Börsenschluss: T-Aktie erholt sich - DER SPIEGEL
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Börsenschluss T-Aktie erholt sich

Der Dax profitiert von Kursaufschlägen bei Commerzbank und Telekom, am Neuen Markt reißen neue Skandale den Nemax 50 unter die 1000-Punkte-Marke, und die US-Börsen sind wegen des President's Day geschlossen.
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Frankfurt am Main – Der Wochenauftakt verlief schleppend, die Stimmung war lustlos. "Die Umsätze sind sehr dünn", sagte Aktienhändler Stefan Buchholz von der DZ Bank. Es fehlten Impulse, da die US-Börsen wegen eines Feiertages (President's Day) geschlossen sind. Zudem drückten mögliche Bilanztricks bei großen US-Unternehmen wie etwa IBM   auf die Stimmung, fügte ein anderer Händler hinzu.

Für Bewegung sorgten die Deutsche Telekom   und die Commerzbank   . Analysten von Goldman Sachs haben die T-Aktie auf ihrer Empfehlungsliste belassen und die Gewinn-Prognose erhöht. Das Kurspotenzial gaben die US-Investmentbanker mit mindestens 20 Prozent an. Am Montag-Abend schloss das Papier mit plus 0,6 Prozent bei 15,30 Euro.

Gestützt von der starken T-Aktie hielt sich der Dax im Handelsverlauf meist im Plus, musste einen Teil seiner Gewinne bis zum Nachmittag jedoch wieder abgeben. Um 20 Uhr notierte der deutsche Leitindex bei 4872 Punkten, ein knappes Plus von 9,1 Zählern.

Am Neuen Markt fielen die beiden Indizes unter die psychologisch wichtige Marke von 1000 Punkten. Sowohl der Nemax 50 als auch der alle Werte umfassende Index Nemax-All-Share schlossen nur knapp über der Marke von 990 Punkten, ein Minus von 3,2 (Nemax 50) bzw. 2,1 (Nemax All Share) Der MDax für die mittelschweren Titel präsentierte sich unverändert bei 4335 Punkten.

Die Aktie der Commerzbank   hatte sich am Nachmittag mit einem Kursplus von 2,4 Prozent auf 18,68 Euro an die Spitze der Gewinnerliste im Dax geschoben und schloss bei 18,45 Euro. Zuvor hatte die WCM Beteiligungs- und Grundbesitz AG in einer Pflichtmitteilung gemeldet, dass sie ihre Beteiligung an der Bank von rund einem auf 5,5 Prozent erhöht hat. Der Anteil soll zudem auf knapp unter zehn Prozent erhöht werden. Weitere Anteile an der Commerzbank werden den Angaben zufolge von den Großaktionären der WCM, den Mitgliedern der Familie Ehlerding, gehalten.

"Nachdem bekannt wurde, dass WCM die Commerzbank-Anteile erhöht, ist die Aktie förmlich explodiert", sagte ein Frankfurter Händler. Dennoch nannte er die Zuwächse "übertrieben". Aber an so einem nachrichtenarmen Tag steche diese Neuigkeit so heraus, "dass sich viele Anleger auf die Aktie stürzen". An anderen Tag hätte es vermutlich nicht so große Kursbewegungen gegeben.

Uneinheitlich präsentierten sich die Technologiewerte. Während Siemens   1,5 Prozent auf 66 Euro zulegen konnte, gab Infineon   leicht nach und schloss bei 45,41 Euro. Epcos   verlor 1,3 Prozent. SAP-Titel   übernahm mit einem Minus von rund zwei Prozent und einen Schlusskurs von 154,20 Euro den letzten Platz auf der Liste der Dax-30-Werte.

Nach Presseberichten über ein Übernahmeangebot des britischen Konzerns Innogy tendierten RWE-Aktien   ohne klare Richtung. Das Papier des Essener Energiekonzerns schloss am Ende fast unverändert bei 41,02 Euro. Händler zeigten sich von den Neuigkeiten unbeeindruckt. "Ich glaube nicht, dass eine Übernahme derzeit aktuell ist", sagte ein Händler. Und wenn RWE tatsächlich an Innogy interessiert sei, müsse der Konzern sein Angebot definitiv erhöhen.

