Böser Traum - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen
Zur Ausgabe
Artikel 31 / 108

MOBILFUNK Böser Traum

• aus DER SPIEGEL 31/2002
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Mit dem Rückzug des Münchner Mobilfunkanbieters Quam hat der Konsolidierungsprozess in der Telekommunikationsbranche begonnen. Experten gehen seit geraumer Zeit davon aus, dass von den sechs Firmen, die eine UMTS-Lizenz in Deutschland ersteigert haben, nur drei oder vier an den Start gehen werden. Quam, eine Gemeinschaftsfirma der spanischen Telefónica und der finnischen Sonera, galt von Anfang an als größter Wackelkandidat unter den sechs Lizenznehmern. Aus der Vision des Joint Ventures, das im vergangenen November mit einer großen Werbekampagne ("Ich habe einen Traum") an den Start ging, wurde ein Alptraum: Zwar zählte die Firma Ende Juni 197 000 Kunden - doch nur 83 000 davon haben einen Vertrag mit Quam, der große Rest telefoniert mit billigen Pre-Paid-Karten. Gerade mal 40 Millionen Euro konnte Quam im ersten Halbjahr in Deutschland, Österreich und der Schweiz einnehmen. Dem steht ein Verlust vor Steuern und Abschreibungen von über 160 Millionen Euro gegenüber. Angesichts dieser »signifikanten Abweichungen« von den Planzahlen folgten die Manager dem Vorschlag einer Beratungsfirma und stellten das Geschäft ein, noch bevor mit dem Aufbau des teuren UMTS-Netzes begonnen wurde.

Zur Ausgabe
Artikel 31 / 108