Börsenstart: Keine Geschenke aus New York - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Börsenstart Keine Geschenke aus New York

Die deutschen Börsen starten etwas leichter in den Handelstag. Die schlechten Vorgaben aus New York sollten vor allem wieder die Technologiewerte belasten.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Hamburg – Die Frankfurter Börse ist heute etwas leichter in den Handel gestartet. Zu Handelsbeginn lag der Deutsche Aktienindex Dax 0,4 Prozent unter dem Vortag, der Neue Markt-Index Nemax 50 startete mit minus 2,6 Prozent.

Damit zeigt die Entwicklung an der Wall Street ihre Wirkungen. Dort sind die Hoffnungen auf rasche Zinssenkungen vorerst verflogen. Nach der Rede des Fed-Chefs Alan Greenspans gehen Analysten nun davon aus, dass die Notenbank am 20. März beim nächsten Treffen ihres Offenmarktausschusses die Leitzinsen nur um ein Viertel Prozent reduzieren wird. Zwar sieht der Herr der Zinsen weiterhin Abwärtsrisiken für die US-Wirtschaft, doch zeigte er sich bei seinem gestrigen Senatsauftritt nicht mehr so pessimistisch wie im Januar.

Chancenreich scheint am Mittwoch die Allianz-Aktie. Kurz nach Börsenbeginn notierte das Papier 0,27 Prozent über Vortagsniveau. Der Konzern hat im vergangenen Jahr die Prognosen übertroffen und einen Rekordgewinn erzielt. Der Jahresüberschuss stieg um 47 Prozent auf 3,4 Milliarden Euro, berichtete die Allianz vor Börseneröffnung. Die Gruppe profitierte von der Steuerreform. Ohne diesen Sondereffekt wurde ein Anstieg um knapp zwölf Prozent auf gut 2,3 Milliarden Euro erzielt. Die Beitragseinnahmen stiegen um 13 Prozent auf 68,5 Milliarden Euro. Die Dividende soll von 1,25 auf 1,50 Euro je Aktie erhöht werden.

In Japan schloss die asiatische Leitbörse am Mittwoch nach einer Berg- und Talfahrt gut behauptet. Der Nikkei ging mit einem geringfügigen Plus von 9,36 Punkten beim Stand von 13.284 Punkten aus dem Markt.

Nach einem schwachen Start hatte der Nikkei zwischenzeitlich in Reaktion auf einen Medienbericht rasant zugelegt, demzufolge ein ranghohes Mitglied der Regierungspartei Komeito den zügigen Rücktritt von Ministerpräsident Yoshiro Mori gefordert hatte.

Dieser war wegen seines umstrittenen Verhaltens nach dem Schiffsunglück vor Hawaii erneut unter Beschuss geraten. Mori hatte nach Eintreffen der Unglücksnachricht eine Partie Golf fortgesetzt.

Nach einem Verlust von anfangs rund 150 Punkten zog der Nikkei in Reaktion auf die Rücktrittsforderung deutlich an und notierte zur Halbzeit ein Plus von rund 56 Punkten. Dann kam es wieder zu Abgaben, bevor sich der Nikkei später wieder etwas erholte.