Bürgschaften: Interessenkonflikt bei PwC-Prüfern - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Bürgschaften Interessenkonflikt bei PwC-Prüfern

Bei der Vergabe von Rettungsbürgschaften für Unternehmen will sich die Bundesregierung nach Informationen des SPIEGEL künftig nicht mehr allein auf die Wirtschaftsprüfer von PricewaterhouseCoopers (PwC) verlassen. Das hat der Lenkungsausschuss beschlossen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Dem Beschluss des Lenkungsausschusses, der über die Vergabe der Bürgschaften entscheidet, war harsche Kritik von Vergaberechtlern und PwC-Konkurrenten vorausgegangen. PwC war Anfang des Jahres vom Wirtschaftsministerium als Berater und Treuhänder des Staates eingesetzt worden, eine Ausschreibung gab es nicht.

Das Ministerium rechtfertigt sich damit, dass die Gesellschaft den Bund schon lange in Bürgschaftsangelegenheiten berate. Tatsächlich beurteilt PwC im Auftrag des Bundes die Anträge von Hermes-Bürgschaften seit Gründung der Republik vor 60 Jahren.

Den Mitgliedern des Lenkungsausschusses kam die Häufung der PwC-Aufträge sonderbar vor - zumal sich Interessenkonflikte abzeichnen. So hat etwa die Heidelberger Druckmaschinen AG, deren Abschlüsse PwC prüft, einen Bürgschaftsantrag gestellt.

Ein Mitglied des Lenkungsausschusses bestätigte: "Wir werden künftig auch andere Prüfungsgesellschaften berücksichtigen."