Börsenturbulenzen: Dax schließt im Minus - DER SPIEGEL
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Börsenturbulenzen Dax schließt im Minus

Der Tag an der Börse begann dramatisch. Der Aktienmarkt erlebte am Vormittag einen kräftigen Kursrutsch, erholte sich aber im Laufe des Tages wieder. Zum Handelsschluss war die Welt für die Börsianer wieder einigermaßen in Ordnung.
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Frankfurt am Main - Der deutsche Aktienmarkt erlebte heute bei extrem hohen Umsätzen einen kräftigen Rutsch nach unten. Der Dax   fiel zeitweise unter 5800 Punkte und damit auf ein Niveau von vor zwei Monaten. Bis zum Abend erholte der Leitindex sich aber wieder leicht und schloss schließlich mit minus 1,00 Prozent auf 5857,03 Punkten. Kräftig bergab ging es beim MDax   mit minus 2,79 Prozent auf 8601,06 Zähler, der TecDax   büßte gar 3,37 Prozent auf 703,46 Punkte ein.

Ein etwas freundlicherer Start in den USA sorgte gegen Abend für eine leichte Erholung in Deutschland, wie Händler sagten. Die Abwärtsbewegung der Indizes sei ohnehin übertrieben gewesen, hieß es.

Die stärksten Verluste musste das Papier von ThyssenKrupp   mit einem Minus von 5,6 Prozent hinnehmen. Die Aktie der Deutschen Börse   verlor 4,4 Prozent und das MAN  -Papier 4,1 Prozent. Ein Kursplus von gut zwei Prozent verbuchte dagegen die RWE  -Aktie. Der Energiekonzern hatte für das erste Quartal einen kräftigen Ergebnissprung berichtet. Papiere der Deutschen Telekom   verbesserten sich um 0,9 Prozent.

Der Rentenindex stieg um 0,33 Prozent auf 116,92 Punkte. In den USA zeigten die Kurse leicht nach oben. Vor allem der Rückgang der Rohölpreise sorgte für Erleichterung bei den Anlegern. In den ersten Handelsstunden stieg der Dow Jones   Index um 0,06 Prozent auf 11.387,47 Zähler. In Japan gaben die Kurse angesichts der Dollarschwäche den fünften Handelstag in Folge nach. Der Nikkei  -Index verlor bis Handelsschluss 0,69 Prozent auf 16.486,91 Zähler. Der Dollar war zum ersten Mal seit September wieder unter die Marke von 110 Yen gesunken.

Dollarkurs erholt sich etwas

Gegenüber dem Euro   erholte sich die US-Währung allerdings etwas. Der Referenzkurs der Gemeinschaftswährung wurde bei 1,2826 Dollar festgesetzt nach 1,2914 Dollar am Vortag.

Sorgen vor Inflation und weiter steigenden Zinsen hatten am Ende der vergangenen Woche jenseits des Atlantiks auf die Marktstimmung gedrückt und auch den deutschen Aktienmarkt in die Defensive gedrängt. Es kam zu Gewinnmitnahmen, die sich in einigen Nebenwerten gar in Panikverkäufe verwandelten, wie einige Börsianer schilderten.

Analysten sprachen aber auch von einer "normalen Entwicklung" und einem "gesunden Prozess". In den vergangenen Wochen hatte der Dax zu Höhenflügen angesetzt und war zeitweise auf über 6140 Punkte geklettert. Mit dem heutigen Tag seien Inflations- und Zinsrisiken angemessen bewertet worden und spekulatives Geld sei aus dem Markt geflossen. Zahlreiche Anleger nutzten die relativ hohen Kurse, Gewinne zu realisieren. Mit ihren Verkäufen sorgten sie heute zusätzlich für Druck auf die Kurse.

kaz/dpa-AFX