Börsenwoche Auftrieb für Aktien
Frankfurt am Main - "Die Vorgaben von der Unternehmensseite sind nach dem Start der Berichtssaison in Deutschland eher positiv", sagte Marktstratege Volker Borghoff von HSBC Trinkaus & Burkhardt.
Auch Analyst Frank Schallenberger von der Landesbank Baden Württemberg (LBBW) geht davon aus, dass "die langsam auf Hochtouren kommende Berichtssaison die wesentlichen Impulse" für die Aktienmärkte bringen dürfte. Überdurchschnittliche Ergebnisse sollten Belastungsfaktoren wie den Ölpreis, steigende Zinsen und den Nahostkonflikt zunächst in den Hintergrund rücken.
Noch wichtiger als die Zahlen seien allerdings die Ausblicke für das zweite Halbjahr. "Bleiben sie so optimistisch wie bisher, sollte dies so mancher Aktie durchaus etwas Schwung verleihen", so der Experte. Die Sommerrally, die in der letzten Juliwoche begonnen habe, könnte sich dann noch eine Weile fortsetzen.
Etwas kritischer äußern sich die Experten der Bankgesellschaft Berlin zu den Perspektiven der Aktienmärkte. Sie sollten - geprägt von der Unsicherheit der Anleger - ihre Berg- und Talfahrt zunächst fortsetzen." Spätestens nach dem Auslaufen der Berichtssaison dürften die bisherigen Belastungsfaktoren wieder stärker in den Blickpunkt der Anleger rücken", heißt es. Auch äußerten sich die Unternehmen zunehmend verhaltener zum zweiten Halbjahr.
Gute Zahlen bei MAN und BASF?
Zahlreiche große Konzerne berichten in der kommenden Woche Zahlen für das vergangene Quartal. Im Dax eröffnen am Dienstag die Deutsche Bank , die Deutschen Post , Metro und MAN den Zahlenreigen. Der Maschinenbauer und Nutzfahrzeughersteller MAN etwa hat nach dem Abschluss seiner Umbauphase Analysten zufolge Umsatz und Gewinn im vergangenen Quartal deutlich ausgebaut.
Metro könnte ins Rampenlicht rücken, nachdem der Einzelhandelskonzern überraschend das Deutschland-Geschäft des US-Konkurrenten Wal-Mart übernommen hat. Investoren erhoffen sich Details zur Sanierung der zur Metro gehörenden Supermarkt-Sparte Real, die durch den Zukauf gestärkt werden soll.
Für den Mittwoch haben unter anderem BASF , BMW, die Deutsche Börse , Altana und Henkel Ergebnisse angekündigt. Beim Chemiekonzern BASF erwarten Branchenspezialisten einen Umsatz- und Gewinnanstieg. Dazu beigetragen habe vor allem wohl erneut die ertragsstarke Öl- und Gassparte. Dagegen gehen die Analysten bei Altana für das Ergebnis wegen eines Sondereffekts und Preissenkungen von einem Rückgang aus. Der Umsatz dagegen sollte zugelegt haben. Am Donnerstag legen Münchener Rück , Continental und Fresenius ihre Bilanzen vor.
Die Zinsen werden steigen
Angesichts der anhaltenden Flut der Quartalsbilanzen wird Börsianern zufolge die Bedeutung von Konjunkturdaten als Kursfaktor vorübergehend zurückgehen. Dennoch bleibe das Thema Zinsen weit oben auf der Agenda der Anleger. "Wir rechnen fest damit, dass die EZB den Leitzins in der kommenden Woche um 25 Basispunkt auf drei Prozent anheben wird", sagt Aktienstratege Tobias Basse von der NordLB.
Die Europäische Notenbank will ihre Entscheidung am Donnerstag bekannt geben. "Über die weiteren Zinsaussichten wird die EZB aber voraussichtlich keine klaren Hinweise liefern", fügt Basse hinzu.
Angesichts der anhaltenden Spekulationen um ein Ende des bereits seit zwei Jahren andauernden Zinserhöhungszyklus der US-Notenbank warten Anleger zudem gespannt auf den Konjunkturindex der US-Einkaufsmanager am Dienstag. "Sie werden sich vor allem auf die Preiskomponente konzentrieren, da sie sich hiervon Hinweise auf die Entwicklung der Inflation erhoffen", betont Basse. Außerdem sollen am Freitag die US-Arbeitsmarktdaten veröffentlicht werden.
itz/mm.de/dpa-AFX/Reuters