Börsenschluss T-Aktie bremst den Dax
Frankfurt am Main Der Dax verbuchte bis zum Handelsschluss ein Plus von 0,7 Prozent auf 5462 Punkte. Am Neuen Markt stieg der Nemax 50 um 1,4 Prozent auf 1046 Zähler. Der MDax der 70 mittleren Werte gab um 0,1 Prozent auf 4444 Punkte nach.
"Der Handel verlief den Tag über in ruhigen Bahnen", fasste ein Börsianer das Marktgeschehen zusammen. Die für den Abend angekündigte Zinsentscheidung der US-Notenbank habe die Zurückhaltung der Anleger verstärkt. Die Entscheidung fiel nach Börsenschluss. Der Zinssatz wurde erwartungsgemäß bei 1,75 Prozent gehalten. 2001 hatte die Fed elfmal die Leitzinsen gesenkt. "Die Konjunkturdaten der letzten Wochen waren sehr gut. Dennoch glaube ich, dass es für eine Zinserhöhung noch zu früh ist", sagte ein deutscher Börsianer.
In den USA entwickelten sich die Börsen vor der Entscheidung der US-Notenbank freundlich. Der Dow Jones notierte zum Handelsschluss in Deutschland auf 10.655 Punkten, ein Plus von 0,7 Prozent. Die Nasdaq gewann 0,6 Prozent auf 1887 Zähler.
Im Mittelpunkt des Marktgeschehens in Frankfurt standen die Aktien der Deutschen Telekom . Die angekündigte Kürzung der Dividende um 40 Prozent und der verschobene Börsengang der Tochter T-Mobile brachten den Aktien ein Minus von 1,7 Prozent auf 16,75 Euro ein. Die Papiere des Bonner Konzerns waren damit den ganzen Tag über schwächster Wert im Dax. "Für die Privatanleger ist die Dividendenkürzung eine herbe Enttäuschung", sagte ein Frankfurter Händler. So mancher Analyst sprach hingegen von einer "wirtschaftlich sinnvollen Entscheidung".
Techtitel weiter auf Erholungskurs
Die meisten Technologieaktien setzten dagegen ihren Höhenflug vom Vortag fort. Aktien von Infineon stiegen um 3,3 Prozent auf 26,75 Euro. Aktien von Epcos erzielten ein Plus von 2,7 Prozent auf 53,90 Euro. Siemens rutschten nach Gewinnmitnahmen um 0,4 Prozent auf 76,42 Euro ab.
Die Titel von BMW zogen um 1,3 Prozent auf 46,60 Euro an. Die am Vormittag bekannt gegebenen Zahlen lagen wie erwartet auf Rekordniveau und bargen nach Aussagen von Händlern daher kaum Überraschungen. Überzeugt habe BMW allerdings mit seinen Äußerungen zum Absatz der neuen 7er Reihe. Auch die Rivalen DaimlerChrysler und Volkswagen schlossen freundlich.
Degussa-Papiere gaben 0,3 Prozent auf 34,55 Euro nach. Die Geschäftszahlen des Spezialchemiekonzerns lagen im Rahmen der Markterwartungen. Der Ausblick bei Degussa sei allerdings nur gedämpft ausgefallen.
Fraport: Geld in den Sand gesetzt
Die Aktie des Frankfurter Flughafenbetreibers Fraport ist wegen Gerüchten über mögliche Fehlinvestitionen in Höhe von 350 Millionen Dollar eingebrochen. Der Kurs fiel um 2,8 Prozent auf 29,16 Euro ins Minus. Ein Händler bestätigte, an der Börse kursierten Gerüchte über Baukosten in Millionenhöhe, für einen Terminal im philippinischen Manila. "Der Vertrag über den Bau wurde mit der alten Regierung abgeschlossen. Die neue Regierung überprüft jetzt angeblich, ob sie das Bauvorhaben überhaupt weiterverfolgen will", sagte ein Händler.
Getrieben von der Hoffnung auf eine baldige Rettung des angeschlagenen Baukonzerns stiegen die im SDax gelisteten Aktien der Philipp Holzmann AG um 33,3 Prozent auf 6,40 Euro. Händler vermuteten spekulative Anleger hinter den Kursaufschlägen.
Neuer Markt: Boden bei 1040 Punkten gefunden
Der Nemax 50 hielt sich über dem gesamten Tagesverlauf knapp über der Marke von 1040 Punkten. "Der Neue Markt könnte hier einen Boden gefunden haben", sagte ein Wertpapierhändler in Frankfurt. Andere Börsianer sagten, die Umsätze seien vor Zinsentscheidung der US-Notenbank nach Börsenschluss in Frankfurt sehr niedrig.
"T-Online und Pfeiffer Vacuum waren heute die wichtigen Aktien am Neuen Markt", sagte ein Händler. Die Aktie des Internetanbieters T-Online legte den zweiten Tag in Folge kräftig zu. Nach 6,7 Prozent am Vortag stieg der Wert des Anteilsscheins um weitere 4,3 Prozent auf 13,20 Euro. "Damit hat die Aktie die Verluste durch das geringere Gewicht im Auswahlindex mehr als wettgemacht", sagte der Händler.
