Bosch gerät in den Sog der Dieselaffäre - DER SPIEGEL
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Klagen und Ermittlungen Bosch gerät in den Sog der Dieselaffäre

Dem Zulieferer Bosch droht erheblicher Ärger im Abgasskandal. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart ermittelt wegen Verdachts auf Beihilfe zum Betrug. Und ein gefürchteter US-Anwalt hat eine neue Sammelklage eingereicht.
Bosch-Werbung in Stuttgart
Bosch-Werbung in Stuttgart

Bosch-Werbung in Stuttgart

Foto: Sebastian Kahnert/ picture alliance / dpa
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Vor Steve Berman zittert die Autoindustrie. Der Rechtsanwalt aus Seattle vertrat bereits Tausende von Autobesitzern und Hunderte von Händlern. Er war beteiligt an Sammelklagen, die zu den höchsten Zahlungen der US-Wirtschaftsgeschichte geführt haben - darunter der 10-Milliarden-Dollar-Vergleich mit Volkswagen. Nun hat Berman einen neuen Gegner ausgemacht: den Autozulieferer Bosch aus Gerlingen bei Stuttgart. (Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Den neuen SPIEGEL finden Sie hier.)

"Aus unserer Sicht war Bosch ein williger Teilnehmer in dem Skandal", sagte Berman gegenüber dem SPIEGEL. Fast alle manipulierten Autos hätten eines gemeinsam: "Sie waren mit Software ausgerüstet, die Bosch entwickelt hat."

"Bosch war ein aktiver und wissender Teilnehmer des Plans"

Am Donnerstag reichte der Anwalt in Detroit eine Sammelklage gegen den US-Konzern General Motors (GM) ein. Die Firma Bosch wird darin ebenfalls als Beschuldigte aufgeführt: Das Unternehmen soll die infrage stehenden GM-Modelle Silverado und Sierra mit Motorsoftware ausgestattet haben. "GM handelte nicht allein", heißt es in der 184-seitigen Klageschrift. "Bosch war ein aktiver und wissender Teilnehmer des Plans, die US-Abgasvorschriften zu umgehen."

Durch Bermans Initiative nimmt der Druck auf Bosch weiter zu. In Deutschland hat die Staatsanwaltschaft Stuttgart im Zuge der Ermittlungen gegen Daimler ein Verfahren gegen Bosch-Mitarbeiter eingeleitet: wegen Verdachts auf Beihilfe zum Betrug. Zuvor hatte die Behörde bereits im Fall Volkswagen gegen Bosch-Manager ermittelt.

Auch im Rahmen einer Klage des US-Generalstaatsanwalts gegen Fiat-Chrysler wird die Rolle von Bosch als Lieferant und Partner beleuchtet. Fiat-Chrysler habe häufig mit Bosch über die Feinabstimmung der Motorensoftware beraten.

Die Folgen für den Zulieferer sind noch unklar. Im Fall VW hat sich Bosch mit den US-Behörden bereits auf die Zahlung von rund 300 Millionen Euro geeinigt. Wegen der Belieferung von Fiat-Chrysler, GM und Daimler könnten nun weitere Zahlungen drohen. Bosch hat insgesamt 1,1 Milliarden Euro für Rechtsstreitigkeiten zurückgestellt.

Zu laufenden Verfahren will der Zulieferer keine Stellung nehmen. Bosch unterstütze die Ermittlungen und kooperiere uneingeschränkt mit den zuständigen Behörden, sagte ein Sprecher.