Börsenschluss: T-Aktie rettet den Dax - DER SPIEGEL
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Börsenschluss T-Aktie rettet den Dax

Mit einem kräftigen Kursaufschwung hat die Deutsche Telekom den Dax ins Plus gezogen. Unter Abgabedruck standen SAP und die Versicherer.
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Frankfurt am Main – Der Dax hat sich zum Handelsschluss am Donnerstag aus der Verlustzone befreien können und schloss mit 0,2 Prozent im Plus auf 4100 Punkten. Die Nebenwerte präsentierten sich deutlich fester: Der MDax kletterte um 0,7 Prozent auf 3643 Punkte. Am Neuen Markt ging der Nemax 50 auf 570 Zählern aus dem Handel, ein Plus von 1,6 Prozent.

USA: Bullen kämpfen gegen Bären

In den USA präsentierten sich die Börsen in einem stark schwankenden Handel uneinheitlich. Der Dow Jones notierte zum Börsenschluss in Deutschland auf 8564 Zählern, ein Plus von 0,3 Prozent. Der Nasdaq verlor rund 1,4 Prozent auf 1377 Punkte.

"Die Bullen kämpfen gegen die Bären, ohne dass es eine eindeutige Richtung gibt", sagte ein Händler. Dadurch könne es im Index und bei einzelnen Aktien im Tagesverlauf wieder deutliche Ausschläge geben.

Inmitten der Zahlensaison fragen sich die Anleger vermehrt: "Stimmen die Zahlen?" Ein Händler sagte allerdings: "Es macht keinen Sinn, die Geschäftszahlen von vorne herein anzuzweifeln. Wenn sie falsch sind, dann hat sich der ganze Markt darauf verlassen." Die Zahlen von IBM   wurden von einigen Analysten als "nicht so schwach wie befürchtet" eingeschätzt worden. "The Big Blue", wie der weltweit größte Computerhersteller auch genannt wird, hatte zumindest die Gewinnschätzung von vier Dollar für das Jahr beibehalten, obwohl Umsatz und Gewinn im zweiten Quartal nicht mehr so stark ausfielen. Die Aktie profitierte zumindest von den Zahlen und stieg um 0,8 Prozent auf 71,27 Dollar.

Erst nach Handelsschluss wird der Softwareriese Microsoft   seine Bilanz veröffentlichen.

Frischer Wind bei der Telekom

Mit deutlichem Abstand zum Nächstplatzierten stieg die T-Aktie   um fünf Prozent auf 12,60 Euro. Der Markt spekuliere, dass der neue Mann an der Spitze auch neuen Wind mitbringe und den Schuldenabbau vorantreibe, sagte ein Händler einer ausländischen Bank. Investmentfonds, die in den Vorwochen ihre Telekommunikationsaktien verkauft hätten, stiegen nun wieder ein. Zudem hofft der viertgrößte deutsche Mobilfunkkonzern O2 für das vierte Quartal auf ein positives Betriebsergebnis vor Steuern und Zinsen. Auch die Kurse der gleichfalls von Schulden belasteten europäischen Mitbewerber seien gesucht. Nach dem Vorbild der Deutschen Telekom könnte auch bei ihnen mit einem Vorstandswechsel ein Neuanfang versucht werden.

Flaute bei SAP und Siebel

Die Aktien des Walldorfer Softwareherstellers SAP   haben mit Abschlägen auf die Präsentation der endgültigen Quartalszahlen des Unternehmens reagiert. Die SAP-Aktie rutschte um 4,6 Prozent nach unten auf 76,40 Euro und hielt damit die rote Laterne. SAP hatte bereits am vergangenen Donnerstag eine Umsatzwarnung herausgegeben. Das Papier war daraufhin um gut 20 Prozent abgestürzt.

"In der Branche gibt es derzeit einfach nicht viel zu holen, wie man am US-Konkurrenten Siebel ja schon sieht. Die Zeiten mit Kursfantasien von 20 bis 30 Prozent seien erst einmal vorbei", sagte ein Händler. Am Morgen war das SAP-Papier bereits von den Ergebnissen des US-Softwareherstellers Siebel Systems belastet worden, am Mittag aber kurzzeitig wieder ins Plus gedreht. Siebel hatte im zweiten Quartal einen deutlichen Umsatz- und Ergebniseinbruch verzeichnet und die Analystenerwartungen verfehlt.

Auch bei SAP war das Betriebsergebnis im zweiten Quartal von 424 auf 324 Millionen Euro gefallen. Auf Grund von Wertminderungen bei der US-Beteiligung Commerce One rutschte SAP erstmals seit Jahren mit 232 Millionen Euro wieder in die Verlustzone.

