Börsenschluss T-Aktie deutlich fester
Frankfurt am Main - Der Dax gewann bis zur Schlussglocke am Freitag rund 0,5 Prozent auf 5189 Punkte. Am Neuen Markt verlor der Nemax 50 deutlich um 2,8 Prozent auf 908 Zähler. Etwas fester präsentierten sich die Nebenwerte. Der MDax kletterte um 0,2 Prozent auf 4478 Punkte. "Insgesamt ist der Markt derzeit von Umschichtungen aus Technologiewerten in eher defensivere Werte geprägt", sagte der Aktienhändler Björn Wystrach von der Helaba.
In den USA präsentierten sich die Börsen freundlich. Der Dow Jones notierte zum Handelsschluss in Deutschland auf 10.189 Punkten, ein Plus von 0,1 Prozent. Die Nasdaq gewann 0,8 Prozent auf 1739 Zähler. Die Aktien des US-Billigfliegers JetBlue haben an ihrem ersten Handelstag an der Nasdaq die Gewinnerliste angeführt. Die Papiere kletterten um mehr als 50 Prozent. Der Ausgabepreis hatte bei 27 Dollar gelegen. Der erste Kurs betrug 37,52 Dollar.
Dabei wurden zuvor schwache Konjunkturdaten veröffentlicht. So sank das von der Universität Michigan berechnete Konsumentenvertrauen nach vorläufigen Zahlen im Monat April auf 94,4 Punkte. Erwartet wurde ein Stand von 97 Zählern. Im Vormonat war ein Stand von endgültig 95,7 gemeldet worden. Beobachter bemerkten zu den Daten, dass die weltweit anziehenden Ölpreise wie auch der Konflikt im Nahen Osten das Konsumentenvertrauen möglicherweise stärker belaste, als bisher angenommen.
Zuvor wurden die Einzelhandelsumsätze für den Monat März veröffentlicht, die weniger stark gestiegen waren als erwartet. Die Erzeugerpreise kletterten hingegen stärker als erwartet.
"Aktie Gelb" ist größter Verlierer
Schwächster Wert im Dax war die Aktie der Deutschen Post , die sich nach kritischen Analystenkommentaren um 3,5 Prozent auf 15,40 Euro verbilligte. Ebenfalls skeptische Analystenbemerkungen setzten die Aktie des Sportartikelherstellers Adidas-Salomon unter Druck. Sie gab um 0,6 Prozent auf 80,01 Euro nach. Das Papier der Deutschen Bank büßte ein Prozent auf 69,25 Euro ein.
Morgan Stanley adelt Henkel
Der Waschmittel- und Chemiehersteller Henkel hat von der Aufnahme im MSCI Standard Index profitiert und ist auf ein neues Jahreshoch geklettert. Die Aktie gewann kräftig hinzu, reduzierte im weiteren Verlauf allerdings ihr Plus auf 0,6 Prozent und schloss bei 71,90 Euro. "Henkel hat durch die Aufnahme deutlichen Rückenwind bekommen", sagte ein Händler. Da die Aktie auch das bisherige Jahreshoch überschritten hatte, "kann man auch aus charttechnischen Gründen zugreifen." Anderen Wertpapierhändlern zufolge kämen die Investoren, die den von Morgan Stanley Capital International berechneten Index nachvollziehen, nicht um den Kauf der Aktien herum. Die Aufnahme der Henkel-Aktien erfolgt zum 31. Mai. Weitere deutsche Aktien werden nicht in die Indizes aufgenommen.
Resistent zeigten sich die Aktien der Deutsche Telekom gegen einen Pressebericht, demzufolge die Regulierungsbehörde das Bonner Unternehmen zwingen wird, die Gebühren für den Wechsel der Telefongesellschaft um fünf bis 20 Prozent zu reduzieren. Die Umschaltgebühr bei ISDN-Anschlüssen werde künftig rund 70 statt 84 Euro betragen. Die Aktie der Telekom legte rund 2,3 Prozent auf 16,18 Euro zu und war damit zweitbester Wert hinter der Bayer-Aktie (plus 2,3 Prozent auf 39,45 Euro).
Lufthansa stockt wieder auf
Die Lufthansa will einem Bericht des "Handelsblatt" zufolge die Zahl ihrer eingesetzten Flugzeuge wieder deutlicher als zunächst geplant aufstocken. So würden 18 von 43 nach dem 11. September stillgelegte Maschinen wieder reaktiviert. Händler bewerteten den Schritt als positiv, da er Anzeichen für eine Wiederbelebung der Branche gebe. Die Aktie stieg um 0,7 Prozent auf 17,16 Euro.
Der zu Eon gehörende Chemiekonzern Degussa steht nach einem Zeitungsbericht vor dem Verkauf an die nicht Börsen notierte Ruhrkohle AG (RAG). Dafür solle die RAG ihren Anteil an der Ruhrgas AG an Eon abgeben, berichtet die "Westdeutsche Allgemeine Zeitung". Die Papiere von Eon legten knapp 1,6 Prozent auf 59,89 Euro zu. Die Aktien von Degussa gehörten mit plus 2,2 Prozent auf 37 Euro zu den Spitzenwerten im Dax.
