Boulevard gegen Cash - DER SPIEGEL
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PRESSE Boulevard gegen Cash

• aus DER SPIEGEL 48/2001
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Der Chefredakteur der »Bild«-Zeitung, Kai Diekmann, legt sich mit den TV-Boulevardmagazinen an. Um für sein Blatt »zusätzliche Erlösquellen« zu erschließen, will er ab Anfang kommenden Jahres »exklusive 'Bild'-Inhalte« wie die Naddel/Siegel-Romanze oder die derzeit laufende Dauertragödie »Diese Wussows« an die Redaktionen von Vorabend-Magazinen wie »Brisant« (ARD), »Blitz« (Sat.1), »Exclusiv« (RTL) oder »Taff« (ProSieben) verkaufen. »Wir denken darüber nach, wie 'Bild' auch im Fernsehbereich mit Inhalten künftig Geld verdienen kann«, so Diekmann. Bisher nutzten die TV-Redaktionen sein Blatt ungehemmt als Vorlage, häufig ohne Quellenverweis. Auch »Bild-Stories« aus Politik und Wirtschaft, wie jüngst ein Interview mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin, dessen Entstehung schon im Internet unter bild.de zu sehen war, will Diekmann künftig Sendern zur Weiterverwertung anbieten. Ein eigenständiges neues Springer-TV-Format, über das nach ersten Andeutungen Diekmanns in der vergangenen Woche spekuliert worden war, ist indes nicht geplant. Nach dem Flop des hauseigenen Magazins »Newsmaker« auf Sat.1 im vergangenen Jahr hat der Verlag, der derzeit vor allem im Zeitungs- und Multimediabereich einen drastischen Sparkurs fährt und in den kommenden zwei Jahren 1400 Mitarbeiter entlassen will, seine eigenen TV-Pläne gründlich abgespeckt.

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