Zypern-Krise Großbritannien fliegt Bargeld ein
London - Großbritannien hat eine Million Euro in bar nach Zypern fliegen lassen. Mit dem Geld sollen auf Zypern stationierte britische Militärangehörige und deren Familien die Zeit überbrücken, falls Geldautomaten und Kreditkarten nicht mehr funktionieren, teilte das britische Verteidigungsministerium mit. Zyperns Banken sind zur Zeit geschlossen, um massenhafte Kontoabbuchungen wegen der drohenden Zwangsabgaben zu verhindern.
Zudem habe das Ministerium die Armee-Angehörigen auf Zypern gefragt, ob sie ihren Sold für März und die folgenden Monate lieber auf Konten im Vereinigten Königreich gezahlt haben wollen, erklärte ein Sprecher des Ministeriums: "Wir sind entschlossen alles zu tun, um die Auswirkungen der zyprischen Bankenkrise für unsere Leute so gering wie möglich zu halten."
Die britische Regierung hatte zuvor bereits angekündigt, auf Zypern stationierte Soldaten und Regierungsangestellten die drohenden Sonderabgaben auf Bankguthaben zu erstatten: "Jeder, der unserem Land auf Zypern dient, wird vor dieser Steuer geschützt sein", kündigte der konservative Finanzminister George Osborne in der sonntäglichen BBC-Talkshow "Andrew Marr" an. Sein Ministerium werde dafür bis zu eine Million Pfund (rund 1,2 Millionen Euro) bereitstellen.
Nach Aussagen der Nachrichtenagentur AFP transportierte ein Militärflugzeug das Geld, die dpa meldete, die wertvolle Fracht sei per Hubschrauber verschickt worden. Auf Zypern leben rund 3000 britische Soldaten und 500 Zivilangestellte in zwei Militärbasen. Hinzu kommen zahlreiche britische Regierungsangestellte und zehntausende britische Zivilisten.