Die Investmentbank Merrill Lynch hat die Aktien von DaimlerChrysler herabgestuft, zum "Verkaufen" geraten und gleichzeitig ein Kursziel von 40 Euro ausgegeben. In einer am Freitag in London verbreiteten Analyse begründeten die Experten die Abstufung vornehmlich mit der Situation bei der US-Tochter Chrysler. Hier seien zwar die Kostensenkungsziele inzwischen übertroffen worden. Allerdings blieben der Heimatmarkt weiterhin schwach und die Umsätze unter Druck. Die Aktie ließ sich von der Analyse kaum beeindrucken und verlor leicht um 0,1 Prozent auf 50,15 Euro. Konkurrent BMW verbuchte ein Kursplus von rund 0,8 Prozent auf 44,50 Euro und Volkswagen gewannen 1,5 Prozent auf 58,21 Euro hinzu.
Sixt kürzt Prognosen
Im Nebenwertesegment MDax sorgten die Aktien des Autovermieters Sixt mit deutlichen Kursabschlägen für Aufsehen, nachdem das Unternehmen am Vorabend seine Umsatzerwartungen für 2002 zurückgenommen hatte. Die Aktie fiel um über acht Prozent auf 14,70 Euro.
Fonds trennen sich von Neue-Markt-Aktien Gerüchte beflügeln Mobilcom
Neuer Markt: Schwächster Stand seit Oktober
Am Vortag hatte das ehemalige Hoffnungssegment einen weiteren technischen Widerstand durchbrochen. Der Index war auf seinen schwächsten Stand seit Oktober gefallen. Daher hätten die Anleger jetzt den Rückzug angetreten, sagten Händler. Zudem habe das Gerücht den Markt unter Druck gesetzt, dass eine US-Bank ihren Neuen-Markt-Fond auflösen will. Und immer noch wirke der Schock über die Bilanzfälschungen des Telematikanbieters Comroad nach: "Wer kann den ruhigen Gewissens in den Neuen Markt auch nur eine Mark stecken?" fragte ein Händler.
Gerüchte beflügeln Mobilcom
Am Neuen Markt sprangen die Papiere von Mobilcom um 13,1 Prozent auf 17,65 Euro. Zuvor war aus Bankenkreisen bekannt geworden, der Großaktionär France Telecom bereite wegen der geplanten Übernahme von rund 50 Prozent Mobilcom-Anteilen durch eine Bankengruppe entsprechend des neuen Übernahmegesetzes eine Offerte für alle MobilCom-Aktionäre vor.
Selbst Schwergewichte wie Aixtron , T-Online und Qiagen lagen deutlich im Minus. Aktien des Spezialmaschinenbauers Aixtron verloren 10,6 Prozent auf 17 Euro und waren damit größter Verlierer im Nemax 50. T-Online rutschten um 2,6 Prozent auf 11,80 Euro. Titel des Biotech-Unternehmens Qiagen verloren vier Prozent auf 14,83 Euro.
Zocker spielen mit Comroad
Aktien des Telematikanbieters Comroad , der offenbar den Großteil seiner Umsätze gefälscht hat, stiegen um 11,1 Prozent auf 0,30 Euro. Das Papier, das vom Ausschluss bedroht ist, ist schon lange nur noch ein Spielball von Zockern, wie es hieß.
Im Nemax All Share brachen die Aktien der Ceyoniq um die Hälfte auf 0,21 Euro ein, nachdem bekannt wurde, dass der Hersteller von Dokumentenmanagement-Software Insolvenz beantragt hat.
Nikkei unter 11.000er Marke - Euro leicht gestiegen
Sorge vor Quartalssaison
Die Börsen in Tokio haben vor dem Wochenende herbe Verluste eingesteckt. Der Nikkei-225-Index für 225 führende Aktienwerte sackte wieder unter die psychologisch wichtige Kursmarke von 11.000 Punkten. Zum Handelsende markierte das fernöstliche Börsenbarometer einen deutlichen Verlust von 184,29 Punkten oder 1,7 Prozent und ging beim Stand von 10.962 Punkten ins Wochenende. Der breit angelegte Topix büßte 12,78 Punkte oder 1,2 Prozent auf 1056 Punkte ein.
Nachdem der Nikkei die 11.000er Marke nicht halten konnte, flüchteten Händlern zufolge viele Anleger aus den Aktien. Außerdem blicke man auch in Japan mit Sorge auf die Quartalssaison in den USA, sagte ein Händler. In der nächsten Woche sei deshalb eher mit einer Seitwärtsentwicklung der Indizes zu rechnen.
Vor allem die TNT-Werte wurden wieder gebeutelt. Yahoo Japan schlossen um 130.000 Yen leichter bei 3,25 Millionen Yen, nachdem Analysten wie Merrill Lynch die Aktie der Muttergesellschaft heruntergestuft hat. Rohm verloren 150 auf 18.500 Yen, Advantest 330 auf 8840 Yen und Kyocera 240 auf 8310 Yen.
Kurs des Euro gestiegen
Der Kurs des Euro ist am Freitag gestiegen. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs bei 0,8803 (Donnerstag: 0,8794) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 1,1360 (1,1371) Euro. Bis zum Handelsschluss in Frankfurt fiel die Einheitswährung wieder auf 0,8796 Dollar.
Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,6125 (0,6127) Pfund, 116,28 (115,80) Yen und 1,4656 (1,4674) Schweizer Franken fest.