bei 38,72 Euro, was Händler mit der Hinwendung der Anleger zu Technologiewerten erklärten. "Einzelhandel ist heute nicht hip", sagte ein Händler.
Ebenfalls unter Druck stand Aktie des Energiekonzerns RWE , der am Morgen ein Übernahmeangebot für den britischen Versorger Innogy bekannt gab. Demnach wolle RWE 275 Pence je Innogy-Aktie bezahlen, was einem Kaufpreis von fünf Milliarden Euro entspricht. "Der Preis für die Übernahme von Innogy wird im Markt als zu hoch angesehen, das belastet die Aktie", sagte ein Frankfurter Händler. Der RWE-Kurs gab 0,7 Prozent auf 42,65 Euro nach. Holzmann: Ausverkauf beginnt
Die Titel des Baukonzerns Holzmann sind nach Wiederaufnahme des Handels am Freitag um weitere 33,8 Prozent eingebrochen und notieren bei 2,62 Euro. Das Unternehmen hat am Donnerstag Nachmittag wegen Zahlungsunfähigkeit Insolvenz beantragt. Nach dem Insolvenzantrag der Phillip Holzmann AG prüft die Strabag AG einem Bericht der "Financial Times Deutschland" zufolge den Kauf der Holzmann-Straßenbausparte Deutsche Asphalt.
Aktienplatzierung bringt Porsche unter Druck
Der Porsche-Aktienkurs ist nach Händlerangaben durch die Platzierung von 600.000 Aktien unter Druck geraten. Die Aktien verloren binnen Minuten 2,86 Prozent an Wert und kosteten 510 Euro. Im weiteren Handelsverlauf erholten sich die Titel wieder auf 525,99 Euro, ein Minus von 1,1 Prozent.
"Merrill Lynch hat die Aktien zum Preis von 515 Euro das Stück angeboten", sagte ein Händler. Er wisse allerdings nicht, wer den Verkaufsauftrag gegeben habe, hieß es. Ein anderer Wertpapierhändler sagte: "Wir haben gehört, dass dieses Paket Teil einer Preisfindung gewesen sei." Die Nachfrage nach den Papieren sei hoch gewesen.
Neuer Markt: MobilCom und Comdirect im Aufwind
Ruhiger Wochenausklang
"Nach dem ersten Schwung am Morgen ist es dann wieder sehr ruhig geworden. Schon am Nachmittag waren kaum noch Käufer unterwegs. Aber das ist für einen Freitag am Neuen Markt mittlerweile üblich", sagte ein Händler. Auch von Unternehmensseite hätte es kaum kursbewegende Nachrichten gegeben.
Papiere der Süss Microtec gesellten sich nach der am Vortag vorgelegten Quartalsbilanz zu den größten Gewinnern und den am meisten gehandelten Papieren im Nemax 50. Dabei schien es die Anleger nur kurze Zeit zu stören, dass der Elektronikspezialist für das laufende Jahr mit "bestenfalls stagnierenden" Umsätzen rechnet. Nach einem Einbruch am Morgen um knapp vier Prozent verzeichnete das Papier am Abend ein Kursplus von 6,9 Prozent auf 37,10 Euro. Im vergangenen Jahr hatte Süss die Erlöse um gut 32 Prozent auf knapp 215 Millionen Euro und den Gewinn um 76 Prozent auf 21,1 Millionen Euro gesteigert.
Senator-Aktien sanken dagegen bis auf den letzten Platz auf dem Kurszettel, da in einem Börsenbrief der Wechsel des Wirtschaftsprüfers vermutet wurde. Das Papier rutschte um 8,1 Prozent auf 2,17 Euro. "Das muss man nicht überbewerten, aber gerade die Medienunternehmen haben in letzter Zeit durch Umsatzverschiebungen und Scheingeschäfte auf sich aufmerksam gemacht," sagte ein Händler.
Die Aktie des Direktbrokers Comdirect kletterte nach dem Verkauf der bereits abgeschriebenen Tochtergesellschaft in Frankreich und notierte 4,2 Prozent fester auf 10,42 Euro. Der Vollzug des geplanten Verkaufs habe den Markt überrascht, sagte ein Händler in Frankfurt.
MobilCom auf Erholungskurs
MobilCom-Papiere stiegen nach einem Verlust von knapp einem Fünftel des Aktienwertes um 3,5 Prozent auf 13,70 Euro. "Der Verlust ist die Reaktion auf die Zockerei mit dem Papier am Vortag. Wenn man in einem Block 10.000 MobilCom-Papiere verkauft, dann bringt dies den Kurs extrem unter Druck", sagte ein Händler in Frankfurt.
Nach der Vorlage von Geschäftszahlen und einem Kursrutsch am Vortag stiegen die Aktien des Notebook-Spezialisten Gericom um 11,7 Prozent auf 22,50 Euro. Am Vortag hätten die Börsianer noch heftig auf schlechte Zahlen spekuliert. Nun müssten sich diese Spekulanten wieder eindecken, nachdem die Zahlen nicht enttäuscht hatten, hieß es.
Tokio schwächer - Euro gefallen
Die Aktienbörse in Tokio hat am Freitag schwach geschlossen. Nach einem nationalen Feiertag büßte der Nikkei-Index für 225 führende Aktienwerte um 181,70 Punkte oder 1,6 Prozent ein und ging beim Endstand von 11.345 Punkten ins Wochenende. Der breit angelegte Topix verlor 21,22 Punkte oder 1,9 Prozent und beendete das Geschäft beim Stand von 1076 Punkten.
Händler machten Äußerungen von Ministerpräsident Koizumi für die Kursverluste mitverantwortlich. Der Regierungschef schließt weitere staatliche Maßnahmen gegen die Deflation aus. Darunter litten vor allem Bankenwerte. Mizuho Holdings verloren 14.000 auf 297.000 Yen, Mitsubishi Tokyo Financial 26.000 auf 811.000 Yen und UFJ Holdings 18.000 auf 294.000 Yen.
Gewinnmitnahmen drückten die Kurse von High-Tech-Unternehmen. Rohm verloren 800 auf 20.400 Yen, Advantest 280 auf 10.110 Yen. Dagegen legten die Papiere der Halbleiter-Hersteller Toshiba (plus 16 auf 567 Yen) und Fujitsu (plus 15 auf 1.056 Yen) zu. Beide Konzerne verhandeln einem Pressebericht zufolge über eine Fusion zum weltweit zweitgrößten Chip-Konzern.
Kurs des Euro gefallen
Der Kurs des Euro ist am Freitag gefallen. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs bei 0,8795 (Donnerstag: 0,8817) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 1,1370 (1,1342) Euro. Bis zum Handelsschluss fiel die Einheitswährung in Frankfurt auf 0,8773 Dollar.
Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,6169 (0,6180) Pfund, 116,76 (116,56) Yen und 1,4602 (1,4633) Schweizer Franken fest.