Börsenschluss: Terror-Ängste drücken den Dax - DER SPIEGEL
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Börsenschluss Terror-Ängste drücken den Dax

Zum Wochenstart haben die Kurse an den deutschen Börsen nachgegeben. Sorgen um mögliche Terroranschläge in den USA trübten die Stimmung. Die T-Aktie gab wieder nach.
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Frankfurt am Main – Trotz steigender Kurse an den US-Börsen verloren die deutschen Aktienmärkte wieder. Der Dax ging 0,5 Prozent leichter aus dem Handel auf 4589 Punkten. Nur minimal unter dem Schlussstand vom Freitag notierte der MDax auf 4217 Zählern. Am Neuen Markt rutschte der Nemax 50 auf 732 Punkte, ein Minus von 0,9 Prozent.

In den USA haben die Börsen unentschlossen eröffnet, gewannen im Verlauf aber deutlich an Kraft. Zum Handelsschluss in Deutschland notierte der Dow Jones auf 9654 Punkten, ein Plus von 0,7 Prozent. Die Nasdaq legte um 0,5 Prozent auf 1542 Zähler zu.

Sorgen der Investoren vor Anschlägen haben am Nachmittag zu Verkäufen geführt und den Dax zeitweilig deutlich belastet. Im Sog anziehender Kurse an den US-Märkten erholte sich der Index allerdings bis Börsenschluss von seinen Tagestiefständen. Das US-Justizministerium hatte mitgeteilt, einen Anschlag mit einer so genannten schmutzigen Atombombe verhindert zu haben. Investoren verkauften auf Grund der Unsicherheit, dass es zu weiteren Anschlägen kommen könne, hieß es am Markt.

Ungeachtet der aktuellen Erholung bei Technologiewerten seien viele Anleger immer noch vorsichtig in Bezug auf die weitere Kursentwicklung in dieser Branche, sagten Börsianer. Einige Investoren rechneten bei der Bekanntgabe von Eckdaten zum Geschäftsverlaufs des finnischen Handy-Konzerns Nokia   an diesem Dienstag mit negativen Überraschungen. In diesem Fall müsse insbesondere bei den Technologiewerten mit erneuten kräftigen Verlusten gerechnet werden, hieß es.

Die Aktien der Deutschen Telekom   verloren 2,6 Prozent auf 10,21 Euro. "Es gibt keine positiven Nachrichten und auch keine Gründe, warum man die Aktie kaufen sollte", sagte eine Düsseldorfer Händlerin. Einige Börsianer verwiesen angesichts der Kursverluste auf einen Zeitungsbericht, wonach die Telekom einen Börsengang der Mobilfunktochter T-Mobile bis Jahresende ausschließe. "Das ist nichts neues und der Markt hatte damit doch sowieso schon gerechnet", sagte ein anderer Börsianer.

Um 1,2 Prozent auf 37,85 Euro fielen auch die Papiere des Herstellers passiver Bauelemente Epcos   . Händler erklärten die Verluste mit Befürchtungen, dass der Nokia-Zwischenbericht enttäuschen könnte.

Dax-Gewinner des Tages war das Papier von Infineon   . Die Anteilsscheine verteuerten sich um 2,3 Prozent auf 16,83 Euro. Die SAP-Aktie   gewann 0,4 Prozent auf 111,94 Euro.

Daimler nach schwachen Zahlen unter Druck

Zu den größten Verlierern gehörten die Aktien von DaimlerChrysler   , was Händler mit rückläufigen Absatzzahlen bei der Marke Mercedes-Benz begründeten. "Die Mercedes-Absatzzahlen sind gefallen und die Mercedes-Sparte ist das einzige, was bisher gut gelaufen ist. Da kommt jetzt etwas Unwohlsein rein", sagte ein Frankfurter Aktienhändler. Die Papiere büßten knapp zwei Prozent auf 49,31 Euro ein. Auch Volkswagen   notierte schwächer, BMW   ging unverändert aus dem Handel.

Die Lufthansa-Aktie   verbilligte sich um 1,4 Prozent auf 14,44 Euro. Die Airline wurde belastet von der Rekordbilanz des irischen Billigfliegerkonkurrenten Ryanair   .

