Börsenschluss Wall Street stützt Dax
Frankfurt Der Dax ging 0,36 Prozent schwächer aus dem Handel bei 3206 Punkten. Zeitweilig hatte der Index mit mehr als zwei Prozent im roten Bereich gestanden. Am Neuen Markt gab der Nemax50 0,95 Prozent auf rund 424 Punkte ab. Der MDax schloss nahezu unverändert bei 3104 Punkten. Marktbeobachter sprachen von geringen Umsätzen.
Zu Handelschluss in Deutschland notierte der Dow Jones 0,4 Prozent fester bei 8521 Zählern. Der Nasdaq Composite stand noch mit 0,6 Prozent auf 1384 Punkte im roten Bereich.
Händler uneins über weitere Entwicklung
Die Kursgewinne des Dax von knapp sechs Prozent in der vergangenen Woche seien überzogen gewesen, sagte der Chef-Aktienhändler einer Großbank. Der Dax könne zunächst auf bis zu 3050 Punkte zurückgehen, von diesem Niveau aus sei dann aber ein erneuter Anstieg möglich. Aktienhändler Oliver Hauer von M.M. Warburg verwies dagegen auf die unverändert schlechten Konjunkturaussichten. "Ich glaube, dass der Markt auf diesem Niveau bis zum Ende des Jahres verharrt." Händler sprachen insgesamt von einem richtungslosen Handel, ohne eindeutige Impulse. Die Aktienumsätze aller 30 im deutschen Leitindex gelisteten Unternehmen blieben unterdurchschnittlich.
SAP kann Verluste deutlich reduzieren
Gewinnmitnahmen belasteten Händlern zufolge die Technologiewerte. Aktien des Software-Konzerns SAP büßten 1,04 Prozent auf 83,14 Euro ein. Zeitweilig hatten die Verluste hier knapp fünf Prozent betragen. Händler verwiesen auf verhaltene Branchenprognosen des US-Konkurrenten Siebel Systems . Titel des Chipherstellers Infineon gaben um 1,55 Prozent auf 8,91 Euro nach. Die Aktien haben seit Anfang Oktober um rund 80 Prozent zugelegt. Papiere von Siemens schlossen 0,53 Prozent leichter auf 46,53 Euro.
Investoren bleiben bei Energiewerten skeptisch
Die Versorger setzten den Abwärtstrend der vergangenen zwei Handelswochen fort: RWE verloren 3,09 Prozent auf 29,20 Euro. Eon notierten 2,06 Prozent im Minus auf 44,76 Euro. Händler machten die anhaltenden Probleme des britischen Energiemarktes dafür verantwortlich. Eon und RWE hatten vergangene Woche wegen hoher Abschreibungen auf ihre jeweiligen britischen Tochterunternehmen beim Reingewinn die Erwartungen der Analysten verfehlt. Die Akquisitionen seien zu teuer bezahlt worden, hieß es. Viele britische Energieversorger kämpfen nach der Liberalisierung des dortigen Strommarktes auf Grund von Überkapazitäten mit einbrechenden Einnahmen.
Chemiewerte standen ebenfalls unter Druck. BASF verbilligten sich um 2,24 Prozent auf 37,15 Euro. Titel des Chemie- und Pharmakonzerns Bayer gaben um 0,17 Prozent auf 23,21 Euro nach. Neben negativen Analystenkommentaren für Bayer drückte die zurückhaltende Prognosen des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI) auf die Stimmung. Zu den Kursgewinnern zählten dagegen die Pharmawerte Altana und Schering , die am Vortag noch verloren hatten.
Nach Vorlage von Quartalszahlen geriet die Aktie von MAN unter Druck. Der Wert ging mit einem Verlust von 1,15 Prozent auf 12,87 Euro aus dem Handel. Das Unternehmen hat die Gewinnprognose für das laufende Jahr wegen der anhaltenden Konjunkturschwäche gesenkt. Im kommenden Jahr hofft der Konzern auf eine kräftige Ergebnisverbesserung.
MDax: Wella, Schwarz Pharma und Stada gefragt
Wella, Schwarz Pharma und Stada klettern kräftig
Im MDax ragten die Papiere von Wella heraus, die sich um rund 4,62 Prozent auf 55,54 Euro verteuerten. Der Haarpflege- und Kosmetikkonzern hat nach deutlichen Ergebnis- und Umsatzsteigerungen in den ersten neun Monaten 2002 seinen positiven Ausblick für das Gesamtjahr bekräftigt.
Auch die Aktien von Schwarz Pharma legten deutlich zu und stiegen um mehr als acht Prozent auf 31,89 Euro. Zuvor hatte die Deutsche Bank eigenen Angaben zufolge im Auftrag der Familie Schwarz zwei Millionen Aktien des Arzneimittelherstellers platziert, wodurch sich der Anteil der Familie auf 68 von zuvor 73 Prozent reduzierte. Fondsmanager begrüßten den für sie nicht überraschenden Verkauf, weil sich dadurch der Streubesitz des Unternehmens erhöhe.
Wegen negativer Analystenempfehlungen verloren die Aktien von KarstadtQuelle rund vier Prozent auf 18,40 Euro. Nachdem der Warenhaus- und Versandhandelskonzern am Montag seine Gewinnprognose für das operative Geschäft deutlich gesenkt hatte, stuften die Analysten der Deutschen Bank und von HSBC das Papier herunter.
Stada mit Rekordumsatz
Die Aktien des Bad Vilbeler Pharmaunternehmens Stada präsentierten sich nach Quartalszahlen um rund drei Prozent fester. Der Arzneimittelhersteller hat in den ersten neun Monaten bei Umsatz und Ergebnis deutlich zugelegt und sein Ergebnisziel für das Gesamtjahr bekräftigt.
Dank eines deutlichen Wachstums in den Kernsegmenten Generika, Marken sowie Spezialpharmazeutika habe Stada in den ersten neun Monaten 2002 den Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 15 Prozent auf 465,1 Millionen Euro gesteigert, gab das Unternehmen am Dienstag bekannt.
Gerüchte drücken T-Online in den Keller
Spekulationen, wonach die Deutsche Telekom Aktien ihrer Tochtergesellschaft T-Online am Markt platzieren will, haben die Aktie des Internetportals belastet. Die Papiere des Nemax-Schwergewichts verloren 3,41 Prozent auf 6,79 Euro.