Brauer vor Absatzrekord Durstig wie nie
Bonn - Um die Kundenwünsche zu befriedigen, werde bei Bedarf auch rund um die Uhr und an Wochenenden produziert, sagte der Sprecher des Deutschen Brauer-Bundes, Erich Dederichs.
In Einzelfällen könne es sein, dass der Kunde mal kurzfristig sein Lieblingsbier nicht erhalte. Durch die Überstunden sei eine "Grundversorgung" aber gesichert, sagte Dederichs.
Schon jetzt ist klar - der Kraftakt lohnt sich. Im Juni haben die deutschen Bierbrauer nach eigenen Angaben neun Prozent mehr Umsatz gemacht als vor einem Jahr.
Ähnlich sieht bei den Abfüllbetrieben für Mineralwasser aus. Für das Jahr 2003 sei mit einem Absatzrekord zu rechnen, sagte die Sprecherin des Verbands Deutscher Mineralbrunnen, Heike Bölk. Die Hersteller produzierten in drei Schichten rund um die Uhr. Trotz der ungewöhnlich starken Nachfrage gebe es - auch bei Flaschen - keine Engpässe.
Im Gastronomiebereich profitieren vor allem Straßencafes und Biergärten von dem schönen Wetter. Bei Gastwirten, die über Plätze unter freiem Himmel verfügen, "bewegen sich die Zuwächse mittlerweile im zweistelligen Bereich", sagte der Sprecher des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes, Marc Schnerr.
Ob mit dem deutlichen Umsatzplus die Einbrüche der ersten fünf Monate des Jahres ausgeglichen werden könnten, sei allerdings noch unklar. Von Januar bis Mai 2003 hatten die Gaststätten nach Angaben des Verbandes 8,4 Prozent weniger verdient als im entsprechenden Vorjahreszeitraum.
Probleme melden die Weinbauern aus Franken. Nach Auskunft von Landwirtschaftsminister Josef Miller (CSU) stehen die Reben wegen der trocken-heißen Witterung und des überdurchschnittlichen Traubenbehangs unter Stress.
Miller appellierte am Donnerstag an die Winzer, die Reben konsequent zurück zu schneiden. Das verringere den Wasserentzug aus den Trauben, sichere die Erträge und führe zu besseren Qualitäten.