Britische Unternehmen: Weg von der Insel - DER SPIEGEL
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Britische Unternehmen Weg von der Insel

Die britischen Großkonzerne wie British Airways wollen sich von den Fesseln des Empires befreien. Sie verlangen von der Regierung, die strengen Limits für ausländische Beteiligungen zu lockern.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

London - Am Dienstag teilten der Waffen- und Luftfahrt-Konzern BAE Systems und British Airways in einer Meldung an die Londoner Börse mit, dass sie eine Beteiligung ausländischer Investoren über die erlaubten 49,5 Prozent hinaus anstreben.

Nach Einschätzung von Experten weisen die Bestrebungen auf eine bevorstehende Konsolidierungswelle hin. Die betreffenden drei Unternehmen hatten jeweils in der Folge der Terroranschläge vom 11. September herbe Umsatzeinbußen zu verkraften, kamen jedoch mit ausländischen Investoren ins Gespräch.

Ein Sprecher des britischen Wirtschaftsministeriums bestätigte, dass Gespräche mit den Unternehmen geführt werden. Allerdings wollte er sich zu einem möglichen Ausgang nicht äußern: "Wir warten zunächst die Stellungnahmen der Unternehmen ab, und dann analysieren wir die neue Situation." BAE und Rolls-Royce, das sich an der Initiative beteiligt, wollten ihre Argumente gegenüber der Öffentlichkeit allerdings noch nicht preisgeben.

Fest steht bereits jetzt, dass damit in Großbritannien eine neue Diskussion über die Rechte ausländischer Investoren in Gang gekommen ist. Von Seiten der Aktiengesellschaften und der Börsianer wird dies schon lange gefordert. Clive Forestier-Walker, Analyst der Baringsbank und Experte für BAE Systems, befürchtet gar, dass britische Unternehmen auf Dauer Schaden in ihrer Entwicklung nehmen könnten und so im internationalen Wettbewerb geschwächt werden.

Von Seiten der Politik wird hingegen zurzeit noch gemauert, wahrscheinlich weil ein Verlust an Einfluss befürchtet wird. Bislang kann der Wirtschaftsminister im Falle BAE Systems zum Beispiel den Anteil ausländischer Investoren auf 49,5 Prozent limitieren und außerdem festlegen, dass ein einzelner Investor nicht mehr als 15 Prozent der Anteile halten darf. Außerdem hat er Einfluss auf die Besetzung des Managements.

Trotzdem sind die Verfechter einer Internationalisierung optimistisch. Denn die Entwicklung schreitet voran. 1981 zum Beispiel waren die Bestimmungen noch viel strenger. Damals durften allenfalls 15 Prozent der Anteile an ausländische Anleger verkauft werden.