Verhaltener Ausblick bei Nokia

Nach dem verhaltenen Ausblicks des finnischen Nokia-Konzerns   präsentierten sich die Technologiewerte uneinheitlich. Infineon-Titel   verteuerten sich um 0,6 Prozent auf 17,50 Euro. Über den Münchener Chipkonzern berichtet das "Handelsblatt", er sei "offenbar trotz des erneuten Abschwungs der Speicherchip-Preise auf Kurs". Dagegen notierten die Anteilsscheine von Epcos   nahezu unverändert auf 26,44 Euro. Siemens-Papiere   büßten 0,5 Prozent auf 58,60 Euro ein.

Automobilwerte zeigten sich hingegen freundlich. Nach positiven Zahlen verteuerten sich die Aktien von DaimlerChrysler   um 2,9 Prozent auf 47,27 Euro. Auch die Titel von BMW   (plus 1,3 Prozent auf 40,08 Euro) und Volkswagen   (plus 2,5 Prozent auf 44,01 Euro) präsentierten sich fest.

Stimmungstief drückt die Schering-Aktie

Schering-Aktien   gaben 2,6 Prozent auf 51 Euro nach. Das Papier des Berliner Pharmakonzerns leidet wie andere Hersteller von Hormonersatzpräparaten unter einem Stimmungstief.

Händler sahen Banken und Versicherer von der Gewinnwarnung der französischen BNP Paribas   belastet. Zudem würden große Publikumsfonds eher in Technologiewerte und Halbleiterwerte investieren. Allianz-Papiere   büßten 2,7 Prozent auf 178,40 Euro ein, während die der Münchener Rück   einen Tag nach der Hauptversammlung um 3,4 Prozent auf 213,50 Euro nachgaben.

Die HypoVereinsbank   und die Deutsche Bank   notierten ebenfalls schwächer, während die Commerzbank   leicht zulegen konnte.

Börsenflaute belastet Consors – Euro notiert leicht schwächer

Consors leidet unter der Börsenflaute

Am Neuen Markt stand die Aktie des Online-Brokers Consors   im Mittelpunkt des Interesses. Das Unternehmen hat im ersten Halbjahr weiter unter der Börsenflaute gelitten. Wie es vor der Hauptversammlung mitteilte, sei nach vorläufigen Zahlen ein Nachsteuerverlust von 159 Millionen Euro verbucht worden. Im Jahr zuvor wurde ein Minus von rund 41 Millionen Euro verbucht. Der Zins- und Provisionsüberschuss sei im Vergleich zur entsprechenden Vorjahresperiode um 34 Prozent auf 61 Millionen Euro geschrumpft, hieß es außerdem. Der Wert schloss jedoch unverändert auf 12,34 Euro.

Thiel wieder deutlich im Plus

Seit Montag wird dagegen die Aktie des Logistikdienstleisters Thiel Logistik   wieder stark nachgefragt. Sie legte um 8,9 Prozent auf 5,02 Euro zu. Am vergangenen Freitag hatte das Papier mehr als die Hälfte seines Wertes verloren und bei zwei Euro ein Allzeittief erreicht.

Deutliche Kursaufschläge verbuchten ohne wichtige Unternehmensnachrichten auch die Anteilsscheine von D.Logistics   (plus 98,2 Prozent auf 2,20 Euro), DAB Bank   (plus 9,7 Prozent auf fünf Euro) und Adva   (plus 9,4 Prozent auf 1,75 Euro).

Nikkei klettert fast zwei Prozent

Die Kurse an der Börse in Tokio sind am Donnerstag kräftig angestiegen. Der Nikkei-Index für die 225 führenden Werte legte um 202 Punkte oder 1,96 Prozent auf 10.498 Punkte zu. Der breiter gefasste Topix stieg um 22,02 Punkte oder 2,2 Prozent auf 1010 Punkte. "Ich denke, dass wir den Boden gesehen haben. Es gibt gute Kaufgelegenheiten," sagte Masao Miwa von Sassoon Securities. Keiji Numata, Investment Manager von Toyo Securities sagte, unabhängig von den US-Märkten würden die Investoren auch auf die lokalen Nachrichten achten.

Davon profitierten die Microchip-Hersteller wie NEC  , die um 32 Yen auf 825 Yen zulegten. Fujitsu  , stiegen um 16 Yen auf 827 Yen. Dabei gab es schlechte Nachrichten: Einer Prognose des Branchenverbands SEMI (Semiconductor Equipment and Materials International) zufolge werden die Umsätze der Ausrüster der Halbleiterbranche im laufenden Jahr um 18,8 Prozent auf 22,76 Milliarden US-Dollar zurückgehen. Nach den Verlusten des Vortages kletterten die Aktien des Mischkonzerns Sony   um 240 Yen auf 5800 Yen. Fester notierten auch die japanischen Autohersteller.

Euro etwas leichter

Der Kurs des Euro ist am Donnerstag leicht gefallen. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs bei 1,0058 (Mittwoch: 1,0064) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9942 (0,9936) Euro. Bis 20 Uhr legte die Einheitswährung wieder leicht auf 1,0072 Dollar zu.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,6428 (0,6432) Pfund, 117,70 (117,39) Yen und 1,4642 (1,4660) Schweizer Franken fest.