Brauseschwemme Noch eine Islam-Cola, denn Allah ist groß
London - Der erstaunliche Erfolg von Mecca-Cola, im Ramadan in Frankreich gestartet, hat offenbar Neidgefühle wachgekitzelt. Es war wohl von Beginn an nur eine Frage von Wochen, nun ist er da, der erste Nachahmer: Er heißt Qibla-Cola, kommt aus Großbritannien und wird dort offiziell seit dem 4. Februar verkauft. Europa hat damit seine zweite Islam-Cola.
Der britische Markt hat offenbar einiges Potenzial: Während die Einführung in Deutschland eher schleppend vorangeht, hat sich Mecca-Cola auch im Vereinigten Königreich als Renner erwiesen. Nach Angaben des Unternehmens werden auf der Insel pro Monat rund zwei Millionen 1,5-Liter-Flaschen verkauft.
Zuckerwasser und die Werte des Korans
Der Neuling Qibla soll zunächst in London, Birmingham, Manchester, Bradford, Glasgow und anderen Großstädten mit vielen muslimischen Einwohnern vertrieben werden. Firmengründer Zahida Parveen hat offenbar hohe Erwartungen: Allein für die Premierenwoche habe er eine Million Flaschen bei einer Abfüllerei in Yorkshire bestellt, berichtet das Unternehmen.
Wie Mecca-Cola versucht Qibla schon durch den Produktnamen, religiös motivierte Käufer anzusprechen. Qibla bezeichnet im Arabischen die Richtung, die zur heiligen Stadt Mekka führt. Auf ihrer Website verspricht die Firma aus Derby, sie fühle sich den Werten des Korans verpflichtet.
Kopie x-ten Grades
Beide Cola-Firmen schmücken ihre Web-Präsenz zwecks Verkaufsförderung mit Fotos misshandelter Palästinenser. Und beide versprechen, einen Teil ihrer Profite an wohltätige muslimische Organisationen zu spenden. Wie beim Vorbild bleiben bei Qibla einige Fragen offen. Über die Besitzverhältnisse der Qibla Cola Company Ltd. jedenfalls wollte ein Sprecher gegenüber der BBC nichts Näheres sagen.
War Mecca-Cola eine ziemlich unverfrorene, eben nur islamisch uminterpretierte Kopie von Coke, ist Qibla-Cola eine klare Kopie der Kopie. Man darf nun gespannt sein auf den nächsten Nachahmer des Nachahmers.