Brinkmann-Pleite: Ist Wal-Mart der Retter? - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Brinkmann-Pleite Ist Wal-Mart der Retter?

In Hamburg formiert sich eine breite Koalition von Gewerkschaften und Politikern zur Rettung der angeschlagenen Kaufhauskette. Offenbar stehen auch schon Interessenten für eine Übernahme bereit.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Hamburg - Für die Hamburger Kaufhaus-Kette Brinkmann gibt es noch Hoffnung. Das laufende Insolvenzverfahren soll das traditionsreiche Unternehmen mit 41 Filialen in ganz Deutschland retten. Gewerkschaften, Betriebsräte und Hamburger Politiker kündigten am Freitag Unterstützung für Brinkmann an.

"Wir haben den Eindruck gewonnen, dass es durchaus realistisch ist, die Firma fortzuführen", sagte HBV-Geschäftsführer Ulrich Meinecke. Es gebe zumindest in Hamburg eine große Solidarität in der Bevölkerung, die das Unternehmen unterstützen wolle. Die HBV werde den Sanierungsprozess konstruktiv mitgestalten und warte auf die Vorschläge des Insolvenzverwalters.

Auch der Hamburger Senat will helfen. "Die Wirtschaftsbehörde wird auf die Beteiligten zugehen, um zu klären, welchen Beitrag wir im Rahmen unserer Möglichkeiten leisten können", erklärte Wirtschaftssenator Thomas Mirow (SPD). "Jetzt ist die Stunde des Insolvenzverwalters", ergänzte Bürgermeister Ortwin Runde (SPD).

Unterdessen werden schon KarstadtQuelle und die US-Warenhauskette Wal-Mart als Übernahme-Interessenten gehandelt. Allerdings sagte eine Wal-Mart-Sprecherin, ihr Unternehmen äußere sich nicht zu solchen Gerüchten. KarstadtQuelle erklärte, sie habe kein Interesse an einer Übernahme der Kaufhauskette.

"Die starke Expansion der jüngsten Zeit hat die Liquidität überraschend stark angegriffen", hieß es in einer Erklärung von Brinkmann. Bedingt durch die konjunkturellen Einbrüche der vergangenen Jahre sei das Unternehmen in die Verlustzone gerutscht. Das Eigenkapital sei inzwischen aufgezehrt. Man gehe aber davon aus, dass es im Insolvenzverfahren gelinge, "den überwiegenden Teil der Unternehmen der Firmengruppe zu erhalten", hieß es weiter.

Brinkmann betonte, dass die Gehälter der Mitarbeiter während der Sanierungsphase gesichert seien und der Geschäftsbetrieb in allen Bereichen aufrecht erhalten bleibe.