Brauerei-Streik In Norwegen geht das Bier aus
Oslo - Die Arbeiter von 12 Brauereien seien schon am Montag in einen unbefristeten Streik getreten, sagte heute die staatliche Schlichterin Siri Paulsen. Sie wollen damit verhindern, dass ihnen billige Teilzeitkräfte aus den neuen EU-Ländern den Job streitig machen.
Norwegen ist zwar kein Mitglied der EU, unterstützt aber die Freizügigkeit von Arbeitskräften innerhalb des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR). Die Brauereigewerkschaft NNN fordert deshalb weitreichende Mitspracherechte bei der Einstellung von Arbeitskräften aus den 10 neuen EU-Ländern. Die Arbeitgeber haben dies als völlig inakzeptabel abgelehnt.
Sollten die Brauereichefs nicht schnell auf die Forderungen der Arbeiter eingehen, dann droht dem Land ein akuter Biernotstand. Nach Angaben aus dem Arbeitgeberlager sollen die Vorräte bis Ende des Monats reichen. Unabhängige Beobachter gehen dagegen davon aus, dass die Bierhändler schon in wenigen Tagen nicht mehr liefern können. Die norwegischen Brauereien sorgen für rund 96 Prozent der Biere, Sprudel und Limonaden, die in Norwegen getrunken werden.
Nachschub aus den Nachbarländern ist derzeit ebenfalls kaum zu erwarten. In Norwegen werden nämlich gleichzeitig zahlreiche Transportunternehmen bestreikt. Deshalb sind bei den meisten Lebensmittelhändler bereits Eier, Butter und Käse ausverkauft.
Bier ist in Norwegen ohnehin ein Luxusgut, weil die Steuern etwa doppelt so hoch liegen wie beispielsweise in Schweden oder Dänemark. Deshalb sind viele Norweger bereits dazu übergegangen, zum Biereinkauf außer Landes zu fahren.