Börsenschluss: Techtitel knicken ein - DER SPIEGEL
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Börsenschluss Techtitel knicken ein

Mit deutlichen Kursverlusten sind deutschen Aktienmärkte aus dem Handel gegangen. Gewinnmitnahmen bei den Technologiewerten, eine schwache T-Aktie und schlechte Vorgaben von der Wall Street haben den Dax belastet.
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Frankfurt am Main – Der Dax schloss am Donnerstag um 1,1 Prozent leichter auf 5228 Punkten. Am Neuen Markt fiel der Auswahl-Index Nemax 50 um 2,7 Prozent auf 1252 Zähler. Besser konnten sich die Nebenwerte behaupten: Der MDax sank um 0,3 Prozent auf 4358 Stellen.

In den USA entwickelten sich die Aktienmärkte uneinheitlich. Während die Nasdaq bis zum Börsenschluss in Deutschland meist knapp im Plus notierte, präsentierte sich der Dow Jones etwas leichter.

"Nach den deutlichen Zuwächsen vom Vortag bei den Techwerten streichen viele Anleger ihre Gewinne ein", sagte Carsten Hilck, Fondsmanager bei Union Investment. Zudem belastete die schwache T-Aktie sowie mäßige Vorgaben der US-Börsen den Markt in Frankfurt.

Neben Gewinnmitnahmen belasteten Händlern zufolge auch Gerüchte um eine Gewinnwarnung bei dem US-Computerhersteller IBM   die Technologiewerte. So standen nach der Kursrallye der SAP-Aktie vom Vortag die Papiere zuletzt mit einem Minus von 2,6 Prozent auf 163,00 Euro auf der Verkaufsliste. Am Mittwoch waren SAP-Aktien um fast 13 Prozent gestiegen, nachdem der Konzern überraschend gute vorläufige Geschäftszahlen für das vierte Quartal veröffentlicht hatte.

Titel des Elektronik-Konzerns Siemens   notierten bei 76,28 Euro - ein Abschlag von 2,9 Prozent. Aktien des Herstellers elektronischer Bauelemente Epcos   litten zudem unter schlechter als erwartet ausgefallenen Zahlen des US-Konkurrenten AVX und verloren 6,4 Prozent auf 50,25 Euro. Damit bildete die Siemens-Tochter das Schlusslicht im Dax.

Die T-Aktie   verlor 2,6 Prozent auf 18,69 Euro. Händler begründeten den Verlust mit Verkäufen ehemaliger VoiceStream-Aktionäre und der "anhaltenden Enttäuschung" nach einem Bericht des Wirtschaftsmagazins "Capital". Danach werde der Telekomkonzern bis ins Jahr 2004 hinein rote Zahlen schreiben. Auch drohe der Kauf des restlichen Fernsehkabelnetzes durch den US-Medienkonzern Liberty Media an Auflagen der Kartellbehörden zu scheitern. Damit würde den Bonnern zunächst einmal Milliarden von Euro entgehen, sagte ein Händler.

Autotitel im Dax wurden an Donnerstag von den Anlegern gemieden: DaimlerChrysler   gaben 3,1 Prozent auf 47,29 Euro nach. Nach Einschätzung von Marktbeobachtern bezweifeln die Anleger, dass das DaimlerChrysler-Management seine selbst gesteckten und am Mittwoch noch einmal bekräftigten Ziele angesichts des schwachen konjunkturellen Umfeldes erreichen kann. Volkswagen   verloren 3,7 Prozent auf 50,83 Euro. BMW   büßten 0,7 Prozent auf 40,40 Euro ein.

Tagessieger im Dax war das Papier des Einzelhandelskonzern Metro   mit einem Kurszuwachs von 2,9 Prozent auf 41,55 Euro. Der Titel profitierte von guten Nachrichten des US-Konkurrenten Wal-Mart   , der im Weihnachtsgeschäft Analysten-Erwartungen übertroffen hatte. Der Umsatz im Dezember stieg um 16,2 Prozent auf 28,84 Milliarden Dollar.

Neuer Markt: Ruhe nach den Kursgewinnen

Nach den Kursgewinnen zu Jahresbeginn sei "erstmal wieder ein bisschen Ruhe angesagt", sagte ein Händler. Die Anleger seien vor der Veröffentlichung der Quartalsergebnisse der im Neuen Markt gelisteten Unternehmen verunsichert. Die Zahlen werden seiner Ansicht nach "nicht so prickelnd" ausfallen. Deshalb würden die Gewinne jetzt realisiert. Ein anderer Marktteilnehmer sagte, es könne auch wieder aufwärts gehen, wenn Unternehmen die Erwartungen der Anleger mit ihrer Geschäftsentwicklung überträfen. "Was fehlt, sind positive Nachrichten."

Der Markt zeigte sich unbeeindruckt von der Absicht des Chip-Händlers ACG   , in diesem Jahr wieder den Umsatz von 2000 zu erreichen und dabei Gewinne zu schreiben. Der Titel notierte mit 7,52 Euro um 2,6 Prozent niedriger als am Vortag.

Zu den großen Kursverlierern im Nemax 50 zählten Aktien des Software-Unternehmens Intershop   , die sich um 4,4 Prozent auf 1,75 Euro verbilligten. "Jetzt werden die letzten Stücke herausgekramt und verkauft", kommentierte ein Händler den Kursverfall des einstigen Vorzeigewerts.

Mit 4,2 Prozent im Plus auf 11,39 Euro notierten dagegen die Papiere des Biotechnologie-Unternehmens Evotec   , die sich damit an die Spitze der Gewinnerliste im Auswahl-Index setzten. Ein großer Verkaufsauftrag sei ausgelaufen, sagte ein Händler.

Deutliche Verluste fuhr die Ejay-Aktie   ein. Die Deutsche Börse schließt den insolventen Anbieter von Musiksoftware zum 8. Februar vom Neuen Markt aus. Ejay habe gegen Börsenregeln verstoßen, hieß es. Die Zulassung der Aktien zum Geregelten Markt bleibt hiervon unberührt. Der Kurs fiel auf dem Frankfurter Parkett um 11,8 Prozent auf 0,15 Euro.

Kurs des Euro gefallen

Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs bei 0,8909 (Mittwoch: 0,8921) Dollar fest. Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,61720 (0,61875) Pfund, 117,96 (118,05) Yen und 1,4833 (1,4791) Schweizer Franken fest.