Brau und Brunnen Ausverkauf beginnt
Dortmund - "Innerhalb der nächsten zwölf Monate werden wir große Teile des Konzerns abtrennen und verkaufen", zitiert die "Wirtschaftswoche" den Aufsichtsratsvorsitzenden Dieter Rampl. Rampl, zugleich Vorstandsmitglied beim Brau-und-Brunnen-Mehrheitsaktionär HypoVereinsbank, hält nur einen Rumpfkonzern für überlebensfähig. Ein Sprecher von Brau und Brunnen wollte die Äußerungen nicht kommentieren.
Unter dem Dach von Brau und Brunnen werden im Wesentlichen nur noch die Biermarke Jever und die alkoholfreien Getränke-Marken Apollinaris und Schweppes bleiben. Alle übrigen Brauereien und Biermarken, darunter das Berliner Schultheiss und die Dortmunder Marken Brinkhoff's No.1 und Dortmunder Union, sollen aufgegeben oder verkauft werden.
"Die Sanierung wird hart, aber nur so lassen sich überhaupt Teile des Unternehmens und damit Arbeitsplätze retten", wird Rampl zitiert. Für das Biergeschäft von Brau und Brunnen rechnet er im laufenden Geschäftsjahr mit einem Verlust von mindestens 60 Millionen Mark. Als ein Sanierungsschritt stehe Anfang kommenden Jahres der Verkauf der Düsseldorfer Schlösser-Brauerei sowie des Kölner Verbunds (Gilden, Sion, Küppers, Sester und Kurfürsten Kölsch) an. Als Übernahme-Favorit gilt der dänische Bierkonzern Carlsberg. Ihm gehören unter anderem die Marken Tuborg und Hannen Alt.
Mitte Januar will Rampl den Namen des Nachfolgers für den scheidenden Vorstandsvorsitzenden Rainer Verstynen bekannt geben. Sollte eine Sanierung des Konzerns scheitern, sei sogar der Verkauf von Jever und Apollinaris möglich.