Nach Ansicht eines Frankfurter Marktbeobachters ist das Angebot von RWE dagegen keine "große Überraschung". Schließlich habe der Konkurrent Eon   bereits im vergangenen Jahr Gespräche mit Innogy geführt. Die Eon-Aktie kletterte um knapp 1,7 Prozent und war damit der stärkste Gewinner im Dax-Segment.

Die Aktien von Degussa   und Linde   gaben um 2 Prozent beziehungsweise 1 Prozent nach. Händler verwiesen auf Gewinnmitnahmen, nachdem die Aktien in den vorangegangenen Sitzung stark zugelegt hatten.

Die im MDax notierten Aktien von ProSiebenSat.1   zogen um 8,8 Prozent auf 6,42 Euro an. Spekulationen auf eine erhoffte Eigenständigkeit der Fernsehfamilie beflügelte nach Angaben von Marktteilnehmern den Aktienkurs.

Neuer Markt unter 1000 Punkten – D.Logistics bricht ein – Wirren um Mobilcom

Neuer Markt: Beide Indizes unter 1000 Punkten

Der Neue Markt startete mit herben Abschlägen in die neue Handelswoche. Beide Indizes rutschten unter die Marke von 1000 Punkten. Die schlechten Vorgaben der Nasdaq hätten die Indizes unter Druck gesetzt, sagte ein Händler. "Das Vertrauen der Anleger ist zerstört. Hier am Neuen Markt ist die Stimmung äußerst nervös. Zudem scheinen die Investoren nach den jüngsten Unternehmenspleiten zu warten, bis der Neue Markt aufgeräumt ist", sagte ein Händler.

Verstärkt wurde die schlechte Stimmung am Neuen Markt durch negative Unternehmensmeldungen. So hatte der Logistikdienstleister vor Börsenbeginn gemeldet, seine Geschäftszahlen 2001 hätten nach vorläufigen Berechnungen die Planziele des Unternehmens verfehlt. Statt der erwarteten 30 Millionen Euro beim Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) würden maximal nur vier Millionen Euro erreicht. Die Aktie brach daraufhin um über 43 Prozent auf 3,13 Euro ein.

Pikant daran: Bereits am Freitag hatte das Papier mehr als elf Prozent auf 5,50 Euro verloren. Nun will D.Logistics das Bundesaufsichtsamt für Wertpapierhandel (BAWe) "um Unterstützung bei der Aufklärung des Sachverhalts ersuchen", hieß es in der Ad-hoc-Meldung. "Eine Unverschämtheit" nannten mehrere Händler übereinstimmend die Neuigkeiten. "Und dass sich wenige Tage vor den Zahlen der Unternehmensgründer zurückzieht, wirkt nicht gerade so vertrauensbildend, wie es das Unternehmen hinstellen wollte", sagte ein Börsenkenner in Düsseldorf. Zusätzlich hätten Berichte den Kurs belastet, dass D.Logistics Sicherheitsvorkehrungen am Frankfurter Flughafen nicht eingehalten habe.

Auch Comroad stürzt ab

Um ebenfalls knapp 40 Prozent gaben die Aktien des Telematikdienstleisters Comroad   nach, ehe sie sich am Ende wieder etwas fangen konnten. Marktteilnehmer sprachen erneut von Spekulationen über angeblich nicht exsistierende Geschäftsbeziehungen. "Das sind wieder die alten Gerüchte", sagte ein Händler und verwies dabei auf von Magazinberichte, in denen die Existenz von Geschäftsbeziehungen des Unternehmens vor allem nach Asien bezweifelt wurde. Ein Unternehmenssprecher sagte dazu, man werde die Bilanzpressekonferenz im März nutzen, um alle Verträge mit den 37 Partnern offen zu legen und weitere Beweise für die Partnerschaften vorlegen.

Bereits im Vorfeld der Geschäftszahlen verlor die Aktie von Qiagen   5,78 Prozent auf 18,39 Euro. Das Biotechnologie-Unternehmen wird seine Bilanz voraussichtlich am Dienstag vorlegen.

Berg- und Talfahrt bei Mobilcom

Aktien von Mobilcom   gehörten im frühen Handel zu den wenigen Gewinnern im Index, drehten dann aber gegen Mittag wieder ins Minus und notierten rund 4,4 Prozent leichter. Gerüchte, die France Telecom   wolle nun doch die Kontrolle beim norddeutschen Telekommunikationsanbieter übernehmen will, hätten das Papier zunächst gestützt, sagten Händler. Schlecht für Mobilcom sei jedoch, dass der Großaktionär nicht wie verlangt in den Ausbau des UMTS-Netzes investieren wolle.

