British Telecom WestLB bietet 57 Milliarden Mark
London - Laut einem Bericht der "Sunday Times" bot die Gruppe der British Telecommunications Plc (BT) 18 Milliarden Pfund Sterling (rund 57 Milliarden Mark) für ihr gesamtes Festnetzgeschäft an. Die WestLB sei vor rund zwei Monaten an BT herangetreten, der britische Telekomkonzern habe das Angebot aber nicht ernsthaft erwogen, berichtet die Zeitung ohne Quellenangabe.
Ein Sprecher der British Telecom wollte den Bericht nicht kommentieren. Die Transaktion bestehe aus einer Barkomponente über fünf Milliarden Pfund, der Rest solle über Kredite finanziert werden, schreibt das Blatt weiter.
Noch ein Angebot
Erst kürzlich hatte bereits das Konsortium "Earthlease" unter Führung des US-Finanzkonzerns Babcock & Brown acht Milliarden Pfund für das regionale Festnetzgeschäft von BT geboten. Zu diesem Konsortium gehört auch die Deutsche Bank. BT hatte dieses Angebot jedoch nach eigenen Angaben ausgeschlagen.
"Wir bestätigen, dass sie mit uns gesprochen haben, aber wir waren nicht interessiert", sagte ein BT-Sprecher auf Anfrage. Earthlease gab zwischenzeitlich allerdings nicht auf. Am vergangenen Donnerstag hatte das Konsortium der britischen Telekom-Regulierungsbehörde Oftel seinen Übernahmeplan für das BT-Festnetzgeschäft vorgestellt.
Schuldenberg lastet auf BT
Der britische Telekomkonzern hatte unter anderem auf Grund von hohen Ausgaben für Mobilfunklizenzen einen Schuldenberg von rund 28 Milliarden Pfund Sterling zu Anfang dieses Jahres aufgetürmt. Zur Reduzierung dieser Verbindlichkeiten hatte die Telekomgesellschaft vor drei Monaten neue Bezugsrechte im Wert von rund 5,9 Milliarden Pfund ausgeben und etliche Beteiligungen verkauft.
Ende Juli hatte British Telecommunications für das erste Quartal einen Gewinnrückgang ausgewiesen. Der Gewinn vor Sonderposten und Steuern fiel im Auftaktquartal auf 186 Millionen Pfund (rund 586 Millionen Mark) von 637 Millionen Pfund im Vorjahresquartal. Der Umsatz stieg dagegen auf 5,45 Milliarden Pfund von 4,73 Milliarden Pfund. Im Festnetzbereich in Großbritannien erhöhte sich der operative Gewinn auf 316 Millionen Pfund von 225 Millionen Pfund im Vorjahr.