Börsenschluss: T-Aktie gab kräftig ab - DER SPIEGEL
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Börsenschluss T-Aktie gab kräftig ab

Die Märkte in Frankfurt und New York haben am Dienstag mit satten Abschlägen auf neue Konjunkturdaten reagiert. Technologiewerte und Aktien der Versicherer sackten deutlich ab. Die T-Aktie kam unter die Räder.
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Frankfurt am Main – Schwache Konjunkturdaten aus Deutschland und den USA haben den Dax am Dienstag ins Minus gedrückt. Ein zusätzlicher Belastungsfaktor waren die massiven Kursverluste der Deutsche Telekom.

Mit Blick auf den sechsten Rückgang des Ifo-Indexes in Folge und das unerwartet schlecht ausgefallene US-Verbrauchervertrauen sagten Händler, die jüngste Erholung der deutschen Standardwerte sei vorerst vorbei. Die T-Aktie   habe unterdessen unter den Sorgen vor einer Kapitalerhöhung beim französischen Konkurrenten France Telecom   gelitten.

Hilft kommende Woche die EZB?

Von der Hoffnung auf eine Jahresendrallye wollten sich die Börsianer trotz der trüben Konjunkturaussichten nicht trennen. Wenn die Europäische Zentralbank (EZB) die Zinsen wie von vielen Marktteilnehmern ersehnt senke, seien in den kommenden Wochen durchaus noch deutliche Kursgewinne zu erwarten.

Der Dax schloss 107 Punkte oder 3,3 Prozent schwächer auf 3191 Zähler. Am Neuen Markt fiel der Nemax50 um 2,2 Prozent auf 439 Punkte. Zu Handelsschluss in Frankfurt präsentierte sich der Dow Jones 1,5 Prozent leichter auf 8719 Punkten. Der Nasdaq Composite fiel um 1,9 Prozent auf 1453 Zähler.

US-Verbrauchervertrauen unter den Erwartungen

Beim Ifo-Geschäftsklimaindex sorgten Börsianern zufolge vor allem die rückläufigen Zukunftserwartungen der vom Ifo-Institut befragten Unternehmen für schlechte Stimmung am Aktienmarkt. Die konjunkturelle Lage scheine sich kaum zu bessern. Volkswirte machten die geplanten Steuer- und Sozialabgabenerhöhungen der Bundesregierung für den Pessimismus der Unternehmen verantwortlich. Der Index der Geschäftserwartungen für die kommenden sechs Monate fiel auf 95,8 von 97,9 Punkten.

Das US-Verbrauchervertrauen stieg im November auf 84,1 Punkte von 79,6 Zählern im Vormonat. Analysten hatten allerdings mit einem Anstieg auf 85,7 Stellen gerechnet.

T-Aktie verliert zeitweilig acht Prozent

T-Aktie verliert zeitweilig acht Prozent

Die T-Aktie   stand mit einem Minus von gut sechs Prozent auf 11,30 Euro weit oben auf der Dax-Verliererliste. Zeitweilig hatten die Verluste mehr als acht Prozent betragen. Ein Händler wies neben den Sorgen vor einer Kapitalerhöhung bei der hoch verschuldeten France Telecom auf einen zusätzlichen charttechnischen Belastungsfaktor hin. Die Aktie habe bei etwa 11,80 Euro eine wichtige Marke durchbrochen und damit der jüngsten Erholung ein Ende gesetzt. In den vergangenen zwei Wochen hatten die Titel in der Spitze knapp 19 Prozent zugelegt. Aber auch die Papiere der übrigen europäischen Telekom-Konzerne standen am Dienstag unter starkem Druck. Der europäische Index für diese Branche gab um 4,2 Prozent nach.

Versicherer unter Druck: Erneut schlechte Zahlen erwartet

Die Aktien des Dax-Schwergewicht Allianz   verloren 5,8 Prozent auf 107,44 Euro. Zuvor hatte die Ratingagentur Fitch die Bonitätseinstufung des Versicherers und seiner Tochter Dresdner Bank mit einem negativen Ausblick versehen. "Die Senkung der Überschussbeteiligung bei Allianz Leben signalisiert zudem, dass es der Allianz nicht mehr gelingt, den alten Wert zu erwirtschaften", sagte der Händler Christian Schmidt von der Helaba. Am Vorabend hatte Reuters aus Finanzkreisen erfahren, der größte deutsche Lebensversicherer werde die Überschussbeteiligung für 2003 auf 5,5 von derzeit 6,8 Prozent senken.

Münchener Rück   gaben rund 2,90 Prozent auf 143,92 Euro nach. Nach der Allianz wird nach Einschätzung von Experten auch der zweite deutsche Versicherungsriese an diesem Donnerstag (28. November) einen Verlust für das dritte Quartal präsentieren.

Technologietitel auf der Verliererstraße

Gewinnmitnahmen belasteten SAP  -Titel. Sie verloren um 3,69 Prozent auf 86,98 Euro. Aktien von Infineon   fielen um 5,81 Prozent auf 9,56 Euro und die von Siemens   büßten 3,22 Prozent auf 48,34 Euro ein. Infineon hatten dabei lange Zeit des Handelstages im Plus gestanden und wurden von der Nachricht gestärkt, dass Intel   die Preise für Mobilfunk-Chips auf Grund der stärkeren Nachfrage erhöht hat. Mit den Kursverlusten an der US-Technologiebörse Nasdaq rutschte dann allerdings auch Infineon in die Verlustzone.

Aktien der Deutsche Bank   verloren Händlern zufolge, da die US-Börsenaufsicht das Unternehmen angeblich mit einer Geldstrafe von 50 Millionen US-Dollar belegt haben soll. Die Aktie fiel um 4,06 Prozent auf 48,68 Euro.

Zu den wenigen Gewinnern im Dax zählten die Aktien von MAN  , die um 0,74 Prozent auf 13,60 Euro stiegen und damit den Dax anführten. Der Nutzfahrzeuge-Hersteller hatte zuvor mitgeteilt, er treibe die Integration der Busaktivitäten weiter voran und erneuere die Produktionsstruktur und Logistik. Die Märkte reagierten prompt, obwohl die Nachricht nicht neu war.

Leoni kann im MDax punkten

Den MDax führte mit Abstand das Papier des Autozulieferers Leoni   nach guten Geschäftszahlen an. Es ging mit einem Aufschlag von 5,88 Prozent auf 28,80 Euro aus dem Handel. Aktien des Erotik-Unternehmens Beate Uhse   legte nach guten Zahlen 0,98 Prozent auf 10,28 Euro zu.

In Nemax 50 standen erneut die Anteilsscheine des Mobilfunkbetreibers Mobilcom   unter Abgabedruck und stürzten ohne neue Nachrichten um 13,02 Prozent auf 4,61 Euro in die Tiefe. Händler vermuteten Gewinnmitnahmen nach der abgewendeten Insolvenzgefahr. Die Aktie des Logistikunternehmens D. Logistics  , die nach der Veröffentlichung der Quartalszahlen zunächst stark zugelegt hatte, gab ihre Gewinne am Abend wieder ab und ging mit einem Abschlag von 0,99 Prozent auf 2,00 Euro aus dem Handel.