Mit einem Plus von 14 Prozent auf 1,14 Euro (Xetra) setzte sich dagegen die Aktie des Jenaer Softwareherstellers Intershop   an die Spitze des Nemax 50 und stoppte damit vorerst eine gut sechswöchige Talfahrt. "Da sind lediglich Zocker am Werk", kommentierte ein Aktienhändler in Frankfurt die Kursbewegung. Intershop hatte in der vergangenen Woche einen Verlust- und Gewinneinbruch gemeldet und Entlassungen angekündigt.

Euro leicht gestiegen - Vorgaben aus Tokio und New York uneinheitlich

Kurs des Euro gestiegen

Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs des Euro am Montag bei 0,8715 (Freitag: 0,8705) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 1,1474 (Freitag: 1,1488) Euro. Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,6098 (0,6095) Pfund, 115,68 (115,61) Yen und 1,4804 (1,4813) Schweizer Franken fest.

Tokios Börse schließt uneinheitlich

Die Aktienbörse in Tokio hat am Montag im Zeichen des Japan-Besuchs von US-Präsident George W. Bush uneinheitlich geschlossen. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte legte moderat um 45,15 Punkte oder 0,4 Prozent zu und ging beim Stand von 10.098 Punkten aus dem Markt. Der breit angelegte Topix gab dagegen leicht um 0,82 Punkte nach und schloss beim Stand von 981 Punkten.

Die Wall Street ist am Montag auf Grund eines Feiertages geschlossen, nachdem sie den Handel am Freitag schwach beendet hatte. Dabei war der Dow-Jones-Index der 30 wichtigsten Industriewerte wieder unter die 10.000er Marke gesackt, die er am Vortag erklommen hatte, und ging mit einem Abschlag von einem Prozent auf 9903 Punkte ins Wochenende. Zwischenzeitlich notierte der Index zwar leicht im Plus, wobei sein Tageshöchstwert bei 10.007 Zählern lag. Die längste Zeit des Freitags jedoch stand der Dow in der Verlustzone. Das Tagestief markierte er bei 9893 Punkten. Der breiter angelegte S&P-500-Index verlor am Freitag 1,10 Prozent auf 1104 Punkte. Die Nasdaq fiel bis Handelsschluss um 2,1 Prozent auf 1805 Punkte.

Flut von Konjunkturdaten und Unternehmenszahlen

Flut von Konjunkturdaten und Unternehmenszahlen

Anleger und Finanzanalysten warten in der laufenden Woche auf die neuesten Konjunkturdaten und Unternehmensbilanzen. In Deutschland werden unter anderem Volkswagen   , die Deutsche Börse und das Biotech-Unternehmen Qiagen   am Dienstag ihre Geschäftszahlen melden. Einen Tag später werden die Dax-Unternehmen DaimlerChrysler   und HypoVereinsbank   sowie der MDax-Wert Hugo Boss Rechenschaft über das vergangene Jahr ablegen. Am Donnerstag präsentiert dann der Allianz-Konzern   seine Ergebnisse.

"Die Anleger erwarten von den Unternehmen konkrete Hinweise für eine nahende Wende zu wieder steigenden Gewinnen", sagte Guiseppe Amato von Lang & Schwarz. Zwar deuteten bereits eine Reihe von US-Konjunkturdaten auf eine baldige Erholung der größten Weltwirtschaft hin. Dies habe sich aber noch nicht ausreichend in den Ergebnissen und Ausblicken der Firmen widergespiegelt. "Bisher fehlt es schlicht an einem Katalysator für steigende Kurse", sagte der Experte.

An der Konjunkturfront steht ebenfalls eine Reihe wichtiger Termine an, unter anderem die Zahlen zur Industrieproduktion in der Europäischen Union sowie die Frühindikatoren für Japan und die USA. Zudem werden die viel beachteten US-Verbraucherpreise veröffentlicht: Sie geben Aufschluss über den Stand der Inflationsentwicklung und den möglichen Spielraum der US-Notenbank Federal Reserve bei ihrer künftigen Zinsentscheidungen.