Wirtschaftsforscher Brexit-Schock belastet deutsche Wirtschaft über Jahre
Container-Terminal in Hamburg
Foto: CHRISTIAN CHARISIUS/ REUTERSDie deutsche Wirtschaft wird noch Jahre unter der Verunsicherung durch das Brexit-Votum leiden. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) . "Selbst nach zwei Jahren wird das Bruttoinlandsprodukt immer noch unter dem Niveau sein, das es ohne diesen Unsicherheitsschock erreicht hätte", heißt es in dem Bericht. Die exportorientierte deutsche Wirtschaft leide "stärker als der Euroraum insgesamt".
Nach Ansicht der Ökonomen wird die Verunsicherung dafür sorgen, dass die Wirtschaftsleistung im Euroraum zurückgeht und nach acht Monaten einen Tiefstand erreicht. Das Bruttoinlandsprodukt werde dann 0,2 Prozent niedriger ausfallen, als es ohne das Brexit-Votum der Fall gewesen wäre. Die deutsche Wirtschaftsleistung gerät demnach noch stärker unter Druck und verliert bis zu 0,4 Prozent.
Grund dafür sei vor allem, dass nach dem Brexit-Votum weniger investiert werde. Für Deutschland bezifferten die Forscher das Minus bei den Investitionen auf ein Prozent. Die "Talsohle" werde voraussichtlich ein Jahr nach dem Brexit-Votum erreicht sein.
Die Arbeitslosenquote wird laut den Forschern "durch den Brexit nicht dramatisch, aber spürbar höher sein". Die Inflationsrate werde weiterhin sehr niedrig bleiben.
Die Ökonomen fordern eine rasche Klärung des Verhältnisses zwischen Großbritannien und der EU, um die wirtschaftliche Unsicherheit von Unternehmen zu reduzieren. Um die Brexit-Folgen zu mildern, solle es die Politik in Erwägung ziehen, Unternehmensinvestitionen direkt zu fördern. Außerdem müsse der Staat auch selbst mehr investieren.