Börsenschluss Techtitel stützen den Dax
Frankfurt am Main Der Dax hat seine leichten Gewinne vom Mittag halten können und ist mit einem Plus von 0,4 Prozent auf 5146 Punkte aus dem Handel gegangen. Am Neuen Markt legte der Nemax 50 um 0,3 Prozent auf 1282 Zähler zu.
In den USA haben die Börsen freundlich notiert. Der Dow Jones notierte zum Handelsschluss in Deutschland auf 9951 Punkten, ein Plus von 0,3 Prozent. Die Nasdaq legte um 1,3 Prozent auf 2018 Zähler zu.
Erst gegen 20.15 Uhr (MEZ) hat die US-Notenbank bekannt gegeben, den Leitzinssatz um 25 Basispunkte auf 1,75 Prozent zu senken. Die meisten Marktteilnehmer hatten diese Entscheidung bereits erwartet und in die Kurse eingepreist. Dennoch legten der Dow Jones und die Nasdaq im weiteren Handelsverlauf kräftig zu.
Marktbestimmendes Thema vor der Sitzung der US-Notenbank war Nokia. Der finnische Telekom-Ausrüster hat seine Planzahlen für das laufende vierte Quartal bestätigt. Zudem sei für den Gesamtkonzern mit einem Umsatzwachstum von 20 Prozent im Vergleich zum vorangegangenen Quartal zu rechnen. Der verwässerte Proforma-Gewinn je Aktie soll im vierten Quartal am oberen Ende der bisherigen Erwartungen von 0,18 bis 0,20 Euro liegen. Er könne diese möglicherweise aber auch übertreffen. Als Grund für die Erhöhung der Prognose für den Proforma-Gewinn je Aktie nannte Nokia-Chef Jorma Olila bei einer Analysten-Telefonkonferenz die positive Entwicklung der Handysparte. Er verwies auf steigende Marktanteile und einen verbesserten Produktmix. "Der Ausblick von Nokia ist absolut positiv", sagte ein Börsianer.
Trendwende bei Techtiteln
In Frankfurt profitierten vor allem die Technologietitel von den optimistischen Nokia-Prognosen. Von der erwarteten Erholung auf dem Mobilfunkmarkt beflügelt, schlossen die Titel des Bauelemente-Herstellers Epcos rund 5,6 Prozent fester auf 60,35 Euro und führten damit die Dax-Gewinnerliste an. Die Siemens-Tochter gilt als wichtiger Zulieferer für Handy-Produzenten und hat unter anderem auch Nokia auf seiner Kundenliste.
Aber auch die anderen Hightechs präsentierten sich fest. Die Aktien von Siemens (plus 3,1 Prozent auf 72,25 Euro), Infineon (plus ein Prozent auf 26,10 Euro), SAP (plus 1,5 Prozent auf 148,60 Euro) und der Deutschen Telekom (plus 2,4 Prozent auf 19, 89 Euro) zogen deutlich an.
Von den defensiven Werten schloss MAN zur Spitzengruppe auf. Die Anteilsscheine verteuerten sich um 2,3 Prozent auf 23,62 Euro, nachdem der Maschinenbau- und Nutzfahrzeugkonzern bekannt gab, einen Verkauf des weltgrößten Hütten- und Walzwerksbauer SMS Demag nicht mehr auszuschließen. Den Wert von SMS bezifferte Vorstandschef Rudolf Rupprecht auf 1,5 bis zwei Milliarden Mark. Dieser sei aber derzeit nicht zu realisieren.
Neben MAN liefen auch die Titel von Fresenius , Eon und der Allianz gut.
Die Papiere des Automobilkonzerns Volkswagen gaben ihre Gewinne wieder ab und gingen unverändert auf 50,75 Euro aus dem Handel. Volkswagen hat heute seine Gläserne Manufaktur für Luxuslimousinen in Dresden eröffnet. Der Konzern hat vorab einen neuen Absatzrekord für dieses Jahr in Aussicht gestellt. Der Anteil an weltweit verkauften Fahrzeugen könne außerdem von zwölf auf 12,5 Prozent steigen, sagte Vertriebschef Robert Büchelhofer der "Braunschweiger Zeitung".
Die Commerzbank und DaimlerChrysler gehörten mit Abschlägen von rund 1,8 Prozent zu den größten Verlierern im Dax. Händler führten die Verluste bei DaimlerChrysler auf negative Analystenkommentaren zurück. Die niederländische Bank ABN Amro hatte den Titel von "Reduzieren" auf "Verkaufen" heruntergestuft.
Die EU-Kommission hat gegen fünf deutsche Banken Bußgelder von insgesamt 100,8 Millionen Euro wegen wettbewerbswidriger Umtauschgebühren für Währungen der 12 Euro-Länder verhängt. Auf die Commerzbank und die Bayerische HypoVereinsbank entfallen jeweils 28 Millionen Euro, entschied die Kommission.
Neuer Markt: Mobilcom auf Klettertour
- manager magazin:Börsenschluss New York
- manager-magazin.de:Chronik 2001 - der März
- manager-magazin.de:Mit 50 aussteigen - Reich nach Plan
Der einstige Highflyer Mobilcom hat im Dienstagshandel für Furore gesorgt. Das Papier kletterte um sechs Prozent auf 26,50 Euro. Zuvor hatte das Unternehmen den Einstieg von Guy Wyser-Pratte bestätigt. Der US-Investor soll einen "kleinen Anteil" an Mobilcom erworben haben, weil er auf künftige Kursgewinne angesichts einer derzeitigen Unterbewertung setze, hieß es. Zudem haben die Büdelsdorfer einen Zeitungsbericht zurückgewiesen, wonach dem Großaktionär France Telecom der Zukauf weiterer Mobilcom-Anteile erschwert werden soll. Ein Mobilcom-Sprecher bezeichnete den Bericht der "Financial Times Deutschland" als "Spekulation", wonach Mobilcom-Chef Gerhard Schmid weitere Investoren suche, um eine Mehrheitsposition an Mobilcom zu erlangen.
Der Logistiker Thiel Logistik stand hingegen unter Druck, nachdem der Mehrheitsaktionär Lorenzo AG bis zu fünf Millionen seiner 22,8 Millionen Aktien verkauft hat. Nach Unternehmensangaben steigt damit der Streubesitzes auf über 50 Prozent des Kapitals. Die Aktie verlor 3,9 Prozent auf 22,10 Euro
Heyde-Titel verbilligten sich um 7,7 Prozent auf 1,43 Euro, denn auch im vierten Quartal wird der Softwareberater noch keine schwarzen Zahlen ausweisen. Entgegen bisheriger Prognosen kündigte Vorstandschef Dirk Wittenborg für das Gesamtjahr bei 125 Millionen Euro Umsatz einen Verlust vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen zwischen 44 und 47 Millionen Euro an.
Um weitere 25 Prozent ging es für den im Nemax All Share notierten Musiksoftware-Anbieter Ejay auf 0,30 Euro abwärts, nachdem das Unternehmen am Montag die Eröffnung des Insolvenzverfahrens beantragt hat.
Kurs des Euro gestiegen
Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs bei 0,8908 (Montag: 0,8850) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 2,1956 (2,2100) Mark. Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,6210 (0,6198) Pfund, 112,30 (111,82) Yen und 1,4792 (1,4806) Schweizer Franken fest.