Britische Presse: Mannesmann - "Die Festung ist gefallen" - DER SPIEGEL
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Britische Presse Mannesmann - "Die Festung ist gefallen"

In seltener Eintracht bejubelt die britische Presse die Übernahme von Mannesmann durch Vodafone. Die "deutsche Festung" sei gestürmt worden, der "Kapitalismus angelsächsischer Prägung" habe nun auch in Deutschland Einzug gehalten. Zeit für die deutschen Gewerkschaften, meint der eher linke "Guardian", ihre "naiven Forderungen" nach Mitbestimmung aufzugeben.
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Die britische Presse hat am Samstag den Vodafone-Sieg im Übernahmekampf um Mannesmann gefeiert. Die konservative "Daily Mail" beschrieb einen "sehr englischen Sieg", und der "Express" titelte in Anspielung an Winston Churchills Victory-Zeichen im Zweiten Weltkrieg: "Der Handyboss, der V für Victory wählte." Der links orientierte "Independent" schrieb: "Die deutsche Festung ist diese Woche vom globalen Kapitalismus gestürmt worden." Platter Patriotismus sei allerdings nicht angebracht, denn Vodafone sei nicht so sehr ein britisches als vielmehr ein internationales Unternehmen.

"Es war wichtig und gut, dass die deutschen Versuche, die Übernahme aus nationalistischen Gründen zu verhindern, gescheitert sind", kommentierte der "Independent". Für den "Guardian" hat der harte Kapitalismus angelsächsischer Prägung nun auch in Deutschland Einzug gehalten. "Die deutschen Gewerkschaften müssen ihre naiven Forderungen nach 'Mitbestimmung' aufgeben", forderte das Blatt, das der Labour-Regierung von Premierminister Tony Blair nahe steht. Auf die konsensorientierten Deutschen kämen jetzt turbulente Zeiten zu.

Ähnlich sieht es die "Financial Times": "Dies war eine entscheidende Woche für die Entwicklung des europäischen Kapitalismus", meint die Wirtschaftszeitung. Investoren aus Übersee sähen Europa nun mit anderen Augen. Sogar der Verfall des Euro könne nun vielleicht gestoppt werden, weil Vodafone der Welt gezeigt habe, "dass feindliche Übernahmen von Unternehmen aus der Eurozone möglich sind".