Börsenwoche: "Verhalten positiv" - DER SPIEGEL
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Börsenwoche "Verhalten positiv"

Die deutschen Aktienmärkte sollten zum Wochenauftakt von den festen Vorgaben der Wall Street profitieren. Anleger erhoffen sich positive Impulse von einer erwarteten Konjunkturbelebung.
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Frankfurt am Main - An den deutschen Börsen wird am Montag mit einer festen Eröffnung gerechnet. Ein deutlicher Aufwärtstrend im späten Freitagshandel an der Wall Street sollte für eine Aufwärtsdynamik sorgen, hieß es.

Immer noch würden jedoch zweifelhafte Bilanzierungspraktiken die Märkte belasten. Mit einer dauerhaften Aufwärtsbewegung sei deshalb nicht zu rechnen. "Am Markt fehlt die Bereitschaft, größere Aktienpositionen aufzubauen", so die Analysten der Bankgesellschaft Berlin.

Positive Konjunkturentwicklung

Positive Impulse erhoffen sich die Anleger von der Konjunkturentwicklung. Schon seit Jahresbeginn habe sich das fundamentale Umfeld für Aktien nach und nach verbessert, schreibt die Bankgesellschaft Berlin. Die Stimmungsindikatoren wiesen aufwärts, und auch Konjunkturzahlen wie die Industrieproduktion begännen sich in der Eurozone und in den USA zu stabilisieren.

Am Dienstag wird der Ifo-Geschäftsklima-Index für Februar veröffentlicht. Am Mittwoch folgt das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) für das abgelaufene Quartal. "Positiv überraschen" dürfte nach Einschätzung der DGZ DekaBank die zweite Schätzung des US-BIP, die am Donnerstag erwartet wird. Auch "Befragungsindikatoren" wie der Chicago-Einkaufsmanagerindex am Donnerstag sollten sich "verhalten positiv" zeigen. Von den Verbraucherpreisen für Frankreich (Dienstag) und Italien (Freitag) sowie den jüngsten Daten zur Geldmenge M3 (Mittwoch) erhoffen sich Volkswirte Hinweise auf die inflationäre Entwicklung in der Eurozone.

Auch von Unternehmensseite gibt es Impulse für den Aktienmarkt. Am Montag macht der jüngst bei den Anlegern in Ungnade gefallene Telematik-Anbieter Comroad   mit seiner vorläufigen Geschäftsbilanz 2001 (Montag) den Anfang. Am Donnerstag folgen die ebenfalls am Neuen Markt notierte Analytik Jena mit Zahlen zum ersten Quartal sowie International Media und SCM Microsystems mit ihren Jahresbilanzen. Im Wochenverlauf legen auch die stark unter Druck geratenen Windpark-Bauer Umweltkontor   und Plambeck ihre Kennzahlen für 2001 vor.

Unter den Standardwerten meldet sich am Dienstag ThyssenKrupp   mit Zahlen zum ersten Quartal zu Wort. ProSiebenSat.1 veröffentlicht am Dienstag vorläufige Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr, die US-Baumarktkette Home Depot für das vierte Quartal 2001.

Am Mittwoch folgt der Schweizer Pharmakonzern Roche mit seiner Jahresbilanz 2001. Geschäftszahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr gibt es am Donnerstag von Babcock Borsig und dem italienischen Autobauer Fiat. Am Freitag stellt die französische Großbank BNP Paribas ihr Jahresergebnis vor. An dem Tag lädt der Berliner Pharmakonzern Schering   zur Bilanz-Pressekonferenz.

Positive Vorgaben aus New York - Nikkei etwas leichter

Wall Street schließt fest

Die Standardwerte an der New York Stock Exchange (NYSE) haben am Freitag im Plus geschlossen, obwohl neue Zweifel an den Bilanzierungspraktiken von US-Unternehmen den Markt belastet hatten. In New York schloss der Dow Jones rund 1,4 Prozent höher auf 9968 Zähler, während der marktbreite S&P-500-Index um 0,8 Prozent auf 1089 Punkte kletterte. Die Nasdaq kletterte um 0,5 Prozent auf 1724 Punkte.

Nikkei unter Druck

Die Aktienbörse in Tokio hat am Montag leichter geschlossen. Nach anfänglichen Gewinnen in Folge der positiven Vorgabe der Wall Street büßte der Nikkei-Index für 225 führende Werte 60,31 Punkte oder 0,6 Prozent ein und ging beim Stand von 10.296 Zählern aus dem Markt. Der breitere Topix verlor 2,07 Punkte oder 0,2 Prozent und beendete den Handel beim Stand von 987 Punkten.

Um 15.00 Uhr Ortszeit notierte der US-Dollar leichter mit 133,96-99 Yen nach 134,09-12 Yen am Freitag zur gleichen Zeit. Der Euro notierte fester mit 0,8744-47 Dollar nach 0,8700-03 Dollar am Freitag zur gleichen Zeit.