Börsenschluss: Trotz schwacher US-Daten im Plus - DER SPIEGEL
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Börsenschluss Trotz schwacher US-Daten im Plus

Die deutschen Aktienmärkte haben sich erfolgreich gegen enttäuschende Konjunkturdaten aus den USA gewehrt und verbuchten leichte Gewinne. MLP ging als Tagessieger im Dax aus dem Handel.
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Frankfurt am Main - Die deutschen Aktien sind am Donnerstag meist mit leichten Gewinnen aus dem Handel gegangen. Der Dax legte bis Börsenschluss 0,6 Prozent auf 5276 Punkte zu. Am Neuen Markt verbesserte sich der Nemax 50 um 0,3 Prozent auf 1012 Zähler. Dagegen verbuchte der MDax ein Minus von 0,3 Prozent auf 4409 Punkte.

Das Geschäft sei sehr ruhig verlaufen, sagte ein Händler. Erst nach der Veröffentlichung mehrerer Wirtschaftsstatistiken aus den USA seien die Umsätze für kurze Zeit gestiegen. Der enttäuschend aufgenommene Anstieg der Lagerbestände ließ den Dax um 20 Punkte sinken.

Rund eine Stunde vor US-Börsenauftakt gab das Wirtschaftsministerium einige Konjunkturindikatoren bekannt. Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung ist demnach in der Woche zum 9. März erwartungsgemäß um 3000 auf 376.000 Anträge gefallen. Die Importpreise im Januar gingen um 0,1 Prozent zurück, nach einem Plus von 0,4 Prozent Vormonat. Experten hatten mit einem Anstieg der Preise um 0,1 Prozent gerechnet.

Die US-Börsen pendelten im Verlauf um die Vortagesschlusslinie. Zum Handelsschluss in Frankfurt notierte der Dow Jones auf 10.518 Punkten, ein Plus von 0,2 Prozent. Die Nasdaq gab um 0,1 Prozent auf 1859 Zähler nach.

MLP größter Gewinner

Mit Abstand die stärksten Kursgewinne strich die Aktie des Finanzdienstleisters MLP   ein. Sie verteuerte sich bei geringen Umsätzen um 2,9 Prozent auf 72,10 Euro. Das Unternehmen will die Aktien seiner Mitarbeiter umtauschen und damit den Streubesitzanteil erhöhen. "Allerdings wird damit insgesamt das Ergebnis auch verwässert", sagte ein Händler.

Einen Tag nach der Vorlage der Bilanz 2001 legte das Papier des Chemie- und Pharmakonzerns Bayer   weiter zu und verteuerte sich um 1,8 Prozent auf 40,05 Euro. Bayer hatte einen positiven Ausblick geliefert. Der Titel des Chemiekonzerns BASF   , der seine Jahreszahlen vorlegte, zeigte sich zeitweilig leichter. Der Aktienkurs erholte sich aber und schloss 0,9 Prozent fester bei 46,22 Euro.

Versicherer im Aufwind

Versicherer profitierten Händlern zufolge von den Zahlen des französischen Konkurrenten Axa. Die Aktie der Münchener Rück   legte 1,6 Prozent auf 292,11 Euro zu. Allianz-Papiere   verbesserten sich um 1,1 Prozent auf 271,82 Euro.

Verluste verbuchte dagegen die Aktie des Düsseldorfer Versorgers Eon   . Sie verbilligte sich eine Woche vor der Vorlage der Jahresbilanz um 1,1 Prozent auf 57,03 Euro. Bei der bevorstehenden Neugewichtung des Dax werde die Eon-Aktie verlieren, sagten Händler.

Abschläge verzeichnete auch die Lufthansa-Aktie  , die um 0,8 Prozent auf 18,28 Euro nachgab. Der Titel des Touristikkonzerns Preussag   verbilligte sich um 0,6 Prozent auf 34 Euro.

Degussa vor Zahlen im Plus

Positive Analystenkommentare zum Geschäftsverlauf beim Spezialchemiekonzern Degussa   ließen den Kurs bereits eine Woche vor Vorlage der Geschäftszahlen um 0,9 Prozent auf 34,95 Euro anziehen. Auf Achterbahnfahrt in der Verlustzone ging dagegen die T-Aktie   . Bis zum Abend berappelte sich der Aktienkurs jedoch wieder und ging unverändert bei 16,89 Euro aus dem Handel. Ein Frankfurter Händler sah die Aktie davon gestützt, dass die US-Investmentbank Goldman Sachs die Aktie weiterhin auf ihrer Empfehlungsliste belässt, obwohl sie mit höheren Verlusten als bislang rechnet.