Die Geschäftszahlen des abgelaufene Jahres waren der Grund für den steigenden Aktienkurs bei Pfeiffer Vacuum . Der Aktienkurs stieg um fünf Prozent auf 42,00 Euro. Für einen noch kräftigeren Kursanstieg des Titels fehlten nach Meinung eines weiteren Händlers klare Aussichten für den Hersteller von Vakuumpumpen.
Mobilcom-Papiere kletterten mit einem Plus von 8,1 Prozent an die Spitze des Auswahlindex und kosteten 15,05 Euro, nachdem das Papier bereits am Vortag zwölf Prozent zugelegt hatte. "Vielleicht spekulieren die Anleger auf einen positiven Ausgang des Streits mit France Télécom", sagte ein Händler. Die Töne zwischen den Gesellschaftern seien in derzeit versöhnlicher, hieß es.
Am Morgen hatten die Aktien der GPC Biotech zeitweilig den Nemax 50 angeführt, nachdem das Unternehmen in den USA ein Patent auf eine Technologie zur Identifizierung von Angriffspunkten für die Medikamentenentwicklung erhalten hat. Das Papier schoss am Morgen von 10 auf 10,80 Euro in die Höhe. Dann aber seien die ersten Anleger wieder ausgestiegen, sagte ein Händler. Zudem habe die vom Markt positiv aufgenommene Nachricht keine institutionellen Anleger anlocken können. Zum Börsenschluss notierte das Papier noch mit 0,9 Prozent auf 10,15 Euro im Plus.
Consors: Warten auf das Analystentreffen
Trotz negativer Bilanzzahlen ging der Titel des Online-Brokers Consors nahezu unverändert aus dem Handel. Die präsentierten Verluste und Abschreibungen seien vom Markt erwartet worden, sagte ein Händler. Daher reagiere der Markt nicht geschockt. Consors hatte für das vergangene Geschäftjahr einen Verlust von 125,5 Millionen Euro ausgewiesen, in dem Abschreibungen in Höhe von 79,5 Millionen Euro enthalten waren. Mit Spannung aber warte der Markt auf das Analystenmeeting am 27. März, sagten Händler, von dem Neuigkeiten über den Stand der Gespräche zum Verkauf von Consors erwartet werden. Die finanziell angeschlagene Mutter Schmidt-Bank will ihre Online-Tochter bis Ende März losschlagen.
Fester notierte der Konkurrent Comdirect . Eine amerikanische Investmentbank hätte am Vortag kräftig eingekauft, sagte ein Händler. Vermutlich sei auch heute wieder ein institutioneller Anleger unterwegs. Das Papier gewann 3,4 Prozent auf 10,47 Euro.
Wie bereits am Vortag standen die Aktien der Nemax-50-Neulinge FJA und Nordex wieder unter Druck. Die Papiere hätten bereits seit der Bekanntgabe des Aufstiegs deutlich angezogen, nun würden die Gewinne mitgenommen, sagten Händler. FJA verloren 7,1 Prozent auf 59,22 und Nordex gaben 1,2 Prozent auf 6,62 Euro ab.
Tokio behauptet sich gegen die Wall Street Euro etwas fester
Die Tokioter Börse hat am Dienstag auf ihren Tageshöchstständen geschlossen. Der Nikkei zeigte eine sehr feste Tendenz und stieg bis zum Schluss um 2,6 Prozent auf 11.792 Punkte. Der breiter angelegte Topix gewann 2,3 Prozent auf 1112 Zähler. Vor allem Blue Chips und Technologietitel sowie Aktien von exportorientierten Unternehmen seien gefragt gewesen, sagte Händler. Darüber hinaus bestehe am Markt noch die Hoffnung, dass ausländische Investoren Kapital nach Japan verlagern.
Die Erholung am Dienstag trotze der uneinheitlichen Entwicklung an den US-Börsen und zeige, dass sich die Stimmung unter den Marktteilnehmern jüngst verbessert habe, sagte Tsuyoshi Segawa, Aktienstratege bei Shinko Securities. Während Anleger zu Beginn des Jahres noch auf die drastischen Umstrukturierungspläne vieler Hochtechnologie-Unternehmen negativ reagiert hätten, kauften sie nun schon bei kleineren positiven Nachrichten.
Dazu hätten auch die Ankündigung von Hitachi und Mitsubishi Electric gehört, ihr System-LSI-Chip-Geschäft innerhalb eines Jahres in einem Joint Venture zusammenzulegen, erklärte Segawa. Mitsubishi Electric kletterten um 67 Yen auf 596 Yen und Hitachi stiegen um 72 Yen auf 983 Yen.
Unter den Blue-Chips legten Sony 250 Yen auf 7170 Yen zu und Matsushita Electric 44 Yen auf 1736 Yen, während NTT DoCoMo um 40.000 Yen auf 1,71 Millionen Yen vorrückten und NTT einen Aufschlag von 4000 Yen auf 513.000 Yen verbuchten.
Kurs des Euro gestiegen
Der Kurs des Euro ist am Dienstag gestiegen. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs bei 0,8829 (Montag: 0,8792) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 1,1326 (1,1374) Euro. Bis zum Handelsschluss in Frankfurt gab die Einheitswährung wieder leicht auf 0,8823 Euro ab.
Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,6181 (0,6174) Pfund, 115,97 (115,31) Yen und 1,4661 (1,4633) Schweizer Franken fest.