AUTOINDUSTRIE Boom am Amazonas
Die Autobauer der Welt haben ein neues Lieblingsziel entdeckt: Südamerika. US-Amerikaner, Europäer und Japaner investieren derzeit soviel Geld wie nie zuvor auf dem Kontinent, der sich - ähnlich wie bereits Südostasien - um Anschluß an die Weltwirtschaft bemüht. So eröffnete Volkswagen im Herbst zwei neue Werke in Brasilien und will eine weitere Milliarde für eine neue Fertigung im Süden des Landes ausgeben. Ford steckte 1,3 Milliarden Mark in eine Fiesta-Fabrik, Fiat investierte 1,6 Milliarden Mark in die Palio-Produktion. Die Autofertigung hat sich in Brasilien binnen fünf Jahren verdreifacht, in Argentinien sogar verfünffacht. Der Grund für den Boom: Nach der »verlorenen Dekade«, den Achtzigern mit Hyperinflation und Wirtschaftschaos, melden die Südamerikaner nun ein kräftiges Wachstum. In Argentinien, Brasilien, Uruguay, Paraguay, Bolivien und Chile ist zudem durch den Mercosur seit 1995 eine Freihandelszone mit 220 Millionen Einwohnern entstanden.