Brexit: IWF rechnet mit weniger Wachstum - DER SPIEGEL
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Weltwirtschaft IWF rechnet mit weniger Wachstum wegen Brexit

Das Brexit-Votum trübt laut IWF die Wachstumsaussichten für die Weltwirtschaft. Der Fonds korrigiert seine Jahresprognose nach unten.
Container im Hamburger Hafen (Archivfoto)
Container im Hamburger Hafen (Archivfoto)

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Foto: Marcus Brandt/ dpa
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Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat wegen des Brexit-Votums seine Wachstumsprognosen für die Weltwirtschaft gesenkt. Grund dafür ist das EU-Austritts-Votum in Großbritannien. Für dieses Jahr werde nur noch ein globales Wachstum von 3,1 Prozent erwartet, teilte die Organisation in Washington mit. Bei der letzten Schätzung im April hatte der IWF noch mit 3,2 Prozent gerechnet. Die Prognose für 2017 wurde ebenfalls um 0,1 Prozentpunkte nach unten korrigiert und liegt nun bei 3,4 Prozent.

Der Brexit habe ökonomische, politische und institutionelle Unsicherheiten erheblich erhöht, heißt es in der Mitteilung. Ohne das Votum hätte der Fonds die Wachstumsprognosen für die Weltwirtschaft sogar erhöht. Die genauen Auswirkungen seien derzeit aber noch schwer zu quantifizieren, sagte IWF-Chefökonom Maurice Obstfeld. Auch eine noch schlechtere Entwicklung sei denkbar.

Am härtesten dürfte das Votum nach Einschätzung der Ökonomen die britische Wirtschaft treffen, für die bereits in diesem Jahr nur noch mit 1,7 Prozent und daher mit 0,2 Prozentpunkten weniger Wachstum zu rechnen sei. 2017 dürften die Auswirkungen noch stärker sein. Statt um 2,2 Prozent wie bislang angenommen, werde die britische Wirtschaft dann nur noch um 1,3 Prozent wachsen.

Der EU-Austritt Großbritanniens dürfte laut IMF im kommenden Jahr auch die Wirtschaft in Deutschland und der Eurozone treffen. Für Deutschland rechnen die IWF-Ökonomen 2017 nur noch mit 1,2 Prozent Wachstum, also mit 0,4 Prozentpunkten weniger als zuletzt. Für die gesamte Eurozone reduzierten sie ihre Prognose für 2017 um 0,2 Prozentpunkte auf 1,4 Prozent.

Wegen geringer Handelsbeziehungen zu Großbritannien ist in China laut IWF nicht mit Wachstumseinbußen zu rechnen. Hier wurde die Prognose für dieses Jahr sogar leicht angehoben. In den USA rechnet der IWF zwar mit weniger Wachstum 2016. Dies begründen die Ökonomen aber nicht mit dem Brexit-Votum, sondern mit einem unerwartet schwachen Wachstum im ersten Quartal.

Neben dem Brexit sieht der IWF noch weitere Risiken für die Weltwirtschaft, darunter ungelöste Probleme im europäischen Bankensystem - insbesondere in Italien und Portugal -, fehlende Strukturreformen, zunehmenden Protektionismus, die Flüchtlingskrise, geopolitische Verwerfungen und Terrorismus.

asa/dpa/Reuters