Im MDax brach unterdessen der Aktienkurs der BabcockBorsig AG nach mehreren Herabstufungen ein. Der Titel verlor neun Prozent auf 6,69 Euro.

Träger Handel am Neuen Markt

Träger Handel am Neuen Markt

Wertpapierhändler in Frankfurt sprachen von einem "trägen, müden Handel". "Selbst als wir am Nachmittag ins Minus vorstießen, geschah das ohne Schwung", hieß es auf dem Parkett. In Erwartung des dreifachen Verfallstages von Aktienoptionen am Freitag hielten sich die Anleger mit Käufen zurück.

IM Internationalmedia auf Höhenflug

Die Aktien des im Nemax 50 gelisteten Filmrechtehändlers IM Internationalmedia   holten ihren Kurssturz vom Vortag wieder auf. Sie kletterten um mehr als 24 Prozent auf 7,55 Euro, obwohl das Unternehmen am Morgen einen Vorsteuerverlust und einen rückläufigen Umsatz für das Gesamtjahr 2001 gemeldet hatte. Am Mittwoch war der Kurs in Erwartung der Zahlen um 20 Prozent eingebrochen.

Die Aktie des Internetproviders T-Online   verbilligte sich um 1,7 Prozent auf 12,35 Euro. Schon am Vortag hatte das Papier der Telekom-Tochter mehr als 3,4 Prozent verloren, obwohl der Onlinedienst auf der Cebit in Hannover ein neues Breitband-Portal für die Übertragung von Live-Konzerten oder TV-Serien im Internet gestartet hatte. Das Unternehmen hat sich zum Ziel gesetzt, durch Bezahl-Inhalte im Internet aus der Verlust-Zone zu schwimmen.

Lion Bioscience mit neuer Partnerschaft

Kurz vor Handelsschluss gab das Heidelberger Biotech-Unternehmen Lion Bioscience   eine strategische Zusammenarbeit mit der US-Firma GeneProt bekannt. Für rund 7,5 Millionen Dollar werde man sich an den Amerikanern beteiligen, hieß es in Heidelberg. Die Papiere von Lion Bioscience wurden vor Bekanntgabe dieser Nachricht für eine Stunde von Handel ausgesetzt und gingen anschließend mit einem Plus von 1,8 Prozent bei 12,00 Euro aus dem Tag.

Den turbulenten Kursverlauf bei Carrier1   bezeichneten Händler als "das Werk von Zockern". Nach einem Kursverlust von 40 Prozent auf 0,22 Euro im frühen Handel verdoppelte sich der Aktienwert binnen Minuten auf 0,46 Euro. Bis zum Abend notierte die Aktie dann wieder mit einem Minus von knapp 33 Prozent bei 0,25 Euro.

Der Softwareanbieter Intershop   vertieft seine Zusammenarbeit mit der Telekom-Tochter T-Systems International GmbH. T-Systems werde die Intershop-Produkte nun aktiv vermarkten, teile Intershop-Chef Stephan Schambach am Rande der Cebit in Hannover mit. Dennoch verloren die Intershop-Aktien bis Handelsschluss 0,7 Prozent auf 1,37 Euro.

Tokio schließt fest - Euro gestiegen

Tokio schließt fest

Die Aktienbörse in Tokio hat am Donnerstag fest geschlossen. Der Nikkei legte nach zwischenzeitlichen Verlusten um 153 Punkte oder 1,34 Prozent zu ging mit 11.568 Punkten aus dem Handel. Unterdessen notierte der Dollar um 15.00 Uhr Ortszeit leichter mit 128,77-80 Yen nach 129,33-36 Yen am Mittwoch zur gleichen Zeit. Der Euro notierte fester mit 0,8775-78 Dollar nach 0,8745-48 Dollar am Vortag zur gleichen Zeit.

Kurs des Euro gestiegen

Der Kurs des Euro ist gestiegen. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs am Donnerstag bei 0,8803 (Mittwoch: 0,8734) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 1,1360 (1,1450) Euro. Gegen Handelsschluss in Deutschland wurde die Devise bei 0,8826 Dollar gehandelt.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,6209 (0,6192) Pfund, 113,25 (113,02) Yen und 1,4655 (1,4681) Schweizer Franken fest.