British Airways Panikkäufe sollen Lufthoheit retten
London - Erst am vergangenen Freitag hatten Virgin und BMI Gespräche über eine "enge und dauerhafte Verbindung zwischen beiden Unternehmen" bestätigt. Gemeinsam würden der Lufthansa-Partner BMI und Virgin dann 16 Prozent aller Flugrechte am Londoner Flughafen Heathrow halten - eine Konkurrenz, der sich British Airways (BA) nicht aussetzen will.
Wie die "Financial Times" berichtet, soll der Zusammenschluss verhindert werden - koste es, was es wolle. BA-Chef Rod Eddington schließe keine Möglichkeiten aus. Im Kampf gegen die Konsolidierung in der britischen Zivilluftfahrt soll eine Anzeige gegen die geplante Kooperation bei der britischen Handelskammer eingereicht werden, aber auch ein Kaufangebot für einen oder beide Konkurrenten sei denkbar.
Experten bewerten die jüngsten Ankündigungen von British Airways eher als verzweifelten Versuch, noch ein wenig Staub aufzuwirbeln. Laut "Financial Times" gäbe es seitens der Handelskammer keine Vorbehalte gegen einen Zusammenschluss von BMI und Virgin. Eine Verbindung von BA und BMI hingegen würde nicht genehmigt werden, da die BA dann sämtliche Fluglinien von Heathrow aus kontrollieren würde. Auch eine Kooperation von BA und Virgin wäre problematisch. Der Zusammenschluss der zwei einzigen britischen Fluggesellschaften, die Amerika anfliegen, dürfte dort keine Zustimmung finden.
Auch wird sich die BA schwer tun, Richard Branson, der mit 51 Prozent Hauptanteilseigner von Virgin ist, von einer Übernahme zu überzeugen. Nach zahlreichen Gerichtsverfahren sind die Beziehungen zwischen den beiden Unternehmen nicht gerade freundschaftlich. Branchenkenner sagen, dass die BA im Kampf gegen die Konsolidierung eigentlich nur eins tun kann: Hoffen, dass die Verhandlungen zwischen BMI und Virgin an den komplizierten Besitzverhältnissen der beiden Partner scheitern.