Brinkmann-Pleite Sanierungsplan steht
Hamburg - Um es verkaufsfähig zu machen, erhalte das Unternehmen völlig neue Strukturen und werde in nahezu allen Geschäftsprozessen reformiert. "Kein Bereich bleibt unangetastet", sagte Insolvenzverwalter Burckhardt Reimer. Brinkmann werde sich auch von mehr als 800 seiner 2000 Lieferanten trennen.
"Wir haben neun ernsthafte Interessenten aus dem In- und Ausland, davon vier Finanzinvestoren und fünf Wettbewerber im weiteren Sinne." Alle hätten deutlich gemacht, dass sie das Unternehmen in seiner heutigen Form nicht kaufen wollten.
Geschlossen werden Brinkmann-Kaufhäuser in Flensburg, Bremen, Osnabrück, Bochum, Oldenburg, Magdeburg, Fuldabrück bei Kassel, Neubrandenburg und Hamburg-Othmarschen. "Bestimmte Kaufhäuser haben sich nie gerechnet und werden sich auch nicht rechnen", sagte Reimer zur Begründung der Schließungspläne.
Der größte Verlustbringer, das Brinkmann-Kaufhaus in Hannover mit mehr als 300 Beschäftigten, gelte trotz seiner enormen Probleme als sanierungsfähig, weil dort auch große Reserven seien. Der verantwortliche Geschäftsführer sei bereits ausgeschieden.
Reimer gab sich überzeugt, dass die Sanierung des Unternehmens gelingen werde und ein Verkauf möglich sei. Die Kaufhäuser seien profitabel und würden nun unter eine einheitliche Leitung gestellt. "Alles, was Geld bringt, ist auch verkäuflich", sagte der Insolvenzverwalter. Es gebe jedoch ebenso die Alternative, dass im Rahmen eines Insolvenzplanverfahrens die bisherige Eignerfamilie Meyer das Unternehmen behalte.
Robert Meyer, der bisherige Brinkmann-Chef, werde in der neuen Führungsgesellschaft des Unternehmens zunächst Aufgaben der strategischen Planung übernehmen. Für das operative Geschäft hat Reimer einen erfahrenen Einzelhandels-Manager gefunden.