BASF-Anteilsscheine   gehörten nach der Vorlage positiver Zahlen aus dem Unternehmen zu den gesuchten Werten, die um 0,7 Prozent auf 46,84 Euro anzogen. "Das Geschäft lief für die Ludwigshafener im April und Mai wieder besser", erklärte Aktienhändler Fidel Helmer von der Privatbank Hauck & Aufhäuser die Kursgewinne. Bayer-Aktien   sanken hingegen um zwei Prozent auf 33,51 Euro.

Zocker spielen mit Cargolifter – Mobilcom unter Druck

Zocker treiben Cargolifter-Aktie

Im MDax stiegen die Aktien des inzwischen insolventen Luftschiffbauers Cargolifter   mit großem Anstand an die Spitze. Der Kurs reagierte auf eine Nachricht, nach der das Unternehmen noch zu retten ist. Es könne jetzt in Ruhe nach Lösungen gesucht werden, um das Unternehmen auf eine neue finanzielle Basis zu stellen, sagte Firmenchef Carl von Gablenz am Wochenende. "Aber Cargolifter ist inzwischen zum Zockerwert verkommen", sagte ein Aktienhändler in Frankfurt. Zuletzt trieben Kauforders den Kurs auf 0,79 Euro, was einem Plus von rund 19,7 Prozent über dem Freitagsschluss entspricht.

Am Geregelten Markt gingen die Aktien des Debütanten VCH auf dem Frankfurter Parkett bei 1,08 Euro aus dem Handel. Der Ausgabekurs hatte 1,10 Euro betragen.

Der Sportwagen-Hersteller Porsche   zeigt sich ungeachtet der flauen Automobilkonjunktur für das laufende Geschäftsjahr weiterhin optimistisch. "Unser Ziel, einen Umsatz und ein Vorsteuerergebnis auf Vorjahreshöhe ausweisen zu können, werden wir auf jeden Fall erreichen", bekräftigte Vorstandsvorsitzender Wendelin Wiedeking am Wochenende in Rom. Über ein mögliches Listing an der New Yorker Wall Street sei noch nicht entschieden, hieß es weiter. Die Aktie verlor dennoch 0,8 Prozent auf 522 Euro.

Mobilcom wieder unter Druck

Am Neuen Markt verlor die Mobilcom-Aktie   deutlich um über zwölf Prozent auf 13,60 Euro. Am Freitag ging Unternehmenschef Gerhard Schmid als Sieger aus einer eiligst anberaumten Aufsichtsratssitzung hervor. Wie aus Unternehmenskreisen verlautete, ist der erklärte Plan des Großaktionärs France Télécom  , Schmid von seinem Vorstandsposten zu verbannen, fehlgeschlagen. Ein Mobilcom-Sprecher bestätigte, dass Schmid weiterhin sein Amt als Vorstandsvorsitzender ausüben werde.

Deutlich unter Druck standen auch die Aktien CE Consumer Electronics   (minus 12,4 Prozent auf 3,90 Euro) und Dialog Semiconductors   (minus 9,90 Prozent auf 2,73 Euro).

Die Aktien des Biotechnologieunternehmens Lion Bioscience   konnten hingegen ihre Verluste vom Freitag wieder ausgleichen. Der Wert gewann 6,8 Prozent auf 3,95 Euro hinzu und führte damit die Nemax-50-Gewinnerliste an. Am Freitag hatte das Papier mehr als sechs Prozent verloren.

Auch Qiagen   , Evotec   und Rhein Biotech   waren in der Spitze des Auswahlindexes wiederzufinden.

Nikkei schließt schwächer

Die Aktienbörse in Tokio hat am Montag schwächer geschlossen. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte büßte um 68,32 Punkte oder 0,6 Prozent auf 11.370 Punkte ein. Der breiter gefasste Topix fiel um 8,84 Punkte oder 0,8 Prozent auf 1093 Zähler.

Euro deutlich über 0,94 Dollar

Der Kurs des Euro ist gestiegen. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs bei 0,9459 (Freitag: 0,9452) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 1,0572 (1,0580) Euro. Bis 20 Uhr verlor die Einheitswährung in Frankfurt wieder leicht auf 0,9425 Dollar.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,6473 (0,6465) Pfund, 117,93 (117,56) Yen und 1,4725 (1,4710) Schweizer Franken fest.